Tuesday, 2. March 2010

Yah!

Das Bundesverfassungsgericht urteilte über die Vorratsdatenspeicherung:

Die gesamte Vorschrift ist nichtig. Alle erhobenen Vorratsdaten müssen unverzüglich gelöscht werden.
via law blog

Die chronologisch gesammelten Unterlagen dazu bei Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!. Ein gutes Gefühl, einer von 34.000 Beschwerdeführern gewesen zu sein.

Mal sehen, was sich unsere Obrigkeit als nächstes einfallen lässt ...

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Friday, 26. February 2010

Nicht jugendfrei

Wir befinden uns im Jahr 2010 nach Christus. Ein kleiner Trupp unbeugsamer Netzbürger beim AK Zensur wird nicht müde, Widerstand zu leisten gegen Ideen wie Altersfreigaben von Webseiten, Öffnungszeiten im Internet und ähnliche, hmm, glorreiche Geistesblitze.

Ich bin ja Pessimist und habe deshalb rechts oben im Blog in vorauseilendem Gehorsam eine Altersfreigabe ab 18 eingebaut. Irgendwo im World-Wide-Web ist es ja immer nach 22 Uhr.

Danke an den den Pantoffelpunk für das Logo.

PS: wer sich jetzt irritiert fragt, was das mit ab 18 zu tun hat, lese den gleichnamigen Beitrag bei Isotopp.

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Wednesday, 17. February 2010

Zensursula war harmlos

Wenn ich lese, dass jemand an Richtlinien arbeitet, die Öffnungszeiten für Webseiten vorsehen, sehe ich erst einmal auf den Kalender, ob vielleicht der 1. April ist. Der nächste Schritt ist Kopfschütteln, danach blankes Entsetzen.

Nein, ich habe keine Kraft mehr, zu diesem Bull Shit etwas zu schreiben. Wenn es denn sein muss, mache ich das Blog zu und wandere aus. Vielleicht nach China.

Allen immer noch nicht Entmutigten sei die Lektüre der Stellungnahme des AK Zensur empfohlen. Und das ODEM.blog.

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Wednesday, 3. February 2010

Gesunder Menschenverstand?

Die FTD berichtet von einem »Hackerangriff« auf den Emissionshandel. Dazu drei Anmerkungen:

  1. Es ist suboptimal, wenn eine Behörde alle Kontaktdaten (inkl. Handy-Nummern und Mailadressen) der Firmenansprechpartner im Internet veröffentlicht.
  2. Es ist hilfreich, bei einer Mail, die zur Eingabe von Paßwörtern auffordert (das allein ist schon ein Sofortlöschkriterium) auf den Absender zu achten.
  3. Man nennt sowas Phishing.
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Friday, 15. January 2010

Kriminell inkompetent

Im Beitrag Wie Werner Gruber einen Körperscanner austrickst wurde im ZDF demonstriert, was man durch diese tollen sog. Nacktscanner ungehindert durchtragen kann und welches Feuerwerk sich damit veranstalten läßt - der Boden einer Bratpfanne wird mühelos durchgebrannt.

Und anschließend stellt sich dieser Regierungsfritze hin und bleibt dabei, dass die neuen Geräte kommen müssen und dass er es nicht gut finde, dass man mit solchen Demonstrationen Terroristen Anschauungsunterricht gäbe.

Irgendwo gab es auch eine Info angeblich vom Scannerhersteller, dass die beim jüngsten Attentatsversuch verwendeten Stoffe von ihren Geräten gar nicht gefunden würden. Aber die Dinger sollen wegen des jüngsten Anschlags angeschafft werden.

WAAAA.

Ich möchte bitte künftig von den Marx Brothers regiert werden. Die sind vernünftiger und viel unterhaltsamer.

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Wednesday, 9. December 2009

Wir speichern nicht

Im Artikel Speichern? Nein Danke. hatte ich neulich aufgezählt, welche Maßnahmen ich ergriffen habe, um den Datenanfall beim Besuchen und Kommentieren in meinem Blog so gering wie möglich zu halten. Zusätzlich habe ich bei Kommentaren das Feld »E-Mail-Adresse« zur freiwilligen Angabe gemacht. Das alles hat sich bei der Spambekämpfung bisher nicht nachteilig bemerkbar gemacht – mein Blog ist zu unbekannt! ;-).

