Monday, 8. March 2010

Stirb langsam

»Yipee-yi-yea, Schweinebacke!«

Nä, ich schreibe keine meiner üblichen Kritiken über »Stirb langsam« mit unserem Bruce. Den kennt doch sowieso jeder.

Der Streifen lief gestern im Rahmen der Action-XXL-Reihe in der Karlsruher »Schauburg«, zum Einsatz kam laut Filmvorführerforum eine 70mm-Erstaufführungskopie, die so gut wie neu aussah. Kaum vorstellbar, dass das Material von 1988 war. Und auch der Film selbst ist erstaunlich zeitlos, würden nicht die Handys fehlen und bei den Computern grafische Benutzeroberflächen, könnte man glauben, es sei ein aktueller Film.

Einfach immer wieder gut. Und die Sprüche ... :-)

Nächster Film der Reihe am 14.03.2010: »James Bond - Goldfinger« von 1964 mit Sean Connery und Gert Fröbe.

PS: Bei IMDB habe ich eine interessante Episode der Dreharbeiten gelesen ... VORSICHT SPOILER -->

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Monday, 8. March 2010

Oscar-Gewinner 2010

Die beste Übersicht, die ich auf die Schnelle gefunden habe, gibt es bei DVDuell.de.

Überraschend hat »Avatar« nur 3 erhalten (Kamera, Visuelle Effekte, Art Direction), nicht überraschend hat Christoph Waltz den Preis für seine Rolle in »Inglourious Basterds« erhalten. Vielleicht reicht das ja, um den Film nochmal ins Kino zu bringen. Ich würde ihn gern noch einmal sehen, am liebsten Originalton mit Untertiteln ;-)

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Wednesday, 24. February 2010

Kinotipp: Agenten sterben einsam

»Agenten sterben einsam«
(Where Eagles Dare, USA 1968)
am nächsten Sonntag, 28.03.2010 um 21 Uhr in der »Schauburg«, Karlsruhe.

Gezeigt wird eine 70mm Erstaufführungskopie mit 6-Kanal-Magnetton. Wie bei einer sogenannten Roadshow früher üblich mit Pause.

Dabei ist zu beachten, dass »Agenten sterben einsam« auf 35mm im CinemaScope-Verfahren mit Seitenverhältnis 1:2,35 gedreht wurde. Bei diesem Verfahren wird bei der Aufnahme ein Vorsatz (sog. Anamorphot) verwendet, der das Bild »staucht«. Bei der Projektion im Kino kommt ein entsprechender Vorsatz zum Einsatz, der das Bild wieder entzerrt.

Ein besseres Bild erhält man natürlich ohne solche Verzerrungen durch ein entsprechend größeres Negativ, was aber teurer ist (bzw. war ...). Ein Zwischending kommt hier zum Einsatz: Dreh auf 35mm-Material, anschließend sog. »Blow Up« auf 70mm. Bei »Agenten sterben einsam« im Seitenverhältnis 1:2,21. Dadurch geht am Rand rechts und links ein bischen vom Bild verloren.

Soweit meine laienhafte Erklärung, hoffentlich habe ich nix falsches geschrieben. Vielen Dank an Thomas Hauerslev und natürlich an die »Schauburg«.

Weitere Infos zum Film bei in70mm.com.

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Monday, 22. February 2010

Abyss

DONT CRY BABY
KNEW THIS WAS ONE WAY TICKET
BUT YOU KNOW I HAD TO COME
LOVE YOU WIFE

»Abyss« (The Abyss, USA 1989)
Darsteller: Ed Harris (Bud Brigman), Mary Elizabeth Mastrantonio (Lindsey Brigman), Michael Biehn (Lt. Coffey), Leo Burmester (Catfish De Vries), Todd Graff (Alan Carnes), Kimberly Scott: (One Night)
Buch: James Cameron, Kamera: Mikael Salomon, Schnitt: Conrad Buff, Joel Goodman und Howard E. Smith, Musik: Alan Silvestri, Regie: James Cameron
Oscar Best Visual Effects

»Abyss« hat vermutlich jeder schon im Fernsehen oder auf DVD gesehen und kennt die Geschichte: amerikanisches Atom-U-Boot sinkt, eine experimentelle Unterwasserölbohrplattform unter Leitung von Mr. und Mrs. Brigman (Harris und Mastrantonio) ist dem Unfallort am nächsten, wird um Hilfe gebeten und bekommt zur Unterstützung ein Spezialteam der US Navy an Bord geschickt, die Dinge eskalieren.

