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Draußen vor der Tür (2)

Wie berichtet wurde Ende Juli eine sogenannte »Erstaufnahmestelle für Asylbewerber« im Nachbarort eingerichtet.

Kurz darauf wurde um Spenden für die Flüchtlinge gebeten. Kleidung, Kuscheltiere, solche Sachen. Gestern habe ich einen Aushang gelesen, dass die Aktion nach überwältigendem Erfolg beendet ist. Es wurde mehr gespendet, als gebraucht wird.

Draußen vor der Tür

Überraschend wurde in einer Lagerhalle im Industriegebiet im Nachbarort eine Notunterkunft für Asylbewerber eingerichtet. Mittwoch vor einer Woche wurde der Bürgermeister informiert, am Samstag darauf trafen die ersten 200 Asylbewerber ein. Es ist die Rede davon, dass insgesamt 500 Menschen dort untergebracht werden sollen.

Das Regionalfernsehen berichtet, dass es in der Unterkunft 22 Dixie-Klos und nur ein Dutzend Duschen gäbe. Abgeteilte Räume gibt es nicht, nur die Halle mit Feldbett an Feldbett. 500 Flüchtlinge in einem Dorf mit 2.400 Einwohnern. Kein Supermarkt vorhanden, nur eine Bäckerei, eine Apotheke, ein Arzt.

Laut Polizeibericht kam es vor 2 Tagen zu einer Schlägerei, bei der Wachpersonal und Polizisten verletzt wurden.

Irgendwie sinnlos, oder?

Seufz. Der neunte Bahnstreik steht vor der Tür und ruiniert mir meinen Pfingsturlaub. So langsam geht mir die Geduld aus. Weil die Streikerei anscheinend nichts bringt. Die Heeresleitung der Bahn scheint es einen feuchten Schmutz zu interessieren, ob Züge fahren oder nicht. Und wenn man der Berichterstattung glauben darf, gibt es trotz 9 Streiks ÜBERHAUPT KEIN ERGBENIS.

Monatelange Verhandlungen. Streiks wie noch nie (wie auch, das waren früher Beamte). Nicht das geringste Fitzelchen erreicht. Nada. Niente. Nix. Mittlerweile wird schon darum gestritten, ob Besprechungen der Parteien Tarifverhandlungen oder einfach Gespräche seien.

Ich schau mich mal nach Inlandsflügen für Pfingsten um. Und nach einer gebrauchten Karre für den Nahverkehr. Bah.

Die Bahn streikt

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Wieder einmal im Internet suchen, welcher Zug wann fährt, Verspätungen, verpasste Anschlüsse – Bahnstreik. Mal abgesehen davon, dass auf dem Bahnsteig die Durchsage »Informieren Sie sich bitte über das Internet« für alle Nicht-SmartPhoniker wenig hilfreich ist, ärgert man sich über den erneuten Streik. Und vergisst dabei, dass es sich beim Streikrecht um ein hart erkämpftes Recht handelt.

Die Medien weisen immer gern darauf hin, dass die Gewerkschaft EVG größer als die Lokführergewerkschaft GDL sei. Was nie erwähnt wird: anscheinend sind vom fahrenden Bahnarbeitervolk mehr in der GDL als in der EVG. Und darum geht es: die Bahnleitung will mit der GDL nur über die Lokführer verhandeln, nicht über die ebenfalls in der GDL organisierte Mehrheit der Zugbegleiter, Bordgastronomen etc.

Ausführliche Informationen bei den Nachdenkseiten: »Gianis Weselsky? Ja geht´s noch?« und im älteren Artikel »Ich bin ein GDL-Versteher«.

Lesetipp: Kritische Gedanken über die Bahnstreikberichterstattung

Spiegelfechter Jens Berger hat bei den Nachdenkseiten einen lesenswerten Artikel verfasst: Bahnstreik – aus den Zeile tropft Hass. Außerdem beleuchtet er die Hintergründe: Worum geht es im GDL-Streik eigentlich?

Bei der Gelegenheit: gestern bin ich trotz Streik pünktlich mit der Bahn am Arbeitsplatz angekommen – die Liveauskunft bei bahn.de funktioniert ausgezeichnet. Und mit einer Zugverbindung alle zwei Stunden komme ich zur Not zurecht. Wenn ich mir überlege, dass mein Opa jeden Tag 25 Kilometer zur Arbeit gelaufen ist. Einfach.