Friday, 26. February 2010
Wir befinden uns im Jahr 2010 nach Christus. Ein kleiner Trupp unbeugsamer Netzbürger beim AK Zensur wird nicht müde, Widerstand zu leisten gegen Ideen wie Altersfreigaben von Webseiten, Öffnungszeiten im Internet und ähnliche, hmm, glorreiche Geistesblitze.
Ich bin ja Pessimist und habe deshalb rechts oben im Blog in vorauseilendem Gehorsam eine Altersfreigabe ab 18 eingebaut. Irgendwo im World-Wide-Web ist es ja immer nach 22 Uhr.
Danke an den den Pantoffelpunk für das Logo.
PS: wer sich jetzt irritiert fragt, was das mit ab 18 zu tun hat, lese den gleichnamigen Beitrag bei Isotopp.
Wednesday, 17. February 2010
Wenn ich lese, dass jemand an Richtlinien arbeitet, die Öffnungszeiten für Webseiten vorsehen, sehe ich erst einmal auf den Kalender, ob vielleicht der 1. April ist. Der nächste Schritt ist Kopfschütteln, danach blankes Entsetzen.
Nein, ich habe keine Kraft mehr, zu diesem Bull Shit etwas zu schreiben. Wenn es denn sein muss, mache ich das Blog zu und wandere aus. Vielleicht nach China.
Allen immer noch nicht Entmutigten sei die Lektüre der Stellungnahme des AK Zensur empfohlen. Und das ODEM.blog.
Saturday, 28. November 2009
Eigentlich erwarte ich von den Damen und Herren in Berlin nicht viel. Die Kanzlerin sagte selbst: »Ich ahne, wovon ich spreche«, Minister werden bei Bedarf einfach in ein völlig fremdes Ressort versetzt, neue Familienministerin wird eine ledige kinderlose Frau (ok, das ist polemisch), Gesetze werden aus Wahlkampfgründen gemacht ...
Die Meldung, dass unser Bundespräsident Herr Köhler erst einmal zusätzliche Informationen zum Zugangserschwerungsgesetz ((kurz ZugErschwG) angefordert hat, statt einfach zu unterschreiben, läßt ein wenig hoffen.
Quelle: Reuters
Wednesday, 14. October 2009
Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,
es ist begrüßenswert, dass Sie zugeben, dass die – salopp gesprochen – Stoppschilder im Internet nie dem Kindeswohl dienen sollten, sondern dem Stimmenfang.
Wenn Sie sich jetzt noch dazu durchringen könnten, diese dumme Floskel vom Internet als rechtsfreiem Raum (man kann selbst wegen der Verwendung von Brötchenfotos abgemahnt werden) fallenzulassen, könnte man fast an den Einzug der Vernunft in die Politik glauben.
[...] Das Internet könne kein rechtsfreier Raum sein.
Der Minister gab handwerkliche Fehler beim sogenannten Zugangserschwerungsgesetz für Stoppschilder im Internet zu. Das Gesetz zum Schutz vor Kinderpornografie sei im Endspurt des Wahlkampfes auch deshalb entstanden, um die CDU gegenüber anderen Parteien abzusetzen.[...]
Quelle: Zeit.de, dpa-Meldung
via Fefe, der es etwas drastischer formuliert hat.
Wednesday, 30. September 2009
Deja vu. Die im Fernsehen präsentierten neuen Experten der FTP FDP sehen aus wie die alten, die bereits zu Helmut Kohls Zeiten im Dienst waren. Da kann man nur sagen, zurück in die Zukunft.
A propos Zukunft: über unsere Glaskugel konnten wir einen Blogbeitrag des Pantoffelpunks aus dem Jahre 2017 (kurz vor der Bundestagswahl) ausfindig machen. Hier für jedermann der Link zu diesem Tatsachenbericht.
Wer seine Internetanbindung fit für die Zukunft machen möchte, findet bei der German Privacy Foundation ausführliche Infos, z. B. wie man unzensierte DNS-Server so einrichtet, dass sie auch über andere Ports funktionieren (via Burks' Blog).