All das ist brilliant von James Cameron in Szene gesetzt, die Schauspieler sind hervorragend, die Geschichte spannend und man wundert sich, dass die Kamera diese Wasserschlachten mitgemacht hat. Die sparsam eingesetzte Musik von Alan Silvestri, auf den ich seit seinem Soundtrack für »Nachts im Museum 2« aufmerksam geworden bin und sehr schätze, setzt die Highlights am Ende.

Obwohl ich den Film mehrfach auf der heimischen Flimmerkiste gesehen habe, hat es Spaß gemacht, das auf der großen Leinwand zu erleben. Das Bild in 70mm war ausgezeichnet, die Kopie überraschend gut (fast ganz ohne Schrammen, ganz im Gegensatz zum Bruce-Lee-Film vor 14 Tagen) und der Sound in 6-Kanal-Magnetton ein besonderer Leckerbissen. Wenn ich mich nicht täusche, hatte die Tonspur bei einem der letzten Akte eine kleine Macke, da gab es ein rhythmisches Geräusch, dass nicht zur Handlung passte. Aber das ist spitzfindig angesichts der in der Gesamtheit wirklich guten Kopie.

Dazu war im Eintrittspreis von 7 EUR ein Hoepfner-Bier enthalten - was will man mehr für einen vergnüglichen Kinoabend. Ein Jammer, dass meine charmante Begleiterin krank war.

Ach, fast vergessen: vorher gab es eine Trailerschau, klassisch im Breitwandformat, erst für den Hauptfilm wurde der Vorhang auf volle CinemaScope-Breite aufgefahren. War interessant die Trailer für »Stirb Langsam«, »Indiana Jones und der Tempel des Todes« und »Terminator 2« wiederzusehen. Im Vergleich zu aktuellen Trailern sind die sehr gemächlich geschnitten – gefällt mir viel besser. Gute alte Zeit ;-)

Nächster Film in der XXL-Reihe: »Agenten sterben einsam« mit Richard Burton und Clint Eastwood.

Nachtrag: in Abyss wird auch Filmrichtlinie Nr. 387 demonstriert (Achtung Spoiler!) -->

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Saturday, 20. February 2010

Kinotipp: The Abyss

In der Karlsruher Schauburg läuft morgen, Sonntag 21.02.2010 um 21 Uhr der James-Cameron-Film »The Abyss« in einer 70mm-Version.

Bei Youtube gibt es ausführliche Infos über die atemberaubenden Unterwasserdreharbeiten.

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Tuesday, 9. February 2010

Action-Klassiker im Kino

Action-Klassiker auf der ganz großen Leinwand (17 x 7 Meter)!

Immer Sonntags, 21 Uhr in der »Schauburg« in Karlsruhe.
Im Eintrittspreis ist ein Höpfner-Bier enthalten :-)

OV = Originalversion (wahrscheinlich ohne Untertitel). Wikipedia hat eine gute Erklärung, was 70mm-Film bedeutet. Alle Angaben ohne Gewähr.

Aliens - Die Rückkehr (in 70mm)
Sigourny Weaver im 2. Teil, den James Cameron inszeniert hat.
am 14. Februar
Abyss (in 70mm)
Tiefseestation in Not. Meisterwerk von James Cameron mit Ed Harris, Mary Elizabeth Mastrantonio und Musik von Alan Silvestri.
am 21. Februar
Agenten sterben einsam (in 70mm)
Kriegsfilm von 1968 mit Richard Burton und Clint Eastwood.
am 28. Februar

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Saturday, 6. February 2010

Sherlock Holmes

Irene Adler: »Warum bist Du immer so mißtrauisch?«
Holmes: »Soll ich chronologisch antworten oder alphabetisch?«

