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Großartig für Jazzmusiker: iReal Pro

Logo Alle älteren Jazzmusiker kennen die Begleit-CDs von Jamey Aebersold zum Üben.

Mittlerweile gibt es ein viel besseres Hilfsmittel fürs Mobiltelefon: iReal Pro (sowohl für iPhone als auch für Android).

Screen Shot Es gibt die Begleitung von Unmengen an Jazzstandards, viele wählbare Begleitstile und vor allem: man kann die Geschwindigkeit stufenlos variieren, jeden Titel in jede Tonart mit einem Klick transponieren – kurz: das Paradies.

Natürlich kann man auch selbst Akkordfolgen eingeben. Oder nur bestimmte Bereiche auswählen, die beliebig oft wiederholt werden sollen.

Großartige Hilfe beim Üben für weniger Geld als damals™ eine CD kostete.

Linktipp: Freie Musik

Im Internet gibts alles, man findet bloß immer nur ganz andere Dinge als die, die man sucht. Das gilt auch für kostenlose Musik für Podcasts oder Videos.

Vor einigen Tagen bin ich über die Webseite von John Bartmann gestolpert, der einiges an freier Musik unter CCO-Lizenz (Public Domain) anbietet. Die mp3-Version der Titel ist gratis, während für die Wav-Version aktuell 3 Dollar fällig sind. Dafür bekommt man aber auch die Noten und ein Midi-File, um die Musik selbst zu bearbeiten.

Auf Anhieb habe ich mich in das Stück »Serial Killer« verliebt. Vorsicht Ohrwurmgefahr! Dafür habe ich gern 3 $ bezahlt, allerdings gab es Schwierigkeiten beim Download. Auf Nachfrage hat John die Daten im Handumdrehen auf Umwegen zur Verfügung gestellt – super, vielen Dank! Jetzt muss ich nur noch eine Gelegenheit finden, das in meinen Podcast »u1amo01« einzubauen ;-)

In seinem Blogeintrag 5 Royalty-Free And Public Domain Music Websites To Use In 2018 stellt John 5 Quellen für freie Musik vor.

Drei davon kannte ich bereits: Die Musik von Bensound liebe ich – bis auf die mistige Tatsache, dass die Nutzung ausgerechnet in Podcasts verboten ist. »Incompetech« von Kevin MacLeod kennt jeder im Bereich Hörspiel; seine Werke stecken fast in jeder Produktion des Hoerspielprojekts. Und über ClueCast habe ich die Seite Free Music Archive kennengelernt. Dort sollte man allerdings auf die Lizenzbestimmungen des einzelnen Titels achten.

Und den Rest werde ich mir natürlich anhören :-)

Thank you for the music.

Benefizkonzert für Kindergarten in Beirut

»Wir kommen aus der Hölle
und wünschen uns nichts mehr
als Frieden für die Welt.
Frieden für unsere Heimat.
Wir können die Welt
durch die Kraft der Musik ändern.«

Kurzfristig bin ich mit Bekannten zu einem Benefizkonzert zugunsten des Walldorfkindergartens in Beirut mit in die Walldorfschule nach Karlsruhe gefahren.

Es spielte der mir bisher unbekannte Pianist Aeham Ahmad. Dazwischen las Sofia Flesch-Baldin Passagen aus seiner Autobiografie.

Aeham Ahmad spielt einen hochenergetischen, wilden Mix aus Klassik, Jazzelementen und Volksmusik. Mir unbegreiflich, wie er das schafft, obwohl er an der linken Hand durch einen Granatsplitter verletzt wurde.

Die eingeschobenen Lesungsteile waren teils lustig, teils rührend – und grauenvoll. Ahmad wurde als Sohn palestinänsischer Vorfahren in Syrien geboren und lebte in Yarmouk. Er studierte Klavier, hatte ein Musikgeschäft und eine schöne Eigentumswohnung. Bis die Revolution, der Krieg ausbrach und Yarmouk von der Außenwelt abgeschnitten und zerstört wurde.

Das beschriebene Elend ist unerträglich. Verhungernde Menschen, völlig zerstörte Häuser, keine Versorgung. Trotzdem spielte Ahmad auf der Straße vor den Trümmern Klavier und sang dazu. Bis der IS sein Klavier vor seinen Augen verbrannte.