Einige Hinweise für über Kabelmodem angeschlossene User hatte ich im Artikel Wie man mit Debian den FoeBuD-DNS-Server benutzt gegeben.
Friday, 25. September 2009
Es ist soweit. Der wirklich letzte Beitrag zur Wahl (vor der Wahl) in diesem Blog. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort.
Wer immer noch nicht so recht weiß, an wen er seine Stimme für vier Jahre abgeben soll, findet Entscheidungshilfe auf Alvar Freudes Seite wen-waehlen.de.
Man gibt z. B. die Postleitzahl seines Wohnorts ein und bekommt die aufgestellten Direktkandidaten gelistet, zum Teil mit Bild, Infos zu polititschen Zielen und Links zur Homepage des Kandidaten.
Oder man macht den Test, beantwortet Fragen und verteilt Sternchen auf Themenblöcke, die einem wichtig sind und erhält anschließend eine Aufstellung, welche Parteien dazu passen.
Das alles ist sehr viel detaillierter gemacht als der weithin bekannte Wahl-O-Mat. Danke, Alvar.
And now for something completely different.
TV-Total ist eine dieser Sendung, die mir ziemlich am ... vorbeigehen. Die letzten Tage konnte man im Web den Hinweisen auf die Aktion Enter den Raab nicht entkommen, die dafür sorgen wollte, dass in Raabs Wahlsendung auch die Piratenpartei berücksichtigt werden möge. Wurde sie nicht und Raab wird im Web mittlerweile in die Rubrik »Internetausdrucker« oder »alter Mann mit Kugelschreiber« gesteckt.
Nun haben sich ein paar pfiffige Jungs unters Studiopublikum gemischt und präparierte Wahlzettelchen unters Volk gebracht, die um die Rubriken »Piratenpartei« und »Sonstige« ergänzt waren. Im anschließend präsentierten Ergebnis waren diese Stimmen auf wundersame Weise verschwunden. Ausführlicher Beitrag auf piratig.de. #Raab-
PS: ich vergaß: geht wählen! Nichtwähler werden von Politikern nicht wahrgenommen.
Monday, 21. September 2009
Dirk Hillbrecht berichtet von einer CDU-Veranstaltung in Hannover mit Frau von der Leyen, bei der auch kritische Bürger mit entsprechenden Schildern anwesend waren.
Die junge Dame auf dem Bild trug übrigens ein Schild mit der Aufschrift »Wegschauen statt bekämpfen? Sperren statt löschen?«. Sie wurde von Frau von der Leyen mit den Worten begrüßt: »Sie sind also dafür, dass man sich im Internet Kinderpornos anschauen kann?!«
Eigentlich sollte man UvdL ja dankbar sein; ihre Wahlwerbung für die PIRATEN ist unbezahlbar. Ich bin jedoch deprimiert, dass man mit so einer – wie soll man das nennen? Ignoranz? Verbohrtheit? Beratungsresistenz? Blindheit? – Bundesministerin werden kann.
Und seien wir ehrlich: sie wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bleiben. Vermutlich wird das Wahlergebnis eine schwarz-gelbe oder schwarz-rote Regierung sein, egal was passiert (wenn selbst das Handelsblatt Artikel schreibt wie »Amtlich: Ursula von der Leyen hat gelogen« oder »Der Lügen-Limbo der Ursula von der Leyen« und NICHTS passiert ...)
Mehr denn je glaube ich, dass Christoph Schlingensief den Nagel auf den Kopf getroffen hat (wie bereits im April geschrieben unter Des Rätsels Lösung?):
»Politik ist nicht wirklich real an Lösungen interessiert. Genauso wenig wie die Medien. Politik ist eine Simulation, die Lösungen vorgaukelt, die Medien simulieren die Aufdeckung dieser Simulation und manipulieren dadurch auf ihre Art.«
Ich bin froh, wenn dieses Wahlkampfgetöse vorbei ist.