»Sherlock Holmes« (USA, 2009)
Darsteller: Robert Downey jr. (Sherlock Holmes), Jude Law (Dr. Watson), Rachel McAdams (Irene Adler), Mark Strong (Lord Blackwood), Kelly Reilly (Mary Morstan), Robert Maillet (Dredger, der Franzose), William Houston (Constable Clark)
Buch: Michael Robert Johnson, Anthony Peckham, Simon Kinberg, Lionel Wigram nach Motiven von Sir Arthur Conan Doyle, Kamera: Philippe Rousselot, Schnitt: James Herbert, Musik: Hans Zimmer, Regie: Guy Ritchie

Holmes und Watson bringen einen Ritualmörder zur Strecke, gerade als er einen weiteres Opfer töten will. Der Täter entpuppt sich als Lord Blackmore, der mit schwarzer Magie herumexperimentiert und allerlei düstere Geheimnisse hat. Er wird hingerichtet und damit wäre der Fall eigentlich abgeschlossen, würde nicht ein paar Tage später ein Zeuge auftauchen, der steif und fest behauptet, dass Blackmore von den Toten auferstanden sei – und das Morden geht weiter.

Der Film wäre es allein wegen Robert Downey Jr. wert, dass man ihn sich anschaut. Das muss man gesehen haben, wie er einen völlig durchgeknallten Holmes gibt, dessen Geist so brilliant ist, dass er sich bei Langeweile und mangels interessanter Fälle beginnt selbst zu zerstören. Klingt jetzt vielleicht ein bischen theatralisch, ist aber so.

Dazu kommen die glänzenden Wortgefechte, die sich Holmes mit Dr. Watson (Jude Law) liefert, eine spannend erzählte Geschichte, schöne Frauen, die auch ganz schön biestig sein können, und ein origineller Soundtrack, bei dem ich nie vermutet hätte, dass er von Hans Zimmer stammt.

Das einzige, was mir nicht so gefallen hat, ist dieses ständig düstere London, das in Braun- und Grautönen ertrinkt. Ein bischen mehr Licht und Glanz hat mir gefehlt.

Gut gemachtes Unterhaltungskino mit vielen witzigen Szenen. Der Schluss lässt auf eine Fortsetzung hoffen, auf die ich mich jetzt schon freue.

4 von 5 Sternen

PS: ist es eigentlich so schwierig, ein Kino so zu bauen, dass die Notausgangsbeleuchtung nicht ständig auf der Leinwand zu sehen ist? Dazu gab es einen hellen Streifen im rechten Bilddrittel, bei dem ich nicht herausfinden konnte, was ihn verursacht. Ein Jammer, dass der Film in meiner geliebten »Schauburg« nur auf englisch gezeigt wird ...

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Friday, 5. February 2010

Bloggertreffen und Kinotipp

Veranstaltungshinweise für Kurzentschlossene:

In Hockenheim findet heute das »Kurpfälzer Social Media Treffen« statt. Ab 19 Uhr, Brauerei zum Stadtpark, Parkstrasse 1b, 68766 Hockenheim. Details beim Düsiblog.

Am Sonntag läuft in der »Schauburg« in Karlsruhe in der Action-XXL-Reihe der Klassiker »Der Mann mit der Todeskralle« mit Bruce Lee. 21 Uhr, »Schauburg«, Marienstraße 16, 76137 Karlsruhe.

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Friday, 22. January 2010

Surrogates - Mein zweites Ich

»Surrogates - Mein zweites Ich« (Surrogates, USA 2009)
Darsteller: Bruce Willis (Tom Greer), Radha Mitchell (Peters), Rosamund Pike (Maggie Greer), James Cromwell (Dr. Lionel Canter), Ving Rhames (Prophet)
Buch: Michael Ferris und John D. Brancato nach dem Comic von Robert Venditti und Brett Wedele, Kamera: Oliver Wood, Schnitt: Kevin Stitt, Musik: Richard Marvin, Regie: Jonathan Mostow

Bei Anke Gröner habe ich mal gelesen, dass man bei Schreibschwierigkeiten einer Filmkritik mit einer Nacherzählung anfangen solle und der Rest würde sich dann schon ergeben.

