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Manchmal dauert es eben

Logo Podcast u1amo01 Anfangs wollte ich einmal im Monat eine Podcastfolge veröffentlich. Funkioniert nicht, weil der Aufwand größer als gedacht ist. Und die verfügbare Zeit weniger als geplant :-)

Das fängt an mit der Geschichtenauswahl. Entweder ein gemeinfreier Text, d. h. der Verfasser ist seit mindestens 70 Jahren tot. Natürlich muss auch die Textquelle so alt sein; Neuübersetzungen und evtl. bearbeitete Neuauflagen scheiden aus.

Alternativ ein Text, für den ich vom Verfasser eine Genehmigung bekomme und für den die Rechte nicht bei einem Verlag liegen. Das wäre dann z. B. wie in der letzten Podcastfolge »Eingeweiht« eine Story von Cluewriting.de.

Dazu kommen dann noch solche Sachen wie die Suche nach einem neuen Jingle fürs Intro.

Für die nächste Folge wollte ich Tucholskys Geschichte »Ein Ehepaar erzählt einen Witz« als Minihörspiel aufnehmen. Dazu hatte ich an verschiedenen Stellen einen Aufruf verfasst.

Wider erwarten haben sich zwei Sprecherinnen und auch ein Sprecher, den ich sehr mag, gemeldet. Kurzentschlossen habe ich mich dafür entschieden, zwei Versionen zu erarbeiten. Eine für den Podcast, eine für Hoerspielprojekt.de. Dummerweise hat sich damit auch die Schnittarbeit verdoppelt.

Um die Wartezeit zu überbrücken, wollte ich mal eben schnell (muhaha) die Kurzgeschichte eines geschätzten Autors einlesen, die er in Eigenregie veröffentlicht hatte. Ich hatte vorgeschlagen die Geschichte fixfertig einzusprechen etc. und ihm zum Probehören zu geben. Er kanns bei sich veröffentlichen und ich bei mir; beide werden wir reich und berühmt.

Geniale Idee.

Stellt sich heraus: die Kurzgeschichte dauert 60 Minuten. Das sind dann über 60 Minuten für die Aufnahme, mindestens genauso viel Zeit für den Schnitt, dann einige Retakes und der finale Schnitt. Und anhören muss es der Verfasser schließlich auch noch. Und ich sollte es auch noch einmal abhören, damit nicht irgendwelcher Unsinn drin ist. Am Ende findet er es vielleicht ... suboptimal, dann muss ich eine neue Geschichte suchen.

Ganz nebenbei erwies sich das neue superempfindliche Mikrofon als superempfindlich: trotz Poppschutz gab es immer wieder Plosive (Jägerlatein für p, t, k), die die Aufnahme verhunzen und neu aufgenommen werden müssen.

Also, was soll ich sagen, manchmal dauert es eben.

Kopfhörersammlung

Foto
Von oben nach unten: Beyerdynamic, Bose, Sennheiser, Sony

Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, wie viele Kopfhörer ich besessen habe.

An der Stereoanlage hing ewige Zeiten ein Sennheiser, den ich in den 80er Jahren gekauft hatte. Keine Ahnung, welches Modell das war.

In der Mietwohnung nutzte ich verschiedene Billigteile beim Fernsehen. Die mochten es nicht, wenn ich dabei einschlief und sind früher oder später gebrochen.

So um 2007 habe ich mir dann hauptsächlich für Bahnfahrten einen Sennheiser PCX 250 mit aktiver Lärmdämpfung gekauft. Einfach um in vollen Zügen Musik hören zu können.

Den habe ich anfangs auch beim Aufnehmen von Hörbüchern genutzt. Ideal war das nicht. Deshalb habe ich mir etwa 2013 für diesen Einsatzzweck einen Sony MDR 7506 zugelegt.

Weil der PCX250 öfter mal Aussetzer hatte und weil ich über dieses Bose-Teil viel Gutes gelesen hatte, kam fürs Pendeln (und dabei Hörbuchhören) ein Bose QT15 in den Tagesrucksack. Der ist wirklich klasse vom sogenannten noice cancelling und eignet sich besonders für Zug- und Flugreisen. Und fürs Großraumbüro. Ein Nachteil dieses Geräts: ohne Akku bzw. Batterie geht nix. Aber in die mitgelieferte stabile Tasche passt locker ein Ersatzakku, also kein Problem.

