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Open-Air-Kino und Todd-AO-Festival

Schauburg, Karlsruhe Ganz vergessen: die Schauburg-Events des Jahres. Vor der wunderschönen Kulisse des Karlsruher Schlosses Gottesaue wie üblich das Open-Air-Kino. Mit riesiger Leinwand (mehr als 18 Meter breit, soweit ich mich erinnere) und wunderbarem Biergarten auf dem Gelände. Der öffnet lange vor Kinobeginn; man hat genügend Zeit für eine zünftige Mahlzeit.

Vom 20. bis 22. September 2013 findet das 9. Todd-AO-Festival statt. Meine Highlights: »Spartacus« mit Kirk Douglas und »Khartoum« mit Charlton Heston. Berichte von den Vorjahren gibt es auf Thomas Hauerslevs fantastischer Seite in70mm.com und (weniger ausführlich) auf meiner Seite im Kino gesehen.

Kinotipp: Iron Sky

Habe gestern »Iron Sky« gesehen. Die Amis machen in naher Zukunft als Wahlkampfaktion einen neuen Mondflug. Auf der dunklen Seite entdecken sie eine Siedlung: Nazis, die 1945 auf den Mond geflohen sind und sich dort auf die Weltherrschaft vorbereiten.

Habe mich köstlich über diesen Trash amüsiert. Der Schnittmeisterin hats auch gefallen, Wolfram überhaupt nicht.

The Wrath of Khan - Extended!

»If you do not own it, you are an idiot. Period.«
Five Thoughts About FSM's Star Trek II: The Wrath of Khan

Ganz so hart wie Neil Shurley würde ich es nicht ausdrücken. Aber recht hat er! Schon vor Jahren hatte ich mir die CD vom zweiten Star-Trek-Film gekauft. Großartiger Soundtrack von James Horner! Meiner bescheidenen Meinung nach der beste der ganzen Enterprise-Reihe.

Ein bischen enttäuscht war ich damals, dass das bei Spocks Trauerfeier gespielte »Amazing Grace« nicht auf der Scheibe war – für mich ist das einer der emotionalsten Kinomomente überhaupt gewesen. Hab' Rotz und Wasser geheult ...

Bild Was ich nicht bemerkt hatte: schon seit 2009 gibt es die »Newly Extended Edition« von FSM bzw. Rhino. Und da ist neben vielen bisher unveröffentlichten Stücken (23 statt 9 Titeln!) endlich »Amazing Grace« dabei. Und ein liebevoll gestaltetes achtundzwanzigseitiges Booklet. Hurra!

Zu beziehen z. B. über jpc.de

Armida

... ach, ich schreib einfach in meinem Schulenglisch an die MET in New York. Liest ja sowieso keiner.

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We are delighted that you enjoyed our HD Broadcast and we appreciate your taking the time to share this with us. [...]

Liest keiner? Weit gefehlt. Die schreiben sogar innerhalb von fünf Tagen eine sehr ausführliche Antwort und entschuldigen sich dafür, dass es so lange gedauert hat! Eh? Ist der Kerl jetzt völlig übergeschnappt? Wieso schreibt er an die Metropolitan Opera?

Ganz einfach: letzten Samstag war ich zum ersten Mal zur Oper im Kino. In der »Schauburg« wurde Rossinis selten gespielte »Armida« live aus der New Yorker MET übertragen mit Renée Fleming (Armida), Lawrence Brownlee (Rinaldo), John Osborne (Goffredo), Barry Banks (Gernando/Carlo), Kobie van Rensburg (Ubaldo) und Riccardo Frizza (Dirigent). Die »Liebe« wurde von der wirklich bezaubernden Teele Ude (Danke, MET!) gespielt.

