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Silence is golden

... but my eyes still see – The Tremeloes, 1964

In den Artikeln Verflixte Hardware? und Du sollst Datensicherung und Ersatzgerät haben klagte ich mein Leid mit den rätselhaften Bildausfällen meines PCs.

Weil die Fehlersuche erfolglos blieb, habe ich mir einen zusätzlichen PC unter den Tisch gestellt. Wegen der Audioaufnahmen und weil ich tagsüber schon genug Krach um mich herum habe, sollte es dieses Mal nicht nur ein leiser, sondern ein lautloser Rechner sein.

Beim Herumsuchen im Internet ist mir bei der Website von Deltatronic.de die Vorwahl der Servicerufnummer aufgefallen. Kurz ins Impressum geschaut und festgestellt, dass die Firma fast bei mir um die Ecke sitzt. Also eine Mail geschickt, ob man PCs auch abholen könne? Die Antwort in kürzester Zeit: Aber sicher :-)

Weil ich mit meinem Kompaktrechner in letzter Zeit nicht glücklich war, habe ich mich für ein konventionelles Desktopgehäuse entschieden. Bei Hardware habe ich mittlerweile keine Ahnung mehr, was man so braucht. Deshalb habe ich geschaut, was im alten Rechner an RAM und Festplatten verbaut ist. Und für den neuen PC das Doppelte bestellt. Also 16 GB RAM statt 8, 256 GB SSD-Systemplatte statt 120 GB und 2 TB »normale« Festplatte statt 1 TB. Beim Prozessor standen 4 zur Auswahl, ich hab auf gut Glück den zweitteuersten gewählt: ein Intel i5 6500 Skylake 4x3,2 GHz (bisher Intel Core i3-3220T 2.8GHz DualCore). Dazu ein DVD-Brenner mit Schublade statt Slot-In.

Das sollte doch eine Zeitlang reichen. Die Firma Deltatronics hat mit unfassbarer Geschwindigkeit reagiert: morgens bestellt, abends konnte ich das Gerät abholen. Noch dazu eine Stunde nach Ladenschluss. Super!

Ich hatte damit geliebäugelt, auf der Kiste Ubuntu Linux zu installieren. Die Lektüre von Michael Koflers Artikel Ubuntu 16.04 nach einem Monat und die klagenden Kommentare haben mich von dieser Idee abgebracht.

Logo Debian Jetzt ist Debian »Jessie« installiert und schnurrt wie ein Kätz... äh, eben nicht! Wenn nicht gerade eine CD rotiert, ist der PC tatsächlich unhörbar. Wenn es nicht die helle LED vorne gäbe (nicht Schlafzimmertauglich!), würde man gar nicht merken, dass das Ding läuft. Super.

Audacity in Verbindung mit meinem Interface Focusrite Scarlett 2i4 läuft problemlos. Aufnahmen, Abhören und Audioschnitt klappt.

Einziger Haken – wie oft bei Linux (seufz) – Sound funktioniert erst einmal nicht. Youtube-Videos bleiben stumm. Weder über HDMI noch über die Soundkarte ist etwas zu hören. Muss ich wohl die FAQs dazu von Debian und dem eng verwandten Ubuntu durcharbeiten. Ubuntu-Hilfetexte sind einfach verständlicher geschrieben.

Naja, Youtube ist sowieso so eine Zeitvernichtungsmaschine. Um das Problem kümmere ich mich später. Außerdem habe ich ja noch einen Zweit-PC. Und ein Smartphone ;-)

Schallplatten digitalisieren

Irgendwie™ kann man den Plattenspieler über den Verstärker mit dem PC verbinden. Mit der alten Kiste ging das, mit der neuen nicht. Weil ich keine Lust mehr auf nächtelanges Studieren von Forenratschlägen habe, bestellte ich mir das ART USB Phono Plus PS (Link zum Thomann-Versand). Das ist ein kleiner Phonovorverstärker mit USB-Ausgang.

Ausgepackt, Plattenspieler mit USB Phono Plus und PC verkabelt, Audacity gestartet, Interface ausgewählt – funktioniert. Und das mit Debian-Linux. Jay!

Die Stromversorgung über USB per Rechner funktioniert; seperates Netzteil wird nicht gebraucht (vielleicht am Laptop). Geerdet habe ich das Ding aus, ähm, Zeitgründen nicht. Funktioniert trotzdem ohne Brummen. Ob die Klangqualität HiFi-Fetischisten zufriedenstellen würde, kann ich nicht beurteilen. Für meine bescheidene Anlage reichts. Und das meiste brauche ich im mp3-Format. Da kann man sich Gedanken über die Wandlerqualitäten des Phonovorverstärkers schenken.

Ein wenig Zeit braucht man natürlich, um aus der Aufnahmedatei einzelne Tracks zu basteln. Da hilft Gizlog.de weiter. Anleitung: Schallplatten mit Audacity digitalisieren (importieren, schneiden, taggen, exportieren)

In Stichpunkten, falls die Seite irgendwann ins Web-Nirvana eingeht:

  1. Analyse/SilenceFinder
  2. Schnittmarken benennen (Track-Titel)
  3. Metadaten bearbeiten (Künstler, Plattentitel)
  4. mehrere Dateien exportieren (verlustarm als Flac oder mp3)

Drucker unter CUPS verwalten

GNU Weil ich vollkommen vergessen hatte, wie man unter Linux Ausdrucke sauber abbricht, habe ich einfach den Drucker ausgeschaltet.