Um wenigstens ein kleines Zeichen gegen Datensammelwut zu setzen, habe ich mich um das Siegel Wir speichern nicht bemüht. Das habe ich nach einigem Schriftverkehr per Mail als Nikolausgeschenk erhalten und in die Sidebar gepackt.

Dabei habe ich gelernt, dass das Siegel auch nicht mehr als ein Zeichen, bzw. eine Gesinnungserklärung ist: die Leute vom AK Vorrat können zwar prüfen, ob Google-Analytics oder ähnlicher Kram läuft, aber sie haben keinen Zugriff auf meine Serverlogs oder Konfigurationsdateien; da müssen sie meinen Aussagen zur Konfiguration Glauben schenken.

Generell sollte man keinem Siegel blind vertrauen: man weiß nicht was geprüft wurde und auch nicht, was seit der Prüfung geändert wurde (ihr erinnert euch vielleicht an den unsicheren Online-Marktplatz mit TÜV-Siegel?).

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Wednesday, 18. November 2009

Bundesregierung speichert nicht!

Gute Nachrichten: die Bundesregierung speichert nicht!

Zumindest nicht alles, denn wie netzpolitik.org festgestellt hat, sind kritische Texte zur Atomkraft von den Webseiten des Umweltministeriums gelöscht worden.

Wie bei vielen Texten und Bildern, die man in die unendlichen Weiten des bösen Web stellt, hat auch hier die Löschung leider nicht richtig funktioniert:

  • »Atomkraft – Ein teurer Irrweg – Die Mythen der Atomwirtschaft« steht als PDF auf einem Server in der Schweiz
  • Materialien für den Schulunterricht (Atomenergie Kontrovers) stehen als PDF noch auf der Website des Umweltministeriums Baden-Württemberg
  • eine umfangreiche FAQ ist noch zu finden über den Google-Cache

Jetzt fehlt bloß noch, dass sich viele Leute davon lokale Kopien machen. Wie soll man das bloß alles wegbekommen?

Update: Das Amt hat vermutlich verwundert festgestellt, dass es tatsächlich Leute gibt, die ihre Webseiten nicht nur besuchen sondern sogar beobachten. Automagisch sind die Dokumente wieder da. Ohne den aufmerksamen und hartnäckigen Markus von netzpolitik.org wären sie sicher im Nirvana verschwunden. Danke!

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Tuesday, 3. November 2009

Speichern? Nein Danke.

Mittlerweile kann man es ja schon nicht mehr hören. Hier ein Datenskandal, dort einer … Irgendwo habe ich mal gelesen, wie man einen wirklich einbruchssicheren Server schafft: man verwendet ein aktuelles, solides Betriebssystem (z. B. aus der BSD-Familie), gießt den Rechner in Beton ein und versenkt ihn ohne Netzwerkanschluss im Ozean.

Weil das nicht für jedermann praktikabel ist, sollte man generell so wenig Daten wie möglich preisgeben. Und möglichst wenig sammeln. Zeit, das im eigenen Blog umzusetzen.

Die Blogsoftware Serendipity speichert an verschiedenen Stellen IP-Adressen, unter anderem bei den Kommentaren. Das kann man zur Spambekämpfung nutzen, ist aber eher suboptimal. Dank dem schnellen Support im s9y-Forum habe ich eine Lösung von Garvin, die gut funktioniert: einfach in der Datei serendipity_config_local.inc.php folgenden Codeschnipsel einbauen, und schon wird anstelle der Besucher-IP überall nur noch 127.0.0.1 gespeichert:
$_SERVER['REMOTE_ADDR'] = '127.0.0.1';

Nun gibt es noch den Webserver, der fleißig sammelt. Bei meinem Provider all-inkl.com gibt es eine elegante Möglichkeit, das im KAS zu konfigurieren. Unter »Einstellungen / Accesslog« hat man die Auswahl zwischen »vollständiger IP«, »IP gekürzt«, »IP entfernt« (alle Adressen werden auf 0.0.0.0 gesetzt) oder »keine Logs«.

