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Inglourious Basterds

Oberst Landa: [giddy] »That's a bingo!«
Lt. Raine: [Lt. Aldo and PFC. Utivich stare at him in confusion]
Oberst Landa: »Is that the way you say it: That's a bingo?«
Lt. Raine: »You just say bingo.«
Oberst Landa: »Ahhh! BINGO! What fun! But, I digress. Where were we?«

»Inglourious Basterds« (USA / Deutschland 2009)
Buch und Regie: Quentin Tarantino, Kamera: Robert Richardson, Schnitt: Sally Menke, Szenenbild: David Wasco, Stunt Double Laurent und Kruger: Zoë Bell, German Translation quality assurance: Tom Tykwer
Darsteller: Christoph Waltz (Oberst Hans Landa), Mélanie Laurent (Shosanna Dreyfus), Brad Pitt (Lt. Aldo Raine), Daniel Brühl (Fredrick Zoller), Diane Kruger (Bridget von Hammersmark), Michael Fassbender (Lt. Archie Hicox), Til Schweiger (Hugo Stiglitz)

»Inglourious Basterds« erzählt in scheinbar lose zusammenhängenden Kapiteln Geschichten aus dem von Nazis besetzten Frankreich. Im ersten Kapitel unterhält sich der SS-Oberst Landa (Christoph Walz) mit einem Milchbauern (Denis Menochet), im zweiten werden die sogenannten »Basterds« – eine amerikanische Truppe unter Leitung von Lt. Aldo »the Apache« Raine (Brad Pitt) – vorgestellt, die hinter den feindlichen Linien brutal und erfolgreich Angst und Schrecken verbreiten, im dritten Kapitel wird gezeigt, wie ein deutscher Kriegsheld (Daniel Brühl) eine französische Kinobesitzerin (Mélanie Laurent) umwirbt, danach geht es weiter mit der Operation »Kino« …

Filme von Quentin Tarantino sind immer sehr ... speziell. Man mag sie oder kann sie nicht ausstehen – ich bin ein Fan. Deswegen ist die folgende Lobeshymne mit Vorsicht zu genießen. ;-)

Die Trailer ließen ja einen tumben Gemetzelfilm vermuten. Weit gefehlt. Tarantino hat einen dialoglastigen Film mit vielen kammerspielartigen langen Szenen gedreht, die von kurzen aber um so heftigeren Gewaltausbrüchen unterbrochen werden. Die Bilder sind unbeschreiblich gut gelungen, Kameraführung, Beleuchtung, Bühnenbild und Requisite sind erstklassig. So stelle ich mir großes Kino vor.

Dazu exzellente Darsteller, die man gar nicht alle nennen kann. Erwähnen möchte ich den mir bisher unbekannten Christoph Walz, der einen Bösewicht spielt, wie man ihn so furchterregend lange nicht mehr gesehen hat, Mélanie Laurent, die so gut spielt wie sie aussieht, Daniel Brühl, der nicht nur charmant, sondern auch überraschend brutal aufspielt, Denis Menochet als wortkargen Bauern, Till Schweiger, Diane Kruger ... ein wunderbares Ensemble bis in die kleinsten Nebenrollen. So wird z. B. in einer Szene am Schluß die Stimme am anderen Ende einer Funkverbindung von keinem geringeren als Harvey Keitel gesprochen.

Überhaupt, die Sprache. Den Film *MUSS* man im Originalton hören, alles andere hat keinen Sinn. Tarantino hat es geschafft, alle Rollen mit Schauspielern der entsprechenden Nationalität zu besetzen und sprechen zu lassen. Und in wenigstens zwei Szenen funktioniert die Handlung nur durch die verschiedenen Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch), weil z. B. Oberst Landa erst auf französisch und später auf englisch spricht (Christoph Waltz ist da ein Phänomen; er spricht all diese vier Sprachen fließend). Optimal war die in der »Schauburg« gezeigte Fassung mit deutschen Untertiteln. Die braucht man auch; Brad Pitt nuschelt fast so unverständlich wie Marlon Brando. Sein Italienisch dagegen ist ... göttlich.

Da der Film hauptsächlich in Berlin gedreht wurde, sieht man viele bekannte Gesichter im Hintergrund, z. B. Christian Berkel als Kneipenwirt oder Bela B. von den »Ärzten«. Überraschende Erfahrung.

Ebenfalls überrascht war ich zu Hause, als ich bei Recherchen zur verwendeten Musik über »Green Leaves of Summer« gestolpert bin, das ich eigentlich aus der Vorführung von »The Alamo« kennen sollte. Wenn man den Gerüchten glauben schenken darf, wollte Tarantino ursprünglich Altmeister Ennio Morricone für den Soundtrack verpflichten, was nicht geklappt hat. So blieb es – wie bei Tarantino üblich – beim (gelungenen) Recycling von Filmmusikklassikern.