Ihm glückte 2015 die Flucht über die »Balkanroute« nach Deutschland. Er wohnt mittlerweile in Wiesbaden. In Syrien tobt immer noch der Krieg, den wir aus unseren Nachrichten fast verdrängt und vergessen haben ...

Großes Lob an Aeham Ahmad, der trotz alledem mit seiner unbändigen Energie die Musik dem Terror und dem Vergessen entgegensetzt. Als er bei einer Zugabe »Die Gedanken sind frei« anstimmte und der ganze Saal mitsang, hatte ich Gänsehaut.

Wer diesen Mann erlebt hat mit seiner Energie und all seinem Schmerz, möchte alle Politiker durchschütteln, die von »Asyltourismus« schwafeln.

Aeham Ahmads Autobiografie »Und die Vögel werden singen« ist im Fischerverlag erschienen. Auf seiner Webseite kann man sich einige Videos ansehen, nach Konzertterminen schauen und – wichtig für Veranstalter – die angebotenen Konzertpakete betrachten.

Ebenfalls ein ganz großes Lob und herzlichen Dank an Sofia Flesch-Baldin, die eindrucksvoll las. Sie ist als Sprecherin u. a. bei SWR2 zu hören und bei detektor.fm

Danke für einen unvergesslichen beeindruckenden Abend.

Tablet als Notenmappenersatz?

Immer wenn ich Leitzordner und Extramappe voller Bandnoten durch die Gegend schleppe, denke ich neidvoll an die Kollegen, die stattdessen mit einem leichten Tablet unterwegs sind.

Notenblatt

Im Techniktagebuch schreibt Fabian im Artikel Digitale Notenmappen und Setlisten über seine Erfahrungen mit digitalisierten Noten.

Das Problem mit dem Blättern war mir gar nicht bewusst. Um Teile nicht doppelt schreiben zu müssen und um Papier zu sparen, hat man üblicherweise verschiedene Wiederholungszeichen. Und muss dann manchmal vom letzten Blatt zurück zur ersten Seite oder sonstwohin springen.

Das ist bei Stücken mit vielen Seiten schon lästig; mit dem Tablet per Fußschalter ist es noch schlimmer.

Wobei die Lösung des Problems einfach wäre: beim digitalen Notensatz gibts Copy und Paste, und die Seitenzahl ist beim Tablet auch wurscht; man bräuchte lediglich Notenausgaben, bei denen man auf Wiederholungen verzichtet.

Lese- (und Hör-)empfehlung: Herr Martinsen

Foto Ein wirklich lesenswertes Blog, das Herr Martinsen führt. Mir haben besonders die Beiträge über Jazz gefallen, die ich extra verlinken möchte. Gute Infos mit Fotos und Hörbeispielen.

Prima!

Ausserdem möchte ich auf Feuilletöne, die Kultursendung für Musik, Film, Serie und Literatur hinweisen, den Herr Martinsen zusammen mit Frau Windhorst macht.

In memoriam Fritz Löhner-Beda

Notenblatt

Revueprobe 2014.
»Wer ist denn Beda?«
»Keine Ahnung. Noch einmal von vorne. Und jetzt mit Konzentration!«
Den Namen hatte ich gleich wieder vergessen. Bis letzten Samstag.

Da hat Fräulein Readon mit einer Beitragsserie auf Twitter an das tragische Schicksal des erfolgreichen Texters Fritz Löhner-Beda anläßlich seines Geburtstags erinnert.

Seine Lieder kennt immer noch JEDER. Glaubt ihr nicht? Hier ein Auszug der von ihm geschriebenen Liedtexte:

  • Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren (mit Ernst Neubach)
  • Oh, Donna Clara
  • Valencia
  • In der Bar zum Krokodil
  • Du schwarzer Zigeuner
  • Ausgerechnet Bananen
  • Was machst du mit dem Knie, lieber Hans?
  • Dein ist mein ganzes Herz
  • Freunde, das Leben ist lebenswert
  • Das Buchenwaldlied

Fritz Löhner, genannt Beda,
geboren am 24. Juni 1883, ermordet in Auschwitz.


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