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Du sollst Backups haben Folge 528

Bei der Kollegin weigert sich das Handy, seinen Akku laden zu lassen. Natürlich kann man den Akku nicht wechseln. Und natürlich hat sie eine Menge Fotos, Adressen und Nachrichten drauf, für die es kein Backup gibt. Hoffen wir mal, dass der Strom noch für eine Datensicherung reicht.

Anscheinend war es doch eine gute Idee, dass ich ein Google-Mobiltelefon verwende. Die Kontaktdaten liegen auf meinem Google-Account, die Hörbücher auf Audible. Und sobald das Ding im WLAN hängt, werden die Fotos auf meinen Google-Account hochgeladen.

Hat den Nachteil, dass nicht nur ich, sondern auch jede Menge 3-Buchstabenbehörden Zugriff drauf haben. Dafür hat auf die Fotos meiner Kollegin – wenn sie Pech hat – überhaupt niemand mehr Zugriff.

LARP

Seit Montag spiele ich eine Art 50er-Jahre-LARP: nur ein Raum im Haus ist beheizt (die Wohnküche, nicht das Bad), warmes Wasser gibts nur aus dem Wasserkocher. Im Rest des Hauses schwankt die Temperatur je nach Wetterlage zwischen 14 und 16 Grad. Eigentlich macht man sowas nur als Mittelalterdarsteller.

Hatte die Gasheizung ausgeschaltet, um Wasser nachzufüllen. Und beim Einschalten tat sich – nichts. Der sofort herbeigeeilte Installateur konnte nur den Tod der Elektronik feststellen und an den Werkskundendienst verweisen. Der hat das Teil am Dienstagmorgen bestellt und seitdem ist es unterwegs.

Die nächste Heizung kaufe ich bei Amazon Prime. Nicht von der Firma mit dem Hasen im Logo.

Samstagabend

Hat man ein gewisses Alter erreicht, beginnt man von der guten alten Zeit zu schwärmen. Als wir samstags auf die Wiese gegenüber vom Haus gingen, um mit den Nachbarjungs Fußball zu spielen. Irgendwer hatte da ein aus drei Balken zusammengezimmertes Tor aufgestellt. Zwei Jacken oder Pullover markierten das andere Tor.

Und wenn wir dreckig und verschwitzt heim kamen, ging es in die Badewanne. Wie jeden Samstag, während der Kuchen im Backofen in der Küche verheißungsvoll duftete. Danach durften wir eine Serie schauen, Raumschiff Enterprise, Daktari oder so etwas ähnliches und danach Wetten dass. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob eine der beiden Serien nicht sonntags lief. Das Gedächtnis im Alter, Sie wissen schon.

Ach ja, alles war gut. Es gab keine Probleme mit Datenschutz, Schulschluss war spätestens um eins, regiert wurden wir von Helmut Schmidt, es gab die Ölkrise, Terroristen bei Olympia, Terroristen die irgendwen entführt hatten ... äh. Nun. Vielleicht war nicht alles gut.

Eigentlich wollte ich nur ein Kuchenrezept notieren. Um wenigstens den Samstagabendduft wiederzuerwecken. Mein Kollege bringt ab und zu ins Büro Rührkuchen mit, den er mit einer Backmischung fabriziert hat. Schaue ich mir immer mit einer Mischung aus Faszination und Grauen an. Wozu um alles in der Welt braucht man eine BACKMISCHUNG für so etwas Simples wie einen Rührkuchen? Das bekomme sogar ich hin. Womit wir beim Rezept angekommen wären.

Erstmal die Zutaten zusammensuchen: 250 g Zucker, 250 g Butter, 250 g Mehl, 6 Eier, 125 g Haselnüsse, 2 Esslöffel Kakaopulver (nein, das ist kein Nesquick), 1 Teelöffel Zimt, 1 Tasse gekochter Kaffee, 1 Päckchen Backpulver. Nach Lust und Laune Puderzucker oder Schokoguss. Muss aber nicht sein.

Backofen auf 190 Grad Celsius einschalten.Butter, Zucker und Eier gut verrühren, dann Zimt, Kakaopulver und Haselnüsse dazugeben und verrühren. Kaffee, Mehl und Backpulver dazu, noch besser verrühren. Kuchenform einfetten, Teig einfüllen und bei 190 Grad etwa eine Stunde backen.

Systemwechsel 2: Backup

Bei einem Systemwechsel mache ich am liebsten alles platt. Sicher ist sicher. Also vorher mit grsync den Inhalt von /home auf eine externe Platte schaufeln. Mailkonteneinstellungen von Thunderbird notieren, im Firefox-Passwort-Manager gespeicherte Logins aufschreiben, Bookmarks sichern. Da ich nur noch IMAP-Mailkonten nutze, muss ich mich um ein Mailbackup nicht kümmern.

Nicht zu vergessen: die installierten Firefox-Plugins. Mindestens die hier.

  • Adblock Plus
  • Better Privacy
  • Ghostery
  • RefControl
  • Wörterbuch Deutsch (DE), neue Rechtschreibung

Außerdem kann es nie schaden, sich die Plattenpartitionierung anzuschauen. Seitdem ich Windings vom Schlepptop geworfen habe, gibt es je eine Partition für »/«, swap und home.

Und dann wird es ernst.