Bei »Surrogates« bekomme ich nicht mal das hin. Entweder ist die Handlung zu verworren, oder ich war zu sehr von der Unschärfe der linken Bildhälfte abgelenkt oder ich war, hm, unkonzentriert. Wer hat warum den ersten Mord begangen, der alles ins Rollen gebracht hat? Keine Ahnung ...

Ohne Bruce Willis, der seine gewohnte Rolle gibt, gäbe es keinen Grund, sich den Film im Kino anzuschauen. Schlechte Schauspieler, kein besonderes Drehbuch, lieblos synchronisiert. Und selbst Bruce als Surrogat mit diesem blonden Toupet am Anfang ist gräßlich. Erst als er unrassiert und zerknittert loszieht, kommt Laune auf. Allerdings fehlen die schönen Sprüche, die man ihm in den Stirb-Langsam-Filmen geschrieben hat.

O je, die erste Filmkritik dieses Jahres war schwierig zu schreiben. Mein Fazit: abwarten, bis es den Film auf DVD gibt und an einem verregneten Sonntagnachmittag gucken. Oder gleich auf »Sherlock Holmes« mit Robert Downey Jr. warten, wobei mir der Streifen in der Vorschau auch etwas suspekt vorkam.

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Thursday, 21. January 2010

Liebe ist ...

... gemeinsam ins Kino zu gehen.

Kurze Kinostatistik 2009: 37 gesehene Filme, davon 27 in der »Schauburg«, 4 im Cineplex, 3 im Theaterhaus, 2 im Kino des Deutschen Filmmuseums, 1 im Cinestar.

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Saturday, 9. January 2010

Now showing in 70mm

Das neue Jahr fängt in vielerlei Hinsicht gut an. Über Thomas Hauerslevs Seite in70mm.com bin ich über die in der »Schauburg« geplante Reihe »Action XXL - All Times Great Action Movies powered & supported by Hoepfner Brauerei Sundays @ 9 pm« gestolpert.

Los gehts am 31. Januar mit »Das dreckige Dutzend«, gefolgt von Klassikern wie »Aliens«, »Stirb Langsam« und »Jäger des verlorenen Schatzes«. Programm unter Now showing ...

Sonntags, 21 Uhr, »Schauburg« Karlsruhe

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Sunday, 11. October 2009

Todd-AO-Festivalbericht

Uff. Geschafft. 12 Kinofilme in 3 Tagen beim 5. Todd-AO-Festival in der Karlsruher »Schauburg«. Hier meine Eindrücke von den Filmen. Die Fotos die ich gemacht habe (auf Kleinbildfilm natürlich, worauf sonst?) kann man für eine große Version anklicken.

Ben Rumson (Lee Marvin): »Ich dachte du trinkst nicht?«
Partner (Clint Eastwood): »Nein, aber ich werde mich bessern.«

»Paint your wagon« zeigt eines der detailverliebtesten Filmgoldgräber-Camps, einen erstaunlich gut singenden Clint Eastwood (gute Intonation und Vibrato!) und einen umwerfenden Lee Marvin in seiner Rolle als verschrobenem Kauz. Jean Sebergs Gesang wurde in der Originalfassung »gedoubelt«, der deutsche Verleih hat diese Stücke gleich ganz weggelassen und den Film um rund 15 Minuten gekürzt. Ein netter kurzweiliger Festivaleinstieg mit einigen wirklich sehr komischen Dialogen.

Bei »Krakatoa - East of Java« ist sogar der Titel falsch, weil die Insel westlich von Java lag. Dazu waren viele Tricksequenzen schon gedreht, ehe es ein Drehbuch gab. Wie diese Tricks einen Oscar bekommen konnten (»sieht ja aus wie Augsburger Puppenkiste«), bleibt das Geheinmis des Preiskomittes. Das Bild dieses in Todd-AO gedrehten Werks war unglaublich scharf und vermittelte eine Ahnung davon, was mit diesem Verfahren möglich ist.

»Erster Sieg« – in erst einmal gewöhnungsbedürftigem Schwarzweiß – ist da ein ganz anderes Kaliber. Gute Schauspieler, Regie, Kamera und Musik – was will man mehr (vielleicht eine weniger düstere Story; geht bei der Thematik aber schlecht).

