Wednesday, 9. December 2009

Wir speichern nicht

Im Artikel Speichern? Nein Danke. hatte ich neulich aufgezählt, welche Maßnahmen ich ergriffen habe, um den Datenanfall beim Besuchen und Kommentieren in meinem Blog so gering wie möglich zu halten. Zusätzlich habe ich bei Kommentaren das Feld »E-Mail-Adresse« zur freiwilligen Angabe gemacht. Das alles hat sich bei der Spambekämpfung bisher nicht nachteilig bemerkbar gemacht – mein Blog ist zu unbekannt! ;-).

Um wenigstens ein kleines Zeichen gegen Datensammelwut zu setzen, habe ich mich um das Siegel Wir speichern nicht bemüht. Das habe ich nach einigem Schriftverkehr per Mail als Nikolausgeschenk erhalten und in die Sidebar gepackt.

Dabei habe ich gelernt, dass das Siegel auch nicht mehr als ein Zeichen, bzw. eine Gesinnungserklärung ist: die Leute vom AK Vorrat können zwar prüfen, ob Google-Analytics oder ähnlicher Kram läuft, aber sie haben keinen Zugriff auf meine Serverlogs oder Konfigurationsdateien; da müssen sie meinen Aussagen zur Konfiguration Glauben schenken.

Generell sollte man keinem Siegel blind vertrauen: man weiß nicht was geprüft wurde und auch nicht, was seit der Prüfung geändert wurde (ihr erinnert euch vielleicht an den unsicheren Online-Marktplatz mit TÜV-Siegel?).

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Saturday, 28. November 2009

Stopp!

Eigentlich erwarte ich von den Damen und Herren in Berlin nicht viel. Die Kanzlerin sagte selbst: »Ich ahne, wovon ich spreche«, Minister werden bei Bedarf einfach in ein völlig fremdes Ressort versetzt, neue Familienministerin wird eine ledige kinderlose Frau (ok, das ist polemisch), Gesetze werden aus Wahlkampfgründen gemacht ...

Die Meldung, dass unser Bundespräsident Herr Köhler erst einmal zusätzliche Informationen zum Zugangserschwerungsgesetz ((kurz ZugErschwG) angefordert hat, statt einfach zu unterschreiben, läßt ein wenig hoffen.

Quelle: Reuters

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Wednesday, 11. November 2009

Was wurde aus der Abmahngeschichte?

Unter dem Titel Zitat? Nein Danke hatte ich kurz auf einen Abmahnfall hingewiesen, bei dem ein Blogger für ein etwas umfangreich ausgefallenes Zitat eines Zeit-Online-Artikels 1.200 Euro Strafe zuzüglich 955 EUR Anwaltsgebühren zahlen sollte. Ich habs jetzt geprüft: der Originalartikel (der angeblich mit 80 (!) Euro bezahlt wurde) besteht aus etwa 793 Worten, davon wurden 256 (=32%) zititiert.

Wie es für den Blogger ausging weiß ich nicht. Für die abmahnende Seite hat der berüchtigte Streisand-Effekt mit Wucht zugeschlagen. Eine Menge Blogger haben sich mit dem Fall befasst und erstaunliche Dinge zu Tage gefördert. Hier nur die Highlights:

Falls ich mitbekomme, wie die Geschichte für den Blog-Kollegen ausgeht, werde ich darüber berichten.

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Tuesday, 3. November 2009

Speichern? Nein Danke.

Mittlerweile kann man es ja schon nicht mehr hören. Hier ein Datenskandal, dort einer … Irgendwo habe ich mal gelesen, wie man einen wirklich einbruchssicheren Server schafft: man verwendet ein aktuelles, solides Betriebssystem (z. B. aus der BSD-Familie), gießt den Rechner in Beton ein und versenkt ihn ohne Netzwerkanschluss im Ozean.

Weil das nicht für jedermann praktikabel ist, sollte man generell so wenig Daten wie möglich preisgeben. Und möglichst wenig sammeln. Zeit, das im eigenen Blog umzusetzen.