Zunächst war ich überrascht, dass bis auf die ersten beiden Reihen alles ausverkauft war. Die Besucher würde ich als typisches Konzertpublikum bezeichnen, ein bischen festlicher gekleidet, Altersdurchschnitt über 60. Die »Schauburg« hatte sich große Mühe gegeben, auf das Publikum einzugehen und die Veranstaltung zu etwas besonderem zu machen: das Personal war festlich gekleidet, es gab eine Garderobe und in der Pause einen zusätzlichen Stand mit Sekt und Orangensaft. So hätte ich das auch gerne für die Premiere großer Kinofilme!

Vor der eigentlichen Vorstellung wurde der Zuschauerraum der MET gezeigt, das hat wunderbar zum Rot in der Schauburg und den Kronleuchtern gepasst. Man hatte das Gefühl, »dabei« zu sein.

Weil ich von Oper keine Ahnung habe, verweise ich auf die Kritik bei »Dich, teure Halle«. Dem Text dort kann ich in weiten Teilen zustimmen. Von der Stimme her hat mir John Osborne am besten gefallen, schwer beeindruckt war ich von Lawrence Brownlee, der sich im dritten Akt unglaublich gesteigert hat. Und dieses wunderbare Tenortrio ... Renée Fleming in der Titelrolle hat natürlich auch sehr schön gesungen; von Darstellung und Ausstrahlung her passt sie für mich nicht so ganz in die Rolle der bösen Hexe; hat mich eher an die gute Fee in »Cinderella« erinnert.

Zur Technik. Das Bild hatte natürlich Breitwandformat 1.85:1, damit es auf 16:9-Fernsehern keine schwarzen Streifen gibt, ;-) die Farben waren ein wenig blaß, überhaupt hatte ich den Eindruck von »Video-Kamera-Look«. Das sind aber nur kleine Mängel. Generell finde es es hochinteressant, einen Blick auf sonst meist unerreichbare Opernaufführungen in den besten Häusern mit den besten Sängern werfen zu können. Die lokalen Opernhäuser werden sich über die Konkurrenz sicher nicht freuen.

Für Insider: habe bis über beide Ohren gegrinst, dass die Veranstaltung gesponsort wurde von »The Neubauer Family Foundation«.

Der Mann mit der Todeskralle

Williams: »Bei deinem lustlosen Gefummel hole ich meinen Speer an der Garderobe und gehe zurück nach Afrika.«

»Der Mann mit der Todeskralle« (Enter the dragon, USA/Hongkong 1973)
Darsteller: Bruce Lee (Lee), John Saxon (Roper), Jim Kelly (Williams), Robert Wall (Ohara)
Buch: Michael Allin, Kamera: Gilbert Hubbs, Schnitt: Kurt Hirschler und George Watters, Musik: Lalo Schifrin, Regie: Robert Clouse

Die Geschichte hat man schon gesehen, entweder mit Jean-Claude van Damme, Chuck Norris (oder beiden?): Auf einer Insel findet ein großes Turnier statt, zu dem nur die Besten eingeladen werden und ein Teilnehmer (in diesem Film Bruce Lee) soll während des Aufenthalts nach Beweisen für dunkle Machenschaften suchen, um den Veranstalter hinter Schloß und Riegel zu bringen

Es hat Spaß gemacht, einmal einen Bruce-Lee-Streifen im Kino zu erleben. Sicher, die Dramaturgie der Geschichte ist ein bischen holprig und die Dialoge – siehe Zitat oben, wobei ich mir bei dem nicht sicher bin, ob es vielleicht erst bei der Synchronisation hineingeraten ist. Aber geschenkt; so einen Film schaut man sich wegen der Kampfszenen an, und die sind wirklich gut.

Bruce Lee ist im Vergleich zu allen Nachfolgern einfach den gewissen Tick schneller, eleganter und kraftvoller. Und strahlt manchmal eine Brutalität aus, gegen die Chuck Norris wie ein freundlicher Teddybär wirkt. Dazu ein wirklich guter Soundtrack von Lalo Schifrin – nette Unterhaltung.

Schade, dass es nicht für das Bier gereicht hat, das im Eintritt der XXL-Action-Reihe inbegriffen ist, dazu war ich leider zu spät dran. Das nächste Mal!