Natürlich hat mir das die Kiste übel­ge­nom­men und danach nichts mehr gedruckt. Auch das IT-Crowd-Mantra »Have you tried turning it off and on again?« hat – wider Erwarten – nicht geholfen.

CUPS verwalten
CUPS über Browser verwalten

Aber es gibt ja Handbücher für alle Fälle. Richtige Männer™ lösen das Problem natürlich auf der Kommandozeile. Bequemer geht das (vor allem, wenn man es nur gelegentlich macht) über den Browser. Über http://localhost:631 kann man mehr an CUPS (Common Unix Printer System) verstellen, als man sich vorstellen kann. Unter anderem Druckjobs löschen und den Drucker gnädig stimmen ;-)

Mint update

Linux Mint Beim letzten großen Update der Linux Mint Debian Edition (LMDE) auf meinem Laptop scheint etwas schief gegangen zu sein. Der geliebte Mate-Desktop sieht plötzlich wie eine Kreuzung aus Mate und Gnome 2 aus, viele Anwendungen sind doppelt in den Menues, die Paketserver in Frankreich funktionieren nicht ... ein verwünschtes Chaos. Die Programme funktionieren alle, aber die Eleganz ist dahin. Die Unter­stüt­zung in Foren ist dürftig.

Debian GNU Linux Deshalb kommt auf den bestellten Desktoprechner ein Debian »Wheezy«. Wenn das gutgeht, stelle ich den Laptop auch um. Gäbe es »ParanoidLinux« aus Doctorows Buch »Little Brother« (--> PDF von Christian Wöhrl übersetzt, --> Hörbuch von Fabian Neidhardt), würde ich das installieren. Obwohl – wahrscheinlich wäre es so schwierig zu bedienen wie OpenBSD. Hab ich mal ausprobiert, aber nicht lang. Bei der Gelegenheit: demnächst gibt es eine Fortsetzung von »Little Brother«: »Homeland«. Auf Deutsch Ende September im Buchhandel.

MuseScore

»... und sie bieten die Partituren im XML-Format zum Bearbeiten an.«
»Prima. Kann meine Linux-Kiste nicht. Am besten fragst du jemanden mit einem Mac.«

Screenshot

Nach einer kurzen Suche festgestellt: kann man wohl unter Linux. Einfach das Programm MuseScore installieren. Und schon kann man Notendateien im XML-Format importieren und bearbeiten. Zum Beispiel trans­po­nie­ren und Einzelstimmen drucken.

Vermutlich nicht so komfortabel wie mit den Notensatzschlachtschiffen Finale oder Sibelius. Dafür kosten die ja auch entsprechend. Und sie laufen nicht unter Linux.

MuseScore steht unter GPL-Lizenz und läuft auf Windows, Mac und Linux.

Systemwechsel 4: die Nachwehen

Logo Linux Mint Debian Edition Christian hat versucht, auf seinen Rechnern Mint zu installieren. Seine Bericht Auch nicht alles Gold ist deprimierend. Anscheinend habe ich bei meiner LMDE-Installation Glück gehabt, dass mein Lenovo G550 so alt ist und alles auf Anhieb funktionierte.

Alles? Natürlich nicht. Hier die gesammelten Haken und Ösen, an denen ich hängengeblieben bin. Steht ja irgendwo bei Linux Mint über die Verwendung von LMDE: »Expect some rough edges«. Vielleicht wäre Linux Mint »normal« einfacher gewesen? Und kann ich wenigstens die Schuld für die LMDE-Entscheidung auf Julia Seeliger schieben?

Mail-Verschlüsselung

Logo GnuPG Enigmail über die Paketverwaltung installiert. Als notwendiges Paket muss Icedove (die Debian-Version von Thunderbird) mit installiert werden. Äh ... ja. Enigmail will aber nicht mit der vorhandenen Thunderbird-Version zusammenarbeiten.

Also Paket wieder gelöscht. Über Extras/AddOns in Thunderbird die empfohlene Enigmail-Version heruntergeladen und installiert. Enigmail findet gnupg nicht. Verflixt. Wo war das doch gleich? Heike Jurziks Handbuch »Debian« aus dem Regal gezogen: /usr/bin/gpg. Da kann ich ja lange nach gnupg suchen. Hmpf. Dann noch die alten Schlüssel importiert und fertig.

Wine

Logo Wine Wie gewohnt installiert – und Wine ist nirgends im Menü zu finden. Ne, oder? Zufällig mal in einer Shell "wine" getippt. Dort erscheint dann eine Anleitung mit einer Handvoll Shell-Befehlen, die Wine dann wirklich installieren. Das ist ja grausam gelöst.

Logo Papyrus Papyrus unter Wine findet keine Schriften. Außer Tahoma. Das ist die, die angeblich im installierten ttf-mscorefonts wegen Lizenzproblemen nicht dabei ist. Wrrr. Mal sehen, wie bzw. ob ich das gefixt bekomme. Mittlerweile verwende ich Papyrus fast nur noch wegen des enthaltenen exzellenten Duden-Korrektors. Gibts den auch für Linux? Schaun'wer mal.