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Google - immer wieder überraschend

Bei Google+ bin ich ja schon eine Weile. Weil Andreas Eschbach dort schreibt. Und Kristian Köhntopp.

In der Vergangenheit habe ich mein Google-Konto kaum verwendet. Als angehender Vielleicht-Android-Benutzer beschäftige ich mich seit ein paar Tagen damit und erlebe immer wieder Überraschungen.

Bei Google-Maps habe ich z. B. meine Adresse gespeichert - und bekomme unter der gleichen Anschrift meine Uraltwebseite kursax.de angezeigt.

Hä?

Erstaunlicherweise steht im Impressum eine andere, alte Adresse. Irgendwann hatte ich die Webseite bei einem Webverzeichnis meiner Stadt eingetragen mit der Adresse, die in Google-Maps angezeigt wird. Natürlich weiß Google angeblich (fast) alles; es so zu erleben ist dann doch noch einmal eine merkwürdige Erfahrung.

Wenn ich bei Google Contacts Telefonnummern eintrage, wird gesucht, ob es dazu einen Google+-Account gibt. Auch wenn der Benutzer dort seine Telefonnummer aus Datenschutzgründen nicht eingetragen hat - wenn ich sie eintippe, ist sie im System. Hmm.

Das war einer der Gründe, warum ich nach kurzer Zeit bei Facebook wieder ausgestiegen bin: wenn irgendwer ein Foto von mir hochgeladen hat und mit meinem Namen markierte, gab es eine Verbindung zu meinem Facebook-Account. Dieser Kontrollverlust war mir unangenehm.

Irgenwann kann man dem wohl nicht mehr entgehen, wenn man nicht auf viele Dienste verzichtet. Oder gleich zurück zum Briefpapier geht und die Finger vom Netz läßt.

... oder per Mail

Versicherungshotline will Vertragsänderung von mir für Frau nicht per Telefon entgegennehmen. Obwohl ich alle Vertragsdaten nennen kann und die Rechnung in der Hand habe. Ok. Könnte ja jeder anrufen. Auf meine Frage, ob wir das dann per Brief melden müssen, erhielt ich die Antwort, dass E-Mail auch ginge.

HÄ?

Im Handumdrehen Account namederfrau@freemailprovider eingerichtet. Mail an Versicherung geschickt. Gespanntes Abwarten.

Herr im Himmel.

Daten auslesen statt messen?

War seit langem wieder einmal mit einem Auto beim TÜV. Und bass erstaunt über die Abgasmessung. Anstelle des bekannten Schlauchs am Auspuff steckte der Prüfer ein fettes Kabel in die Bordelektronik. »Wir lesen die Abgaswerte direkt aus dem Steuergerät aus. Spart Arbeit.«

Im Scherz meinte ich, dass wohl künftig bei schlechten Werten im Auto ein Schild von der Decke fällt »TÜV abgelaufen«. Worauf er meinte, dass die Elektronik in dem Fall automatisch die Leistung drosseln würde.

Mal abgesehen davon, dass ich als leidgeprüfter Computerbenutzer immer messen würde, statt der Elektronik blind zu vertrauen bin ich gespannt, wann es die ersten Hackertools gibt, mit denen man die Abgaswerte manipulieren kann. Und wann es etwas für die Polizei gibt, mit dem man alle Geschwindigkeitsübertretungen der letzten Monate ausliest.

Überwachtes Netz

Buchcover Überwachtes Netz

Die große Koalition will die Vorrats­daten­speicherung wieder einführen?

Ach was.

Ich sehe das schon lange pessimistisch: wenn Daten vorhanden sind, werden die gesammelt. Und irgendwer – Behörden, Polizei, Finanzamt oder Werbebranche – wird diese Sammlungen über­raschend kreativ nutzen. Die letzte Bundes­tagswahl zeigt, dass das dem gemeinen Wähler egal ist; Hauptsache Facebook funktioniert.

Das ist aber kein Grund, sich damit abzufinden, im Gegenteil. Habe neulich eine (wenn auch bescheidene) Spende an die EFF (Electronic Frontier Foundation) gegeben und versuche, über Datenschutz und Sicherheit auf dem Laufenden zu bleiben.

Dazu hat Netzpolitik.org eine interessante Artikelsammlung heraus­ge­bracht: »Überwachtes Netz«. Enthalten sind Beiträge von Bruce Schneier (Kryptografie- und Sicherheitsexperte), Richard Stallmann (Gründer von GNU), Constanze Kurz (Sprecherin des Chaos Computer Clubs), Thomas Stadler (bloggender Rechtsanwalt), Peter Schaar (Datenschutz­beauftrag­ter), Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Edward Snowden und viele anderen. Erhätlich als ebook und demnächst auch als Taschenbuch.