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Fuji? Nikon? Leica?

Eigentlich hatte ich einen langen, zornigen Artikel zur dummen Urheberkampagne der Zeit zusammengehackt. Weil Rechtsanwalt Stadler bereits etwas viel besseres zum Thema verfasst hat, bleibt der erst einmal unveröffentlicht (sehr gut auch Wir sind – ohne mich). Statt dessen eine Kurzmeldung zur Fotohardware ;-)

Foto Seit ewigen Zeiten fotografiere ich auf Film. Erst mit Exakta und Minolta, seit ein paar Jahren mit Nikon. Zugegeben, ein paar Bilder habe ich mit einer geliehenen digitalen Canon Ixus gemacht und war von den Ergebnissen angenehm überrascht. Deshalb schleiche ich immer wieder um die entsprechenden Regale in den Geiz-Märkten. Klicke mich durch mehr oder weniger verständliche Kameramenues. Und kaufe nichts. Immer wenn ich diese winzigen Objektive sehe, muss ich an mein Nikkor 1.8/85mm denken. Große Öffnung. Viel Glas.

Andere Möglichkeit: eine digitale Spiegelreflex von Nikon, mit der sich meine Objektive nutzen lassen. Wobei mich die aktuellen Haßartikel des Stilpiraten davon wieder abhalten. Ich will fotografieren. Keine Kamera mit den selben Mätzchen wie ein Computer mit Bananensoftware.

Die Tage bin ich über Fotos und Berichte von der Fuji X 100 gestolpert. Die sieht traumhaft aus. Ken Rockwell schildert die Menues allerdings auch eher als Albtraum. Hmm. Gerade hatte ich angefangen, mich für das Teil zu begeistern. Anschauen geht nicht; gibt es hier in keinem Geschäft. Blind bestellen für diesen Preis will ich das Nobelteil aber auch nicht.

Großer Seufzer. Vielleicht sollte ich einfach beim Film bleiben. Und eine gebrauchte Leica M6 kaufen. Oder warum nicht gleich meinen heimlicher Traum, die MP? Irgendwann werde ich das Geld für ein Objektiv dazu schon zusammen bekommen ...

Dabei sollte man den folgenden Merksatz von Andreas Hurni nicht vergessen:

» Gute Bilder werden von guten Fotografen gemacht. Gute Fotografen können dies auch mit schlechten Kameras.
Schlechte Bilder werden von schlechten Fotografen gemacht, diese können das auch mit guten Kameras.«

Perlen im Netz: The Leica as teacher

Es gibt Ratschläge, die man liest, den Kopf wiegt und denkt: jawoll, so sollte man es eigentlich machen. Und macht es natürlich nicht.

Zum Beispiel der Rat vom Online Photographer, wie man ein besserer Fotograf wird: man kaufe eine nichtdigitale M-Leica (weil man die ohne Wertverlust weiterverkaufen kann), belichte damit ein Jahr lang jede Woche mindestens 2 Schwarzweißfilme, die man selbst entwickelt und Abzüge macht.

Nach dem Jahr hat man mit Sicherheit viel gelernt, und wenn man die Leica nicht liebgewonnen hat, kann man sie zu einem guten Preis verkaufen.

Guter Rat, macht aber keiner.

Keiner?

Thomas Sadewasser hat letzten Januar damit angefangen und berichtet darüber auf seinem Blog »Das Experiment: The Leica as teacher«, das ich mit Ehrfurcht und ein wenig Neid durchgesehen habe.