PS: der Presseschauer hat eine ausführliche Zusammenfassung der Ereignisse geschrieben: Zensursula - eine Rückschau (PDF-Format).
Monday, 14. September 2009
Christian nennt seinen Blogeintrag, den ich hier zitiere »Fünf Minuten großes Kino«:
Ihr erinnert euch sicher an „Du bist Terrorist“. Jetzt hat Alexander Lehmann nachgelegt und erklärt uns die Netzsperren:
RettedeineFreiheit.de
Wednesday, 2. September 2009
»Er konnte Tausende Täter überführen, doch jetzt wirft Oberstaatsanwalt Peter Vogt das Handtuch. Strafverfahren müssten eingestellt werden, weil Ermittler fehlen, um Kinderpornografie im Internet auszuwerten.«
» den ganzen Artikel lesen
Während unsere Politiker und allen voran Familienministerin von der Layen damit beschäftigt sind, den Zugang im Internet sinnfrei mit Stoppschildern zu »erschweren« und dem BKA dafür Geld rüberzuschieben, wirft der Leiter der Zentralstelle im Kampf gegen Kinderpornografie in Sachsen-Anhalt, Oberstaatsanwalt Peter Vogt das Handtuch. Verfahren müssten eingestellt werden, weil es an Personal fehle, berichtet das Hamburger Abendblatt.
via Einzelmeinung
Friday, 7. August 2009
»Wenn man keine Ahnung hat:
Einfach mal Fresse halten.«
Dieter Nuhr
Antwort von Herrn Eckhard Fischer (Wirtschaftsreferent der SPD-Bundestagsfraktion) auf die Ankündigung eines Internet-Nutzers, aus Protest gegen das Zugangsers Zensurgesetz künftig einen eigenen DNS-Server betreiben zu wollen:
[...] Sie hingegen haben für sich die technischen Voraussetzungen geschaffen, damit sie sich weiterhin unbeschränkt, wenn Sie denn die Absicht hätten, die Vergewaltigung von Kindern betrachten können und dies auch im Bekanntenkreis weiter empfohlen. Die Kinderschänder in dieser Welt werden es Ihnen danken [...]
Eigener DNS-Server? Das scheint doch ziemlich verwerflich, wenn man Herrn Fischer glauben darf. Sodom und Gomorra.
Wie man bei evil daystar nachlesen kann, betreibt auch – die SPD einen eigenen DNS-Server. Frau von der Leyen, könnten Sie beim Koalitionspartner bitte schnellstens nach dem Rechten sehen?
Sunday, 2. August 2009
Frank hat mich überzeugt. In den Kommentaren schrieb er sinngemäß, dass man nicht müde werden dürfe, Fehler unserer Obrigkeit in Blogs zu melden. Also weiter im Text.
Frau von der Leyen erklärt dem Hamburger Abendblatt ihre weiteren Pläne bezüglich des rechtslosen Internets:
»Doch wir werden weiter Diskussionen führen, wie wir Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet im richtigen Maß erhalten. Sonst droht das großartige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betrügen kann.
«
Udo Vetter erläutert im
Law blog ausführlich, was das für ein Unfug ist und nennt Beispiele aus seiner Arbeit als Strafverteidiger. Ein sehr lesenswerter Artikel. Zitat:
»:Mobben, beleidigen, betrügen. All das kann man im Internet tun. Genau so, wie man es im wirklichen Leben tun kann, zum Beispiel Angesicht zu Angesicht, per Brief, Fax oder Telefon. Aber egal, wie man es macht – es ist strafbar und wird verfolgt. Auch im Internet. Ich erlebe es als Strafverteidiger Tag für Tag, wie die Polizei akribisch jeder Anzeige wegen Verletzung der persönlichen Ehre nachgeht.«
weiterlesen »
Könnte man jetzt bitte Frau von der Leyen abwählen? Oder könnte ihr wenigstens jemand den Dienstwagen klauen?
