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Die Bahn streikt

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Wieder einmal im Internet suchen, welcher Zug wann fährt, Verspätungen, verpasste Anschlüsse – Bahnstreik. Mal abgesehen davon, dass auf dem Bahnsteig die Durchsage »Informieren Sie sich bitte über das Internet« für alle Nicht-SmartPhoniker wenig hilfreich ist, ärgert man sich über den erneuten Streik. Und vergisst dabei, dass es sich beim Streikrecht um ein hart erkämpftes Recht handelt.

Die Medien weisen immer gern darauf hin, dass die Gewerkschaft EVG größer als die Lokführergewerkschaft GDL sei. Was nie erwähnt wird: anscheinend sind vom fahrenden Bahnarbeitervolk mehr in der GDL als in der EVG. Und darum geht es: die Bahnleitung will mit der GDL nur über die Lokführer verhandeln, nicht über die ebenfalls in der GDL organisierte Mehrheit der Zugbegleiter, Bordgastronomen etc.

Ausführliche Informationen bei den Nachdenkseiten: »Gianis Weselsky? Ja geht´s noch?« und im älteren Artikel »Ich bin ein GDL-Versteher«.

Überwachtes Netz

Buchcover Überwachtes Netz

Die große Koalition will die Vorrats­daten­speicherung wieder einführen?

Ach was.

Ich sehe das schon lange pessimistisch: wenn Daten vorhanden sind, werden die gesammelt. Und irgendwer – Behörden, Polizei, Finanzamt oder Werbebranche – wird diese Sammlungen über­raschend kreativ nutzen. Die letzte Bundes­tagswahl zeigt, dass das dem gemeinen Wähler egal ist; Hauptsache Facebook funktioniert.

Das ist aber kein Grund, sich damit abzufinden, im Gegenteil. Habe neulich eine (wenn auch bescheidene) Spende an die EFF (Electronic Frontier Foundation) gegeben und versuche, über Datenschutz und Sicherheit auf dem Laufenden zu bleiben.

Dazu hat Netzpolitik.org eine interessante Artikelsammlung heraus­ge­bracht: »Überwachtes Netz«. Enthalten sind Beiträge von Bruce Schneier (Kryptografie- und Sicherheitsexperte), Richard Stallmann (Gründer von GNU), Constanze Kurz (Sprecherin des Chaos Computer Clubs), Thomas Stadler (bloggender Rechtsanwalt), Peter Schaar (Datenschutz­beauftrag­ter), Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Edward Snowden und viele anderen. Erhätlich als ebook und demnächst auch als Taschenbuch.

Hadmut Danisch klagt: Presserecht für Blogger?

Können auch Blogger Presserecht in Anspruch nehmen?

Es ist eine offene und bislang ungeklärte, aber auch umstrittene Rechtsfrage, ob auch ein Blogger Presserecht für sich in Anspruch nehmen, also Auskünfte von Behörden usw. einfordern kann. Es ist eine Frage, die viele Blogger und den ganzen Journalismus betrifft.

Ich habe dazu gerade vor dem Verwaltungsgericht Berlin Klage gegen die Humboldt-Universität erhoben, um genau diesen Punkt zu klären. Deshalb bitte ich in dieser Stelle alle Blogger, die sich dafür interessieren und Presserecht in Anspruch nehmen möchten, um etwas Unterstützung und Publizität.

Ganzen Artikel lesen auf Danisch.de

Bleib daheim

Eigentlich wäre das Material für Marks Blog Bleib daheim. Ich wollte ja schon immer mal New York sehen. Den Grand Canyon, New Orleans. Die Universal Studios. Disneyland. Hab ich noch nicht gemacht, weil ich nicht gerne fliege. Und weil so ein Trip nicht gerade billig ist.

Nach Lektüre dieser Berichte will ich da gar nicht mehr hin:

Schade eigentlich.

USA verweigern Ilja Trojanow die Einreise

Wie ich bei Herrn Stadler erfahre, verweigern die USA dem Schriftsteller Ilja Trojanow die Einreise ohne Angabe von Gründen.

Es wird spekuliert, ob dieses Verbot etwas mit einem offenen Brief an unsere Bundskanzlerin zu tun haben könnte. Darin wird eine »angemessene Reaktion auf die NSA-Affäre« gefordert. Ilja Trojanow gehört zu den Erstunterzeichnern.

Wenn die USA alle 70.000 Unterzeichner dieser Petition auf die schwarze Liste gesetzt haben sollten, muss ich mir keine Gedanken mehr um einen USA-Urlaub machen. Vielleicht hätte man nicht ausgerechnet eine amerikanische Plattform dafür verwenden sollen. Die URL http://www.change.org/nsa schreit ja nach Kontrolle durch die entsprechenden Dienste ...

PS: fast noch mehr erschüttert mich, dass Juli Zeh, Verfasserin der Petition und Trojanows Mitautorin des Buchs »Angriff auf die Freiheit«, diese Nachricht ausgerechnet über Facebook verbreitet.

Mittlerweile gibt es auch einen Bericht von Trojanow selbst bei der FAZ.