Die Blogsoftware Serendipity speichert an verschiedenen Stellen IP-Adressen, unter anderem bei den Kommentaren. Das kann man zur Spambekämpfung nutzen, ist aber eher suboptimal. Dank dem schnellen Support im s9y-Forum habe ich eine Lösung von Garvin, die gut funktioniert: einfach in der Datei serendipity_config_local.inc.php folgenden Codeschnipsel einbauen, und schon wird anstelle der Besucher-IP überall nur noch 127.0.0.1 gespeichert:
$_SERVER['REMOTE_ADDR'] = '127.0.0.1';

Nun gibt es noch den Webserver, der fleißig sammelt. Bei meinem Provider all-inkl.com gibt es eine elegante Möglichkeit, das im KAS zu konfigurieren. Unter »Einstellungen / Accesslog« hat man die Auswahl zwischen »vollständiger IP«, »IP gekürzt«, »IP entfernt« (alle Adressen werden auf 0.0.0.0 gesetzt) oder »keine Logs«.

Auf der Website Wir speichern nicht! gibt es weitere Anleitungen für verschiedene CMS, Webserver etc.

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Friday, 30. October 2009

Zitat? Nein Danke.

Bei Spreeblick kann man nachlesen, wie es einem gehen kann, wenn man ein paar Absätze aus einem Blog der »Holzmedien« zitiert (wer ist das doch gleich, der immer vom Internet als rechtsfreiem Raum spricht?)

Gerade gestern habe ich selbst einen Artikel veröffentlicht, der nur aus Zitaten besteht; da macht man sich schon so seine Gedanken. Glücklicherweise ist das lange Zitat einem »richtigen « Blog entnommen. Links und Zitate auf Webseiten der echten Journalisten werde ich mir künftig lieber verkneifen.

Nachtrag: Die gute Dame kündigt an, pro E-Mail, die sie zu dieser Sache bekommt, vom abgemahnten Blogger Geld zu verlangen (bemerkt? weder ein Zitat noch ein Link!). Dazu fällt mir überhaupt nichts mehr ein. Kann mal endlich Johann Wolfshaut die Website dort abmahnen? Die verwenden eine Tatze als Favicon.

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Thursday, 22. October 2009

Glück gehabt

Na, da habe ich aber Glück gehabt: mein Blog u1amo01 ist kein rechtsfreier Raum. Kann ich beweisen. Mit Google.

Also kein Handlungsbedarf für die FDP, die sich ganz auf den Rest des Internets konzentrieren kann, um – laut Spiegel online – das Web durchzuregulieren.

Find' ich gut. Nachdem uns die Finanzkrise an den Rand des Ruins gebracht hat, erklärt die FDP die Internetregulierung zum »Superprojekt«. Damit kann man den Anschein von Entschlossenheit und Aktivität erwecken, während Ackermann & Co. in Ruhe und Frieden weitermachen können wie bisher.

Von anderen Problemen, die man sonst so hätte ganz zu schweigen. Wobei an denen ja sowieso die Vorgängerregierung Schuld ist. Deswegen steckt man deren Hinterlassenschaft in einen Schattenhaushalt. Vielleicht kann den ja dann ein Bad-Bank-Manager verwalten.

Wobei ich mir nicht sicher bin, ob nicht am Ende alles ein genialer Reklamecoup der Piratenpartei ist. Vielleicht ist die »Schnarre« heimlich Mitglied?

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Wednesday, 14. October 2009

Nur Theaterdonner

Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,
es ist begrüßenswert, dass Sie zugeben, dass die – salopp gesprochen – Stoppschilder im Internet nie dem Kindeswohl dienen sollten, sondern dem Stimmenfang.

Wenn Sie sich jetzt noch dazu durchringen könnten, diese dumme Floskel vom Internet als rechtsfreiem Raum (man kann selbst wegen der Verwendung von Brötchenfotos abgemahnt werden) fallenzulassen, könnte man fast an den Einzug der Vernunft in die Politik glauben.

[...] Das Internet könne kein rechtsfreier Raum sein.

Der Minister gab handwerkliche Fehler beim sogenannten Zugangserschwerungsgesetz für Stoppschilder im Internet zu. Das Gesetz zum Schutz vor Kinderpornografie sei im Endspurt des Wahlkampfes auch deshalb entstanden, um die CDU gegenüber anderen Parteien abzusetzen.[...]

