Skip to content

Benefizkonzert für Kindergarten in Beirut

»Wir kommen aus der Hölle
und wünschen uns nichts mehr
als Frieden für die Welt.
Frieden für unsere Heimat.
Wir können die Welt
durch die Kraft der Musik ändern.«

Kurzfristig bin ich mit Bekannten zu einem Benefizkonzert zugunsten des Walldorfkindergartens in Beirut mit in die Walldorfschule nach Karlsruhe gefahren.

Es spielte der mir bisher unbekannte Pianist Aeham Ahmad. Dazwischen las Sofia Flesch-Baldin Passagen aus seiner Autobiografie.

Aeham Ahmad spielt einen hochenergetischen, wilden Mix aus Klassik, Jazzelementen und Volksmusik. Mir unbegreiflich, wie er das schafft, obwohl er an der linken Hand durch einen Granatsplitter verletzt wurde.

Die eingeschobenen Lesungsteile waren teils lustig, teils rührend – und grauenvoll. Ahmad wurde als Sohn palestinänsischer Vorfahren in Syrien geboren und lebte in Yarmouk. Er studierte Klavier, hatte ein Musikgeschäft und eine schöne Eigentumswohnung. Bis die Revolution, der Krieg ausbrach und Yarmouk von der Außenwelt abgeschnitten und zerstört wurde.

Das beschriebene Elend ist unerträglich. Verhungernde Menschen, völlig zerstörte Häuser, keine Versorgung. Trotzdem spielte Ahmad auf der Straße vor den Trümmern Klavier und sang dazu. Bis der IS sein Klavier vor seinen Augen verbrannte.

Ihm glückte 2015 die Flucht über die »Balkanroute« nach Deutschland. Er wohnt mittlerweile in Wiesbaden. In Syrien tobt immer noch der Krieg, den wir aus unseren Nachrichten fast verdrängt und vergessen haben ...

Großes Lob an Aeham Ahmad, der trotz alledem mit seiner unbändigen Energie die Musik dem Terror und dem Vergessen entgegensetzt. Als er bei einer Zugabe »Die Gedanken sind frei« anstimmte und der ganze Saal mitsang, hatte ich Gänsehaut.

Wer diesen Mann erlebt hat mit seiner Energie und all seinem Schmerz, möchte alle Politiker durchschütteln, die von »Asyltourismus« schwafeln.

Aeham Ahmads Autobiografie »Und die Vögel werden singen« ist im Fischerverlag erschienen. Auf seiner Webseite kann man sich einige Videos ansehen, nach Konzertterminen schauen und – wichtig für Veranstalter – die angebotenen Konzertpakete betrachten.

Ebenfalls ein ganz großes Lob und herzlichen Dank an Sofia Flesch-Baldin, die eindrucksvoll las. Sie ist als Sprecherin u. a. bei SWR2 zu hören und bei detektor.fm

Danke für einen unvergesslichen beeindruckenden Abend.

Rainer Aderjan ist tot

»Für die krankheitsbedingt meinerseits teils etwas schwierige Kommunikation der vergangenen Wochen möchte ich noch um Verständnis bitten. Vielen Dank gebürt meinen freien Mitarbeitern, die es allen Widrigkeiten zum Trotz geschafft haben, alle Termine zur allgemeinen großen Zufriedenheit durchzuziehen.
 
THE SHOW MUST GO ON -- am besten mit Ausrüstung von SOUND&LIGHT.NW
Rainer Aderjan«

Sommer 2016
Das Kurpfälzische Saxophonquartett
von rechts nach links: Kurt Siebein, Rainer Aderjan, Yvonne Müller, Klaus Neubauer

Seit 1984 spielten wir zusammen im »Kurpfälzischen Saxophonquartett« mit mehr oder weniger langen Pausen. Irgendwann im Frühjahr 2016 (?) hatten wir einen kurzen Auftritt, an den ich mich nicht richtig erinnere. Es war der letzte. Rainer Aderjan ist letzte Woche nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 60 Jahren gestorben.

Servus Rainer, machs gut.

Adieu Kathrin

Völlig geschockt habe ich bei Frank Schindelbeck gelesen, dass Kathrin Lemke gestorben ist.

Kathrin habe ich vor Jahrzehnten auf den Sessions im Heidelberger Cave kennengelernt, wo wir unzählige Nächte herumgehockt und gespielt haben. Damals hat sie noch studiert, ich glaube Germanistik. Irgendwie ist sie dann Jazzmusikerin geworden und nach Berlin gezogen.

Mehr fällt mir gerade nicht ein. Bin völlig geschockt. Kathrin wurde 44 Jahre alt.

My heart will go on

Cover Er schrieb den grandiosen Sountrack für »Star Trek II – Der Zorn des Khan«, weil das gekürzte Budget für Jerry Goldsmith nicht mehr reichte ...

Er schuf die Musik für »Die Maske des Zorro« (Antonio Banderas), »Apocalypto«, »Titanic«, »Avatar«, »Apollo 13« und viele andere.

James Horner ist gestern mit seinem Flugzeug abgestürzt.

Dave Brubeck ist tot

Dave Brubeck und Paul Desmond
Dave Brubeck und Paul Desmond, 08.10.1954 | Public Domain | fotografiert von Carl van Vechten
Irgendwann im Laufe des Abends fragt bei Blaskapellen immer jemand: »Könnt ihr mal den Schneewalzer spielen?«. Bei Jazzbands wird nach »Take Five« gefragt. Ich fand das Stück immer toll – zu hören. Selbst spielen ist auf dem Tenorsaxophon ungeschickt. Vor allem bei der Bridge bricht man sich fast die Finger.

Die Legende sagt, dass Joe Morello, der Schlagzeuger des Dave-Brubeck-Quartetts, Stücke in ungeraden Taktarten geliebt habe. Und deshalb Paul Desmond (der Saxophonist der Band) »Take Five« komponiert hätte. Bei dem man immer denkt, dass es von Dave Brubeck sei.

Keine Ahnung, ob das alles stimmt. Und die Beteiligten kann man nicht mehr fragen. Dave Brubeck, der viele wunderbare vertrackte Titel komponiert hat, ist gestern, am 5. Dezember 2012 im Alter von 91 Jahren gestorben.

Übematerial für Saxophonisten

Lady Face Tobias hat sich in seinem Blog »Saxophonistisches« Gedanken zu »Pickelhaubenjatzfrasierung oder Jazz Phrasing« gemacht.

Der Hinweis auf die Bücher und CDs von Greg Fishman ist interessant. Die wurden auch schon beim Saxophon Forum vorgestellt. Und latürnich lang und breit im Forum diskutiert.

Muss ich mir genauer anschauen und vielleicht auch bestellen. Direkt bei Greg oder über alle-noten.de.