Auf der Website Wir speichern nicht! gibt es weitere Anleitungen für verschiedene CMS, Webserver etc.

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Thursday, 29. October 2009

Zwei Tagesmeldungen

heise online meldet:

Neue Justizministerin verspricht grundlegende Datenschutzreform

[...] Konkret habe Schwarz-Gelb zudem bereits im Koalitionsvertrag die Einrichtung einer "Stiftung Datenschutz" nach dem Vorbild der "Stiftung Warentest" verabredet. Diese solle ein "Gütesiegel" vergeben. [...]


netzpolitik.org schreibt:

Exklusiv: Die Bücher der Anderen

[...] 500.000 Rechnungen von Libri.de standen mehr oder weniger frei im Netz. Gestern konnten wir testweise innerhalb einer halben Stunde ca. 20.000 davon herunterladen. [...]

Eine zusätzliche Datenschutz-Brisanz erhält der Fall durch ein »S@fer-Shopping-Zertifikat« der Firma TÜV-Süd AG. Diese Firma wirbt mit für ihre gewerblichen Datenschutz- und Sicherheits-Dienstleistungen mit diesem Zertifikat. Libri.de hat den TÜV Süd als externen Dienstleister beauftragt, die Sicherheit des Online-Stores im Rahmen eines Datenschutz-Audits zu untersuchen. Das für die Firma Libri.de ausgestellte »S@fer Shopping Zertifikat« erklärt:

»Mit geprüfter Qualität, Sicherheit und Transparenz ist www.libri.de in hohem Maße vertrauenswürdig.«
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Sunday, 25. October 2009

Youtube!

Na, wenn das nicht eines der meistverlinkten Videos wird: ein (niederländischer) Journalist fragt die Kanzlerin, wie man einen Mann zum Finanzminister machen kann, der »vergessen« hat, dass ihm Schreiber (der Waffenhändler) 100.000 DM in bar überreicht hat.

via Fefes Blog

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Thursday, 22. October 2009

Glück gehabt

Na, da habe ich aber Glück gehabt: mein Blog u1amo01 ist kein rechtsfreier Raum. Kann ich beweisen. Mit Google.

Also kein Handlungsbedarf für die FDP, die sich ganz auf den Rest des Internets konzentrieren kann, um – laut Spiegel online – das Web durchzuregulieren.

Find' ich gut. Nachdem uns die Finanzkrise an den Rand des Ruins gebracht hat, erklärt die FDP die Internetregulierung zum »Superprojekt«. Damit kann man den Anschein von Entschlossenheit und Aktivität erwecken, während Ackermann & Co. in Ruhe und Frieden weitermachen können wie bisher.

Von anderen Problemen, die man sonst so hätte ganz zu schweigen. Wobei an denen ja sowieso die Vorgängerregierung Schuld ist. Deswegen steckt man deren Hinterlassenschaft in einen Schattenhaushalt. Vielleicht kann den ja dann ein Bad-Bank-Manager verwalten.

Wobei ich mir nicht sicher bin, ob nicht am Ende alles ein genialer Reklamecoup der Piratenpartei ist. Vielleicht ist die »Schnarre« heimlich Mitglied?

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Wednesday, 14. October 2009

Nur Theaterdonner

Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,
es ist begrüßenswert, dass Sie zugeben, dass die – salopp gesprochen – Stoppschilder im Internet nie dem Kindeswohl dienen sollten, sondern dem Stimmenfang.

Wenn Sie sich jetzt noch dazu durchringen könnten, diese dumme Floskel vom Internet als rechtsfreiem Raum (man kann selbst wegen der Verwendung von Brötchenfotos abgemahnt werden) fallenzulassen, könnte man fast an den Einzug der Vernunft in die Politik glauben.

[...] Das Internet könne kein rechtsfreier Raum sein.

Der Minister gab handwerkliche Fehler beim sogenannten Zugangserschwerungsgesetz für Stoppschilder im Internet zu. Das Gesetz zum Schutz vor Kinderpornografie sei im Endspurt des Wahlkampfes auch deshalb entstanden, um die CDU gegenüber anderen Parteien abzusetzen.[...]