Quelle: Zeit.de, dpa-Meldung

via Fefe, der es etwas drastischer formuliert hat.

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Wednesday, 30. September 2009

Zurück in die Zukunft

Deja vu. Die im Fernsehen präsentierten neuen Experten der FTP FDP sehen aus wie die alten, die bereits zu Helmut Kohls Zeiten im Dienst waren. Da kann man nur sagen, zurück in die Zukunft.

A propos Zukunft: über unsere Glaskugel konnten wir einen Blogbeitrag des Pantoffelpunks aus dem Jahre 2017 (kurz vor der Bundestagswahl) ausfindig machen. Hier für jedermann der Link zu diesem Tatsachenbericht.

Wer seine Internetanbindung fit für die Zukunft machen möchte, findet bei der German Privacy Foundation ausführliche Infos, z. B. wie man unzensierte DNS-Server so einrichtet, dass sie auch über andere Ports funktionieren (via Burks' Blog).

Einige Hinweise für über Kabelmodem angeschlossene User hatte ich im Artikel Wie man mit Debian den FoeBuD-DNS-Server benutzt gegeben.

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Friday, 17. July 2009

Wer braucht schon www?

Aus dem Artikel DNS-Erfinder Paul Mockapetris implementiert die Internetzensur in Deutschland von ZDNet:

[...] Ebenso unproblematisch sieht Tumuluri [Vice President für Marketing bei Nominum] die unter anderem von Kabel Deutschland und T-Online bereits praktizierten DNS-Fälschungen bei Domain-Vertippern [...] Diese Technologie setze Nominum verantwortungsvoll ein. Man grenze sich dabei von Missbrauch ab, indem man nur DNS-Namen fälsche, die mit www. beginnen [...]

Nee, oder?

Ich *wußte*, es würde sich irgendwie rentieren, dass meine Homepage unter http://u1amo01.de/ und mein Blog unter http://blog.u1amo01.de/ zu erreichen ist.

Ganz ohne www.

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Sunday, 21. June 2009

Kurzbericht: Mahnwache in Karlsruhe am 20. Juni 2009

Trauer um Artikel 5 GG

Abgesehen von zwei Gewerkschaftsveranstaltungen war ich in 44 Jahren noch nie bei irgendeiner politischen Veranstaltung. Höchste Zeit, das zu ändern, wenn man sich ansieht, was die Herrschaften in Berlin so treiben.

Am Samstag war ich in Karlsruhe bei der Mahnwache »Löschen statt Sperren«. Da waren die unterschiedlichsten Leute von Piratenpartei, AK Vorrat, SPD und Grünen bis hin zu ein paar an den T-Shirts (»Waffen töten keine Menschen. Computerspiele schon«) zu erkennenden Gamern. Und in der Hauptsache ganz »normale« Netzbenutzer, die keiner dieser Gruppierungen angehören (zumindest noch nicht).

Mahnwache

Es war aber nicht so, dass alle nur mit Kerzen dasaßen. Da wurden Infoblätter verteilt und es wurde zum Teil lebhaft mit Passanten diskutiert und versucht, die Leute zu informieren.

Am Ende wurde der Sarg auf dem »Platz der Grundrechte« bestattet. (Verfassungsgericht wäre auch gut gewesen, aber dort gibt es die Bannmeile zu beachten)

Ich fand, das war eine sinnvolle Aktion. Natürlich weiß man nicht, was oder wieviel das bewirkt. Aber irgendwie muss man ja anfangen. Besser als wütende Twitter-Meldungen ist es allemal.

Trauerzug zum Platz der Grundrechte

Mittlerweile gibt es ein Video bei YouTube und viele Fotos bei z. B. Tom Geiger, cratoo.de und palc.de.

Die ultimative Linksammlung zum 20. Juni gibts unter Wir sind das Volk.

Politik ist eine Frage der Wählerinteressen
Das betrauerte Opfer
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Thursday, 18. June 2009

Servus, machts gut

Nicht still trauernd:

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Thursday, 14. May 2009

Wenn Satire zu gut ist

Ende Februar hatte ein kleiner Blogger einen Beitrag verfasst, der den Eindruck erweckte, als sei die gewählte Adresse vom BMI gesperrt worden. Viele haben gelacht und das Teil übernommen (Screenshot)

Mittlerweile hat die Obrigkeit über den Hoster diesen Kram vom Netz nehmen lassen (eigentlich hätte man die ja auch einfach auf die Sperrliste vom BKA setzen können?).