Viel charmanter und heiterer der Ausklang des ersten Festivaltags: »Faubourg 36«. Pierre Richard habe ich nicht erkannt (dabei war er als »Großer Blonder« ein Star der Kindertage), erst mit dem Abspann kam das Aha-Erlebnis.

Monsieur Faillot und die Übersetzerin

Dank des anwesenden Monsieurs Faillot (der die gekrümmte Leinwand der »Schauburg« mag) vom Arane-Kopierwerk und der Einführung von Wolfram Hannemann (die es zu jedem Film in deutschem und englischem Schwäbisch gab, Dankeschön!) konnte das Publikum viele Hintergundinfos erhalten, die ich Stunden später zu Hause in Stichpunkten notiert habe.

M. Faillot, Übersetzerin, Vorführer Vincent Koch

Gedreht wurde auf 35mm Kodak 500 ASA Film. Im Kopierwerk machte jemand eine flapsige Bemerkung, dass die Tanzszenen eigentlich gutes Material für 70mm seien. Eine probeweise so hergestellte Szene gefiehl dem Regisseur so gut, dass er eine komplette 70mm Kopie in Auftrag gab.

Dieses Unikat wurde in Karlsruhe mit DTS-Ton vorgeführt. Die Untertitel waren in Fleißarbeit von Vincent Koch erstellt worden und wurden per Digitalprojektor dazu projeziert.

M. Faillot

Wenn ich es richtig im Kopf behalten habe, lief die Kopieerstellung in folgenden Schritten: das Kameranegativ wurde mit 4k gescannt, die Bearbeitung erfolgte digital, das Ergebnis wurde auf 35mm-Material ausgegeben und davon dann ein 70mm Blow-Up erstellt. Die Kosten für die 70mm-Kopie beliefen sich auf ca. 6.000 EUR für den DTS-Ton und ca. 14.000 EUR für die 70mm-Kopie. Eine direkte Ausgabe des Digitalmaterials auf 70mm wäre nicht finanzierbar gewesen.

M. Faillot war der Meinung, dass eine Aufnahme auf 65mm-Filmmaterial und anschließende Vorführung mit 70mm im Kino immer noch die bestmögliche Qualität ergeben würde.

Nachdem wir uns am reichhaltigen Frühstücksbuffet gestärkt hatten, ging es am Samstag weiter mit »Julius Caesar«. Marlon Brando, James Mason und Co. klangen vielversprechend; irritierend allerdings, dass es eine Verfilmung des Shakespeare-Stücks sei und für die Synchronisation der deutsche Text davon verwendet wurde, den einige vielleicht noch aus den gelben Reclam-Heftchen kennen. Meine Befürchtungen trafen dann auch voll ein: abgefilmtes Theater, ewige Monologe, wenig Dekoration, seltsam steife Massenszenen, mit Gewalt eingefügte unpassende kurze Schlachtszenen. Nö, das ist nicht mein Fall. Ich liebe Shakespeares Komödien, aber bitte im Theater, nicht im Kino.

Philipps DP70

Weiter gings mit Edeltrash: »Salomon und die Königin von Saba«, ein eigentlich teurer Film, der sich als Machwerk mit dürftigem Drehbuch und schlecht spielenden Schauspielern (»hat man Yul Brunner Botox gespritzt? Verzieht ja keine Miene«) in Pappkulissen erweist. Eindrucksvoll ist nur, dass man mit so viel guten Zutaten einen so bescheidenen Film machen kann. O Herr.

Danach kam Gott sei Dank »Dersu Uzala«, für mich eines der Highlights des Festivals. Altmeister Akiro Kurosawa hat in den Weiten der Taiga einen unglaublichen Film produziert. Allein die Szene, in der die beiden Hauptpersonen sich verirren und bei Sturm und einbrechender Dunkelheit gegen die Naturgewalten um ihr Leben kämpfen ist spannender als die beiden vorher gesehenen Filme zusammen. Großartige Bilder und Mitwirkende, die ihre Rollen nicht spielen sondern zu leben scheinen. Ganz großes Kino. Wer sich selbst ein Bild machen möchte: eine weitere Vorführung ist für Sonntag, den 8. November 2009 um 15 Uhr geplant.