Thursday, 30. July 2009
Das ist ja witzig. Wie heise online berichtet, kann das Gesetz nicht planmäßig in Kraft treten. Der Bundespräsident hat es noch nicht unterschrieben. Erhalten hat es sein Amt auch noch nicht.
via Fefe
Saturday, 25. July 2009
Christian hat auf seinem Blog den Artikel Raus aus der Nerd-Ecke – aber wie? verfasst, in dem er auf das gelungene Editorial der letzten c't verweist. Dort wird mit spitzer Feder skizziert, dass alle wütenden Twitter-Beiträge oder Blog-Artikel so gut wie keinen Einfluss auf die Politiker in Berlin haben. Die riesig erscheinende Zahl von über 130.000 Zeichnern der Online-Petitition ist für die großen Parteien völlig unwichtig und wird ignoriert. Im Netz kennt jeder die Problematik des Zensursula-Gesetzes, wohingegen der »normale« Bürger kaum etwas davon mitbekommen hat.
Deshalb noch einmal zum Mitschreiben: mehr Blogbeiträge nutzen nichts. Es ist bereits alles dazu geschrieben worden. Wir müssen hinaus in die »reale« Welt. Und zum Beispiel den Wahlkampf der Piratenpartei unterstützen. Selbst wenn es unrealistisch ist, dass die PIRATEN demnächst mitregieren, ist der Wahlkampf eine Chance, die Themen Datenschutz, Zensur etc. einer breiteren Öffentlichkeit bewusst zu machen.
Fleißarbeit ist angesagt: für jede Gemeinde muss man feststellen, wie die Regelungen für die Wahlkampfplakatierung sind, man braucht Leute, die Plakate aufhängen und so weiter. Im Piratenwiki gibt es dazu eine Übersichtsseite für Baden-Württemberg.
Friday, 17. July 2009
Aus dem Artikel DNS-Erfinder Paul Mockapetris implementiert die Internetzensur in Deutschland von ZDNet:
[...] Ebenso unproblematisch sieht Tumuluri [Vice President für Marketing bei Nominum] die unter anderem von Kabel Deutschland und T-Online bereits praktizierten DNS-Fälschungen bei Domain-Vertippern [...] Diese Technologie setze Nominum verantwortungsvoll ein. Man grenze sich dabei von Missbrauch ab, indem man nur DNS-Namen fälsche, die mit www. beginnen [...]
Nee, oder?
Ich *wußte*, es würde sich irgendwie rentieren, dass meine Homepage unter http://u1amo01.de/ und mein Blog unter http://blog.u1amo01.de/ zu erreichen ist.
Ganz ohne www.
Friday, 26. June 2009
Die letzten Tage habe ich versucht, gleichzeitig Nachrichten über Twitter, Piratenwiki, ein gefühltes hundert Piratenmailinglisten und natürlich Blogfeeds zu verfolgen – das kann nicht lange gut gehen. Deshalb habe ich Twitter gestrichen und die Mailinglisten vorläufig abbestellt.
Ich werde mal die Anleitung Mailinglisten verwalten mit Thunderbird ausprobieren und sehen, ob das für mich funktioniert.
Bei all dem Wust an Infos haben sich für mich drei Artikel von der Masse abgehoben: Gerrit van Aaaken schreibt über »Kompetenz und Politik«, Kris Koehntopp den sehr lesenswerten Beitrag »Falscher Planet, falsches Jahrtausend«. Und bei Nerdcore gibt es eine kurze und knappe Zusammenfassung »Deshalb bin ich gegen Netzsperren«.
Und jetzt probiere ich etwas ganz neues: ein netzfreies Wochenende. Ich werde die Bildschirmauflösung gegen die überwältigende Grafikauflösung draußen im Garten eintauschen, ein Buch vor der Nase und ein Weizenbier auf dem Tisch. Prost! 
PS: macht das Netz in der Zwischenzeit nicht kaputt.
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