Ich zitiere aus der Stellungnahme des Hosters:

Die auf der betreffenden Domain bis zum 12.05.2009 einsehbare Webseite ahmte den Internetauftritt des Bundesministeriums des Innern nach. Die Art und Weise der Gestaltung der Webseite, insbesondere unter Verwendung des Logos des Ministeriums und des Bundesadlers, führten zu einer auf den ersten Blick für Besucher der betreffenden Webseite nicht zwangsläufig als Satire zu identifizierenden Darstellung. Daneben waren auch die Verlinkungen der Webseite so gestaltet, dass sie auf die Seiten des „echten“ Internetauftritts des Bundesministeriums des Innern verwiesen.

Die sich damit insgesamt ergebende Gefahr der Herkunftstäuschung muss die Bundesrepublik ebenso wenig hinnehmen wie jede andere Person. Aufgrund des damit einhergehenden offensichtlichen Rechtsverstoßes, der sich in diesem Fall insbesondere auch auf das mit Bußgeld bedrohte Verbot der Verwendung von Abzeichen des Bundes (§ 124 Abs. 1 Nr. 1 OWiG) stützt, waren wir als Provider nach Kenntniserlangung durch die schriftlich erfolgte Aufforderung des Bundesverwaltungsamtes gezwungen, den betreffenden Internetauftritt umgehend zu sperren und vorübergehend aus dem Netz zu nehmen.

Daraus lernen wir, dass Satire im Web unbedingt mit entsprechenden Warnhinweisen (siehe rechts) zu versehen ist. Bei Mikrowellengeräten macht man das ja auch (»Nicht zur Trocknung von Haustieren geeignet!«).

Vermutlich fällt auch die Fanclubseite für Frau von der Leyen unter diese Regelung. Arglose Blogger könnten denken, sie seien auf einer offiziellen Webseite der Ministerin.

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Friday, 8. May 2009

Vergebliche Liebesmüh

Don Dahlmann macht sich die Mühe, die ganze Zensurgeschichte auch für Politiker verständlich darzustellen (via Anke Gröner). Meiner Meinung nach vergebliche Liebesmüh.

Die Herrschaften haben Gutachten in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse *alle* aussagen, dass diese Aktion völliger Blödsinn ist. Trotzdem machen sie weiter, erklären alle Kritiker zu potentiellen Kinderschändern und die Gutachter zu Deppen, die keine Ahnung haben.

Argumente sind sinnlos. Und weil Mistgabeln etc. auch keine Lösung sind, hilft nur abwählen. So, und das soll das letzte Posting zu diesem Thema hier gewesen sein. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte, ohne zu platzen.

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Monday, 4. May 2009

Die bessere Zensur

Ich hoffe ja, das unsere Bundesregierung nicht im Blog des Fellow Passengers mitliest. Sonst würde sie lernen, dass es viel einfacher und unauffälliger geht, Inhalte vor den meisten Bürgern zu verbergen. Man sorgt einfach dafür, dass Google die Suchergebnisse manipuliert. Das scheint mir einfacher und viel effizienter als irgendwelches sinnloses DNS-Gefrickel. Allerdings macht das beim Wähler nicht so viel Eindruck, wie die Laien-Kampagne.

Weia.

Ach ja, ein Beispiel:
Suche nach BME bei google.de. Man beachte den dezenten Zensurhinweis bei der deutschen Ergebnisseite ganz unten. Eine Suche bei Google.com (mit Spracheinstellung »Englisch« im Browser!) liefert andere Ergebnisse.

Erläuterungen dazu liefert der englische Wikipedia-Artikel Censorship by Google

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Friday, 17. April 2009

Korrektur

Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen zu erfahren war, wurde das Stopp-Schild (diese Rechtschreibung – sieht furchtbar aus mit den zwei 't') bereits für die künftige Verwendung überarbeitet.

Mittlerweile gibt es auch ein Wiki gegen Zensur

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