DP70 Detail

Nach dem Abendessen ein weiteres Highlight: eine neue Kopie des Films »Flying Clipper« die das amerikanische Fotokem-Labor im Auftrag des Bundesfilmarchivs für die Berlinale 2009 erstellt hat. Auf weiten Strecken sieht der Film aus wie neu; bei einigen Szene in praller Sonne sind die Gesichter unter den weißen Käppis der Matrosen fast nicht zu erkennen. Während einige Experten die Ansicht vertraten, dass die Kopie nicht optimal erstellt worden sei meinte der anwesende Kamermann des Films Heinz Hölscher, dass das an der Aufnahmesituation liegen würde (ein (!) 2kw Schweinwerfer, sonst nur available light). Der Film selbst hat mich nicht vom Hocker gerissen; Reiseberichte sind nicht mein Ding.

Philipps DP70

Am Sonntag gings los mit »That's Entertainment«, einer Zusammenstellung von großartigen Showszenen aus MGM-Musicals von Anfang an bis Ende der 50er (?) Jahre. Dazwischen erzählen Stars wie Fred Astaire, Gene Kelley und Elisabeth Taylor aus ihrer Zeit bei MGM. Besonders beeindruckend fand ich Clark Gable als Sänger; June Allyson; die Kinderstars Mickey Rooney und Judy Garland in ihren sogenannten Hinterhofmusicals; Gene Kelly, der all seine Stunts selbst machte; Fred Astaire, der völlig ohne CGI an Wänden und Decke steppte (und überhaupt viele Szenen in endlos langen Takes durchtanzte); unglaublich auch Donald O'Connor mit seiner Nummer »Make 'Em Laugh« im Film »Singing in the rain«. Ebenfalls bombastisch inszeniert die Wasserballettfilme mit Esther Williams usw.

»Im Reißwolf der Brutalität!«

Einziges Manko ist das etwas lieblos zusammengestellte Formatchaos, auch würde man sich längere Szenen wünschen. Anscheinend hat man da schnell etwas hauptsächlich fürs Fernsehen zusammengschnibbelt.

Danach kam der Film, über dessen Werbeslogan »Im Reißwolf der Brutalität« (Plakatfoto anklicken, rechts oben) wir uns schon das ganze Wochenende lustig gemacht hatten: »Die Verfluchten der Pampas«. Der Film war gar nicht schlecht. Ich musste mich zwar erst ein wenig daran gewöhnen, dass Robert Taylor weder Schwert noch Schild dabeihatte, aber am Ende gab es doch noch einen Fechtkampf. Kein großartiger Film, aber nette Unterhaltung.

Dieter Gäbler

Dieter Gäbler, der als Kameraassistent dabei war, erzählte uns von den Dreharbeiten, die in der nähe von Madrid stattfanden und sehr staubig waren. Ich fand es sehr interessant zuzuhören, auch wenn mir keine Fragen eingefallen sind ;-). Die kommen meistens erst hinterher. Beim Zusammenstellen dieses Beitrags habe ich z. B. erst bemerkt, dass Heinz Hölscher unter anderem bei Karl-May-Filmen mitgearbeitet hat. Nächstes Jahr bin ich besser vorbereitet!

»Der Untergang des römischen Reiches« hat auch seine Produktionsfirma mit in den Abgrund gerissen, weil er kein Kassenerfolg war.

Der Untergang des römischen Reiches

Der Film hat großartige Szenen und Bilder, gute Schauspieler, allen voran Christopher Plummer als Bösewicht, Alec Guiness, James Mason und Sophia Loren, allerdings ist die Story einfach zu langatmig. Und über die Musik, bei der Dimitri Tiomkin sich so viel Mühe gemacht hat, wollen wir den Mantel des Schweigens hüllen. Immerhin hält der Film immer noch den Rekord für das größte jemals gebaute Außenset. Und das sieht man auch. Da kann man die computergenerierten Bilder von »Gladiator« vergessen.