Quelle: Zeit.de, dpa-Meldung

via Fefe, der es etwas drastischer formuliert hat.

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Wednesday, 30. September 2009

Zurück in die Zukunft

Deja vu. Die im Fernsehen präsentierten neuen Experten der FTP FDP sehen aus wie die alten, die bereits zu Helmut Kohls Zeiten im Dienst waren. Da kann man nur sagen, zurück in die Zukunft.

A propos Zukunft: über unsere Glaskugel konnten wir einen Blogbeitrag des Pantoffelpunks aus dem Jahre 2017 (kurz vor der Bundestagswahl) ausfindig machen. Hier für jedermann der Link zu diesem Tatsachenbericht.

Wer seine Internetanbindung fit für die Zukunft machen möchte, findet bei der German Privacy Foundation ausführliche Infos, z. B. wie man unzensierte DNS-Server so einrichtet, dass sie auch über andere Ports funktionieren (via Burks' Blog).

Einige Hinweise für über Kabelmodem angeschlossene User hatte ich im Artikel Wie man mit Debian den FoeBuD-DNS-Server benutzt gegeben.

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Tuesday, 29. September 2009

Verhältnisse

Statistiker lieben Prozentzahlen. Mit dem entsprechenden Bezug kann man damit fast alles »beweisen« bzw. illustrieren. Deshalb ist es für den Betrachter wichtig, den Hintergrund der dargestellten Daten zu kennen.

So oder so ähnlich wie in der folgenden Grafik bekommt man in den Medien die Ergebnisse der Bundestagswahl 2009 präsentiert:

In einigen Blogs werden Grafiken gezeigt, die auch die Anzahl der Nichtwähler (18 Mio Menschen!) berücksichtigen. Die sind eigentlich die stärkste »Partei«:

Da hat man schon nicht mehr den Eindruck, dass eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung für schwarz-gelb gestimmt hat. Ganz schräg wird das Bild, wenn man berücksichtigt, dass in Deutschland nicht nur die 62,1 Mio wahlberechtigten Menschen leben, sondern laut Statistischem Bundesamt rund 82 Mio Einwohner. Das sind knapp 20 Mio Menschen, die nicht wählen dürfen, aber hier ihren Hauptwohnsitz haben. 20 Mio die nicht wählen dürfen und 18 Mio Nichtwähler – das sind 46% der Einwohner.

Nachtrag: Wie Tobias in seinem Kommentar zu recht anmerkt, sind das viele Dinge in einem Topf. Leider habe ich auf die Schnelle keine Anzahl der Kinder bis 18 Jahren gefunden, nur eine Zahl der hier lebenden Ausländer, die mit 7,3 Mio angegeben wird. Wenn man animmt, dass alle »restlichen« 12,6 Mio Nichtwahlberechtigten Kinder wären, ergibt sich das folgende Bild.

Basis: Anzahl Zweitstimmen laut Bundeswahlleiter.de, Stand 29.09.2009

Wer sich mehr mit dieser Thematik beschäftigen will, sollte einen Blick auf Walter Krämers Taschenbuch »So lügt man mit Statistik« werfen. Wobei das lügen nicht wörtlich zu nehmen ist; die Daten in den Beispielen dort sind immer korrekt. Der Betrachter wird manipuliert durch Maßstäbe, entsprechend gerechnete Prozentzahlen, weggelassene Jahre etc.

Eine ausführliche Analyse der Bundestagswahl findet man auf dem Blog von Benjamin Hoff (via Burks' Blog).

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Sunday, 27. September 2009

Die Zahlen

Das Zwischenergebnis der Bundestagswahl gibt es bei bundeswahlleiter.de.

Auszug Zweitstimmenergebnisse am »unteren« ;-) Ende Stand Sonntag abend 23 Uhr 15:

  • Grüne: 10,6%= 4.133.695 Stimmen
  • CSU: 7,3% = 2.830.210 Stimmen
  • PIRATEN: 1,9% = 738.957 Stimmen
  • NPD: 1,4% = 562.612 Stimmen
  • Tierschutzpartei: 0,6% = 221.353 Stimmen
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