Fürs Hörbuchhören bei Haus- und Gartenarbeit waren mir der Sony und der Bose zu warm und zu klobig, also kam noch ein faltbarer Sennheiser PC200 II ins Haus. Mittlerweile ist das tatsächlich der Kopfhörer, den ich am meisten in Gebrauch habe. Passt einfach gut zum Handy und zum mobilen Abspielgerät.

Zum Jahreswechsel 2016/2017 hatte ich immer wieder schwarze Kunststoffteilchen an den Ohren. Irgendwann bin ich drauf gekommen, dass die Ohrpolster des Sony MDR 7506 in Auflösung begriffen waren. Weil mir die Ersatzpolster im Verhältnis zum Kopfhörerkaufpreis zu teuer waren - und, ich gebs zu, weil ich schon immer damit geliebäugelt habe, kaufte ich für den Audioschnitt einen Beyerdynamic DT770 Pro 250 Ohm. Trägt sich sehr angenehm mit diesem Plüschdingenspolstern.

Bei Hörvergleichen habe ich festgestellt, dass der DT770 bei hochwertigen Aufnahmen am ausgewogensten klingt. MP3-Kram klingt erstaunlicherweise auf dem PC200 II am besten.

Beim letzten Bigbandworkshop habe ich mit Frank, unserem Tontechniker, einen ausgiebigen Kopfhörervergleich gemacht. Dort hat sein offener Beyerdynamik DT990 am besten abgeschnitten. Falls ich mal Geld übrig habe und einen Kopfhörer zum Musikhören im Wohnzimmer suche ...

Der glückliche Prinz

Im Podcast Hörgestalten hat die wunderbare Tanja Geke (u. a. die deutsche Stimme von Zoe Saldana) einen Ausschnitt des Märchens »Der glückliche Prinz« von Oscar Wilde gelesen. Ich war so begeistert, dass ich mir den Text über Projekt Gutenberg besorgt habe.

Natürlich kann sich meine Interpretation nicht mit der von Frau Geke messen; vielleicht unterhält sie Euch trotzdem.

Herunterladen als mp3-Datei (36 MB) oder im ogg-Format (15 MB).

Die Aufnahme ist gemeinfrei / Public Domain.

Audio-Bastelstunde

»[...] liegen viele Heimstudios mit ihrem ›Amateurequipment‹ vermutlich bereits auf einem höheren Qualitätsniveau als so manches Profistudio der 70er und 80er Jahre und Produktionen aus dieser Epoche klingen angeblich besonders ›audiophil‹. Wenn’s daher mal wieder nicht so doll aus den Boxen schallt, sitzt das eigentliche Problem eher vor dem Bildschirm oder Mikrofon.«
13db.de, Preis Leistung bei Audiogeräten

Der Worte sind genug gewechselt, lasst uns was hören! ;-) Auf Wunsch zweier einzelner Damen auch öffentlich.

Eine Anmerkung vorab zu den eingebetteten Dateien: die Hörbeispiele sind als mp3 oder Ogg-Vorbis hinterlegt. Was abgespielt wird, hängt an den Browsereinstellungen.

Intro

Herunterladen als mp3-Datei, im ogg-Format oder als FLAC.

Ich habe ein paar Beispielsätze aufgenommen und mit verschiedenen Werkzeugen in Audacity bearbeitet.

1. Unbearbeitete Aufnahme

Ohne Nachbearbeitung. Also nur die Hardwarekette Mikrofon, Interface Focusrite Scarlett 2i4, über USB am PC angeschlossen und mit Audacity aufgenommen. So wird das abgeben für Hörspiele und auch für den Clue Cast. Zum direkten Hören zu leise.

Herunterladen als mp3-Datei, im ogg-Format oder als FLAC.

2. Normalisierung

Vereinfacht erklärt: macht die Aufnahme lauter (oder leiser) unter Berücksichtigung der lautesten Stelle (damit nichts übersteuert wird). Bei sehr dynamischen Aufnahmen kann das fast wirkungslos sein. Im Hörbeispiel eingestellt auf Max. -2dB (ausführlichere Beschreibung bei 13db.de)

Herunterladen als mp3-Datei, im ogg-Format oder als FLAC.