Experten im Gespräch

Zum Ausklang des Festivals ein netter kleiner Musicalfilm: »Funny Girl« mit Barbra Streisand und Omar Sharif. Wie viele Filme des Festivals hatte ich auch diesen vorher noch nie gesehen und ich war begeistert. Gute Schauspieler, tolle Shownummern und Kostüme (Schade dass es keine Lieder von Richard Rodgers waren), gute Story – neben »Dersu Uzala« mein Festivalfavorit. Und mutig von Omar Sharif, dass er selbst gesungen hat.

versammelte Fachleute

So, falls jemand diesen Artikel tatsächlich bis hierher gelesen hat, bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit. Außerdem vielen Dank an das Team von der Schauburg, das diese alten Filme wirklich optimal präsentiert hat. Außerdem möchte ich Thomas Hauerslev für seine ausgezeichnete Website in70mm.com danken, die natürlich auch einen umfangreichen Bericht mit vielen Fotos und den Einführungstexten vom 5. Todd-AO-Festival in Karlsruhe bietet.

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Monday, 7. September 2009

Inglourious Basterds

Oberst Landa: [giddy] »That's a bingo!«
Lt. Raine: [Lt. Aldo and PFC. Utivich stare at him in confusion]
Oberst Landa: »Is that the way you say it: That's a bingo?«
Lt. Raine: »You just say bingo.«
Oberst Landa: »Ahhh! BINGO! What fun! But, I digress. Where were we?«

»Inglourious Basterds« (USA / Deutschland 2009)
Buch und Regie: Quentin Tarantino, Kamera: Robert Richardson, Schnitt: Sally Menke, Szenenbild: David Wasco, Stunt Double Laurent und Kruger: Zoë Bell, German Translation quality assurance: Tom Tykwer
Darsteller: Christoph Waltz (Oberst Hans Landa), Mélanie Laurent (Shosanna Dreyfus), Brad Pitt (Lt. Aldo Raine), Daniel Brühl (Fredrick Zoller), Diane Kruger (Bridget von Hammersmark), Michael Fassbender (Lt. Archie Hicox), Til Schweiger (Hugo Stiglitz)

»Inglourious Basterds« erzählt in scheinbar lose zusammenhängenden Kapiteln Geschichten aus dem von Nazis besetzten Frankreich. Im ersten Kapitel unterhält sich der SS-Oberst Landa (Christoph Walz) mit einem Milchbauern (Denis Menochet), im zweiten werden die sogenannten »Basterds« – eine amerikanische Truppe unter Leitung von Lt. Aldo »the Apache« Raine (Brad Pitt) – vorgestellt, die hinter den feindlichen Linien brutal und erfolgreich Angst und Schrecken verbreiten, im dritten Kapitel wird gezeigt, wie ein deutscher Kriegsheld (Daniel Brühl) eine französische Kinobesitzerin (Mélanie Laurent) umwirbt, danach geht es weiter mit der Operation »Kino« …

Filme von Quentin Tarantino sind immer sehr ... speziell. Man mag sie oder kann sie nicht ausstehen – ich bin ein Fan. Deswegen ist die folgende Lobeshymne mit Vorsicht zu genießen. ;-)

Die Trailer ließen ja einen tumben Gemetzelfilm vermuten. Weit gefehlt. Tarantino hat einen dialoglastigen Film mit vielen kammerspielartigen langen Szenen gedreht, die von kurzen aber um so heftigeren Gewaltausbrüchen unterbrochen werden. Die Bilder sind unbeschreiblich gut gelungen, Kameraführung, Beleuchtung, Bühnenbild und Requisite sind erstklassig. So stelle ich mir großes Kino vor.

Dazu exzellente Darsteller, die man gar nicht alle nennen kann. Erwähnen möchte ich den mir bisher unbekannten Christoph Walz, der einen Bösewicht spielt, wie man ihn so furchterregend lange nicht mehr gesehen hat, Mélanie Laurent, die so gut spielt wie sie aussieht, Daniel Brühl, der nicht nur charmant, sondern auch überraschend brutal aufspielt, Denis Menochet als wortkargen Bauern, Till Schweiger, Diane Kruger ... ein wunderbares Ensemble bis in die kleinsten Nebenrollen. So wird z. B. in einer Szene am Schluß die Stimme am anderen Ende einer Funkverbindung von keinem geringeren als Harvey Keitel gesprochen.