Der Film hat – kein Wunder bei 154 Minuten – einige wenige Längen; allerdings wüßte ich nicht, was man weg lassen sollte. Bei den Gewaltszenen hätte ich mir etwas weniger gewünscht; z. B. Skalpieren möchte ich nicht so detailliert sehen müssen. Und Lee Marvin (der mit seiner Rolle aus »Das dreckige Dutzend« als Vorlage diente) anstelle von Brad Pitt wäre göttlich gewesen.

Fazit: ein genial gemachter beeindruckender Film nicht für jedermann, unbedingt im Originalton anzusehen.

Fünf von fünf Sternen.

Trackbacks

tentatives verlinken - seo blog am : Nicht der Volksphone Preisträger

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sondern einer der Gewinner der Suma- Awards ist die Suchmaschine Eyeplorer. Ja, das sind keine Informationen für SEO s, weil wer sucht schon mit einer Flashsuchmaschine, aber wer mit Jahresbudgets kleiner sechsstellig rumwerkelt kann eh einpacken. De

u1amo01 am : I see you

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Dr. Grace Augustine: »Just relax and let your mind go blank. That shouldn’t be too hard for you.« »Avatar« ( USA 2009) Buch und Regie: James Cameron, Kamera: Mauro Fiore, Schnitt: John Refoua und Stephen E. Rivkin, Musik: James Horner

u1amo01 am : Amico

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Ich mache jetzt etwas, dass ich sonst meide wie der Teufel das Weihwasser: ich verlinke ein Youtube-Video mit einer Schlüsselszene aus einem Film; noch dazu vom Ende. Wer »Inglourious Basterds« noch nicht gesehen hat und sich die Spannung erhalt

u1amo01 am : She is the leg

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Während ich auf dem Metalltisch des Tierarztes sitze und meine Unterschenkel in Filmblut liegen, reckt sich mir eine Hand entgegen. Der Arm der dazugehörenden Hand schlängelt sich mit zwei 45-Grad-Winkeln an der Kamera vorbei. Der Inhaber sagt: »Hi!

u1amo01 am : Veranstaltungstipp: Open Air Basterds

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Keine Ahnung, ob das Wetter jetzt so schlecht ist, weil der Kachelmann nicht raus darf oder weil die Schauburg in Karlsruhe heute die Open-Air-Kino-Saison eröffnet … Hoffe, dass das Wetter am nächsten Freitag (30. Juli 2010) freiluftkinotauglich ist:

u1amo01 am : Buchtipp: Es war einmal in Deutschland

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Inhalt In den letzten Wochen des 2. Weltkriegs erhält der langgediente Soldat Heinrich die Mitteilung, dass seine Frau und seine älteste Tochter bei einem Bombenangriff gestorben sind. Nur seine kleine Tochter ist übrig geblieben. Heinrich desertiert

Kommentare

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frank am :

Ich haben den Film bisher nicht gesehen aber deine Rezension macht Appetit.

Dass du Christoph Waltz bisher nicht kanntest erstaunt mich. Wenn ich mich nicht sehr täusche habe ich ihn zum ersten mal in einer ARD (?) Serie vor zig Jahren gesehen: “Parole Chicago” und danach auch in einigen Fernsehfilmen, damals, als ich noch TV geschaut habe ;-)

Viele Grüße

Frank

Peter am :

Jap!!!
Großartiger Film!
Eigentlich steh ich nicht so auf Tarantino-Filme. Bei Pulp Fiction rätsele ich immer noch, ob ich ihn gut fand oder schlecht, From Dusk Till Dawn ist toll bis zu dem Zeitpunkt, wo die Vampire auftauchen und mich das Gefühl beschleicht, der Regiseur hätte im Drogenwahn das Drehbuch ins Klo geworfen.
Insofern war ich skeptisch, hatte aber eine gute Reportage über Christoph Waltz gesehen und war daher neugierig. Jetzt geschaut – GANZ großes Kino!!
Ich hab zwar “nur” die deutsche Version gesehen, aber ich denke, dass das dem Spaß keinen Abbruch tut, weil viele Stellen in der Originalsprache (französisch, italienisch…) gesprochen und untertitelt sind, so dass die entsprechenden Szenen auch wirken wie sie sollen und der Zusammenhang nicht verloren geht.
Die Schauspieler sind ganz groß, vor allem eben jener Christoph Waltz sticht noch etwas hervor und vermittelt einen fantastischen Mix aus humorvoll und grauenvoll furchterregend.
Öhm…Bela B???? Den hab ich verpasst…. :-)

Definitiv einer der besten Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe.

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