3. Kompressor, Normalisierung

Der Kompressor verringert die Dynamikunterschiede. Das ist immer ein Balanceakt. Hörbücher hört man ja oft nebenbei bei einem gewissen Umgebungslärmpegel. Da ist Flüstern nicht wirklich gut. (Die angesagte Reihenfolge ist falsch, 'tschuldigung. Ich lasse den Kompressor immer vorher drüberlaufen.)

Mit der Bearbeitung gebe ich üblicherweise Dateien für Librivox ab.

Herunterladen als mp3-Datei, im ogg-Format oder als FLAC.

4. Kompressor, Normalisierung, Equalizer à la Klaus

Zusätzlich eine leichte Anhebung (2dB) der höheren Frequenzen per EQ. Ich bilde mir ein, dass die Stimme dadurch einen Tick »präsenter« klingt. (Erläuterung Equalizer bei Wikipedia)

Herunterladen als mp3-Datei, im ogg-Format oder als FLAC.

5. Kompressor, Normalizer, Equalizer à la Web-Empfehlung

Hier ist bei den EQ-Einstellungen alles versammelt, was ich an Tipps für Sprachaufnahmen gefunden habe. Für angeblich bessere mp3-Dateien mit Low-Cut (100 Hz) und High-Cut (15 kHz), leichte Anhebung bei 400 Hz und im Bereich von 8 kHz für mehr Brillianz.

Herunterladen als mp3-Datei, im ogg-Format oder als FLAC.

Kommentare

Über Meinungen, Kommentare oder Empfehlungen freue ich mich. :-) Hier der Link zur Kommentarfunktion.

Mein Fazit

Zum Abhören meiner Aufnahmen nutze ich den Beyerdynamic DT 770 Pro in der 250-Ohm-Version. Beim Hörbuchhören habe ich üblicherweise den kleinen und leichten Sennheiser PX 200-II auf den Ohren.

Mir kam es so vor, als ob die Klangunterschiede mit dem Beyerdynamic relativ gering seien. Lediglich der EQ-Einsatz machte sich bemerkbar; die Stimme klingt IMHO eine Spur präsenter.

Mit dem PX 200 schien mir der größte Unterschied zwischen mp3-Komprimierung und OGG-Komprimierung bzw. FLAC zu liegen. Entweder ist die bei Audacity eingesetzte mp3-Komprimierung schlecht oder die Kompression auf 128 kBits macht sich doch bemerkbar. Muss geringere Kompressionsraten testen.

Die beste mp3-Fassung schien mir dabei Version 5. zu sein (also die mit – für meine Verhältnisse – relativ viel EQ-Geschraube).

Sprachaufnahmen bearbeiten

Als Homercorder ist man ja immer auf der Suche nach dem guten Klang. Nach den wichtigen Zutaten guter Sprecher, guter Raum, gutes Mikrofon kommt die elektronische Bearbeitung.

Den heiligen Gral habe ich noch nicht gefunden. Generell ist es schwierig, Aufnahmen der eigenen Stimme zu bearbeiten (die Profis sagen, dass man das NIE machen soll).

Ein weiteres Problem sind verschiedene Hörsituationen: Was mit dem Beyerdynamic-Kopfhörer super klingt, ist auf dem leichten Sennheiser-Unterwegskopfhöhrer zu leise, was auf dem Sennheiser gut klingt, wird vom Beyerdynamic blechern wiedergegeben. Dann solls ja auch auf Stereoanlagen, auf PC-Lautsprechern und gleich noch aufm Mobiltelefon nach etwas klingen ...

Grafik
Neumann TLM 193

Die eingestreuten Grafiken zeigen die Frequenzgänge verschiedener Sprechermikrofone. Man kann gut erkennen, dass z. B. das Mikrofon von Grafik 2 im Verhältnis zu dem von Grafik 1 die Höhen viel mehr betont. Je nach Stimme »passt« das eine besser als das andere zur Stimme (und im Heimstudio zum Raum!), um einen gewünschten Klang zu erzielen. Durch entsprechenden Equalizereinsatz kann man die Unterschiede ausgleichen.

Hier meine gesammelten Empfehlungen und Vorgaben. Manche nutze ich, andere nicht. Wenn jemand Empfehlungen oder abweichende Meinungen hat: her damit! :-)

Routinebearbeitung

Bei jeder Aufnahme, die ich selbst veröffentliche, habe ich mir für Audacity folgende Routine zurechtgelegt:

Kompressor Audacityeinstellung:
Grenzwert -20dB,
Nebengeräusche -40dB,
Verhältnis 3:1,
Ansprechzeit 0,1 Sek.
Abklingzeit 1,0 Sek.