Überhaupt, die Sprache. Den Film *MUSS* man im Originalton hören, alles andere hat keinen Sinn. Tarantino hat es geschafft, alle Rollen mit Schauspielern der entsprechenden Nationalität zu besetzen und sprechen zu lassen. Und in wenigstens zwei Szenen funktioniert die Handlung nur durch die verschiedenen Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch), weil z. B. Oberst Landa erst auf französisch und später auf englisch spricht (Christoph Waltz ist da ein Phänomen; er spricht all diese vier Sprachen fließend). Optimal war die in der »Schauburg« gezeigte Fassung mit deutschen Untertiteln. Die braucht man auch; Brad Pitt nuschelt fast so unverstänlich wie Marlon Brando. Sein Italienisch dagegen ist ... göttlich.

Da der Film hauptsächlich in Berlin gedreht wurde, sieht man viele bekannte Gesichter im Hintergrund, z. B. Christian Berkel als Kneipenwirt oder Bela B. von den »Ärzten«. Überraschende Erfahrung.

Ebenfalls überrascht war ich zu Hause, als ich bei Recherchen zur verwendeten Musik über »Green Leaves of Summer« gestolpert bin, das ich eigentlich aus der Vorführung von »The Alamo« kennen sollte. Wenn man den Gerüchten glauben schenken darf, wollte Tarantino ursprünglich Altmeister Ennio Morricone für den Soundtrack verpflichten, was nicht geklappt hat. So blieb es – wie bei Tarantino üblich – beim (gelungenen) Recycling von Filmmusikklassikern.

Der Film hat – kein Wunder bei 154 Minuten – einige wenige Längen; allerdings wüßte ich nicht, was man weg lassen sollte. Bei den Gewaltszenen hätte ich mir etwas weniger gewünscht; z. B. Skalpieren möchte ich nicht so detailliert sehen müssen. Und Lee Marvin (der mit seiner Rolle aus »Das dreckige Dutzend« als Vorlage diente) anstelle von Brad Pitt wäre göttlich gewesen.

Fazit: ein genial gemachter beeindruckender Film nicht für jedermann, unbedingt im Originalton anzusehen.

Fünf von fünf Sternen.

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Monday, 31. August 2009

Veranstaltungshinweis: Manche mögen's heiß

Morgen, Dienstag den 1. September 2009 im Open Air Kino am Schloß Gottesaue, Karlsruhe.

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Monday, 17. August 2009

G.I. Joe

Comicverfilmungen sind ja schwer in Mode; neuerdings werden (siehe Transformers) auch Filme um Spielzeug bzw. Actionfiguren herumgebaut. Mal sehen, wie die Hollywood-Firmen das noch toppen wollen. Nachdem mir der Trailer für »G.I. Joe« gefallen hatte, bin ich in Erwartung von viel hirnlosem, CGI-lastigen unterhaltsamen Krachbum ins nächste Multiplex gefahren.

Entgegen meiner Erwartung hat der Film ein ordentliches Drehbuch mit wenigen Plotholes. Man macht sich Mühe, einigen der Hauptfiguren mit Rückblenden Hintergrund und Tiefe zu verleihen und berücksichtigt sogar die Schriftstellerregel, dass eine im 2. Akt auf dem Kaminsims liegende gezeigte Pistole spätestens im 5. Akt benutzt werden muss. Gute One-Liner für die liebevoll gezeichneten Sidekicks, dazu ein James-Bond-würdiges Finale. Überraschend.

Die schauspielerischen Leistungen sind erwartungsgemäß nicht so doll (wenn Dennis Quaid sich nicht so zurückhalten würde, könnte er alle an die Wand spielen), dafür sind die Effekte die besten, die ich seit langem gesehen habe. Natürlich ist das Ende so angelegt, dass eine Fortsetzung fast zwingend erforderlich ist.

Gutes Popcorn-Kino mit einem nicht üblen Drehbuch und bombastischen Effekten.

Vier von fünf Sternen.

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