Normalisieren mit max Ampl. -4,0 dB

Speichern unter aup (Audacity-Format), exportieren nach flac (Archiv), mp3 128 KBit/s (Gott und die Welt) und ogg-forbis Qual. 6 (Linuxbenutzer)

Grafik
Neumann TLM 103

Librivox

Bei Librivox gelten folgende Regeln:

  • Channel: Mono
  • Sample rate: 44100 Hz
  • Sample format: 16 bit
  • Export format: MP3
  • Export bitrate: 128 kbps

Die Bitrate bei den kompromierten mp3-Dateien ist immer ein Abwägen zwischen gutem Klang und Dateigröße. Eine hohe Bitrate liefert besseren Klang, aber auch größere Dateien. 128 kbps ist ein guter Kompromiss.

Zusätzlich gibt es für Librivox-Aufnahmen das Tool checker, das die Vorgaben prüft. Unter anderem wird ein gemittelter Lautstärke Wert berechnet, der zwischen 86 und 92 dB liegen soll. Das hat unter anderem damit zu tun, dass die hochgeladenen Dateien automagisch in andere Formate konvertiert werden.

Grafik
Shure SM7b

Optimierungsempfehlungen, ungetestet

Was man so im Web an Ratschlägen findet:

EQ
Lowcut - Frequenzen unter 100 Hz absenken (sei gut für mp3-Dateien)
Highcut - Frequenzen über 15 kHz absenken (dito)
400 Hz max. 2 db anheben
8 kHz vorsichtig anheben

Grafik
Neumann U87

Kompression für Werbung (mir Vorsicht zu genießen!):
Treshold -6 bis -10 dB
Ratio 4:1
Softknee
Attack 4-20 ms
Release 0,1-0,5 sek.

Grafik
Rode Procaster

Fertig zum Hören: Thomas Lausbubengeschichten

Poster LibriVox.org Mein erstes LibriVox-Solo-Projekt ist fertig!

Ludwig Thomas »Lausbubengeschichten« stehen bei LibriVox und bei archive.org zum Download bereit.

PS: Bei Librivox gelten strikte Regeln, was Lautstärke (im Mittel 89 dB) und Datenkompression (128 kbit/s, konstante Bitrate) betrifft. Damit erreicht man maximale Kompatibilität und spart Speicherplatz. Allerdings zu Lasten der Klangqualität. Und so richtig S-Bahn-tauglich ist die Lautstärke auch nicht.

Wenn jemand eine, hm, aufgebrezelte bzw. lautere Version haben möchte, möge er sich per Mail oder hier in den Kommentaren melden. Dann werfe ich Kompressor und Normalizer an ;-) und speichere als mp3 mit 192 kbit/s und variabler Bitbreite oder wie auch immer gewünscht (ogg, flac etc. pp).

Ratschläge zur Hörbuchaufnahme

Es gibt alles im Netz. Wenn man es denn findet. Viele hilfreiche Tipps für Sprachaufnahmen habe ich im Forum Tonthemen.de im Thread »Sprecher« gefunden.

Vor allem der Rat, ohne Kopfhörer zu sprechen, hat bei mir wahre Wunder bewirkt. Ich spreche dadurch lauter und dynamischer. Eigentlich logisch; bei der Einspielung meines Saxophonsolos für die Bigband-CD wurde die Aufnahme auch besser, als der Tonmeister mein eigenes Mikrofon im Kopfhörer viel leiser gedreht hat.

Auch das Glas mit dem stillen Wasser habe ich unterschätzt. Wirkt tatsächlich besser als Hefeweizen :-)

Interesse an Ludwig Thomas Lausbubengeschichten?

Für LibriVox lese ich Ludwig Thomas »Lausbubengeschichten«. Beim aktuellen Tempo wird das dort voraussichtlich im Mai oder Juni 2015 veröffentlicht, sobald ich alle 12 Kapitel beisammen habe.

Ich könnte hier vorab die bereits gelesenen Kapitel veröffentlichen. Hat wer Interesse? Hoffentlich werde ich nicht von zufällig mithörenden Bayern für meine pseudobayerischen Brocken gesteinigt.

Foto Almwiese