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Session am Dienstag

Seit langer Zeit war ich endlich wieder einmal bei einer Jam Session.

Für die Nichtmusiker: Jazzmusiker und solche, die sich dafür halte die es werden wollen treffen sich in einer Kneipe (wo sonst), irgendwer organisiert vorher eine Rhythmusgruppe (Bass, Klavier oder Gitarre, Schlagzeug) und dann spielt man Jazzstandards meist aus den Jahren von 1930 bis 1960. Idealerweise kennt man die Stücke auswendig, zum Schummeln gibt es sogenannte Fakebooks mit Noten und Akkorden.

Früher war ich Sonntags Stammgast im Cave (sprich »Kahf« mit breitestmöglichem kurpfälzer Akzent); seit ich bei der Blue note Sonntag abends probe, war ich nur noch selten dort. Seit Sommer 2009 wurde die Session, die jahrzehntelang jeden Sonntag stattfand, auf Dienstag verlegt und letzte Woche habe ich es endlich geschafft, mich mal wieder dazu aufzuraffen. Also Horn und für alle Fälle Fakebook geschnappt und los.

Dort einen netten Schwatz mit Peter Klinger gehalten, der die Session seit Ewigkeiten organisiert und leitet, dann runter ins Gewölbe, ausgepackt, angespielt – und das verdammte Ding streikt. Ausgerechnet. Alles geprüft, gewackelt, geguckt und nichts gefunden. Sakra. Nochmal von vorne. Waaa. Ich Depp hab meinen Saxophonständer im Trichter stecken lassen. Schallend gelacht. Alles ist gut.

Der Abend war ganz nett, mal abgesehen davon, dass der Laden längst nicht so voll war wie früher; auch bei den Musikern war der Andrang überschaubar: Bass, Schlagzeug, Klavier, Altsax, zwei Tenorsaxophonisten, ein Sänger.

Und es hat mich erschreckt, dass der Laden »vorübergehend« seit Juli 2009 Sonntags und Montags geschlossen hat. Wer weiß, wie lange das noch geht.

Und deshalb fahre ich heute gleich wieder hin. Ohne Saxophonständer.

Cave 54, Krämergasse 2, 69117 Heidelberg, ab 20:30 Uhr bis ca. 23:30 Uhr

Jazz Jam Session in Heidelberg und Mannheim

Update: seit Sommer 2009 findet die Session im Cave DIENSTAGS statt. Siehe auch Session am Dienstag.

Letzten Sonntag habe ich es seit langem wieder einmal geschafft, die Jam Session im Heidelberger Cave zu besuchen. Seit Jahren (Jahrzehnten?) schafft es Peter Klinger, für jeden Sonntag abend eine Rhythmusgruppe zu organisieren. Dieses Mal waren das Judith Goldbach am Kontrabaß, Fulghencio Medina am Schlagzeug und Axel Heim am Klavier.

Bei einer Jam Session kann jeder einsteigen, der Lust dazu hat. Als Gage gibt es üblicherweise freie Getränke. Und jede Menge Erfahrung. Schließlich spielt man meistens mit Leuten, die in dieser Besetzung nie zusammen spielen. Und Spaß macht es auch noch.

Die Session war gut besucht, neben der guten Rhythmusgruppe waren drei Trompeter da, Steffen Dix, Mike Williams (ein großartiger Showman; spielt auch gleichzeitig Trompete und Flügelhorn) und jemand von der Mannheimer Hochschule; den Namen habe ich leider vergessen. Nächstes Mal schreibe ich mir das gleich auf. Dazu drei Gitarristen (u. a. Thomas Krebs, Daniele Aprile), ein Sänger, ein paar Saxophonisten - ein vielseitiges Programm war garantiert.

Jam Session in der Feuerwache.
© Frank Schindelbeck

Am Montag war ich dann zum ersten Mal zum Konzert des Mannheim Jazz Orchestra (=Big Band der Hochschule) in die Feuerwache gegangen. Hat mich überrascht, dass das nur von ca. 20:15 bis kurz nach 21 Uhr ging. Dafür ist der Eintritt frei und man kann anschließend zum Cafe hinübergehen, in dem die IG Jazz Mannheim ihre Sessions veranstaltet.

Dort spielten Daniele Aprile - Gitarre, Dirik Schilgen - Schlagzeug und Uli Holz - Baß. Verwunderlich fand ich, dass keiner der Big-Band-Musiker bei der Session vorbeigeschaut hat. Dafür kamen später Rainer Pusch (ts), Judith Goldbach (b), Julia Banholzer (ts) und noch zwei Gitarristen vorbei. Johannes Schädlich hat auch kurz vorbeigeschaut, aber nicht gespielt.

Endlich habe ich es auch geschafft, dort Frank Schindelbeck persönlich zu treffen, den ich sonst nur per Internet kenne über seine Jazzpages, sein Jazzblog und seine Radiosendung "Jazzology". Zufälligerweise hatte er auch seine Kamera dabei, die Ergebnisse kann man sich im Beitrag Jazzsession IG-Jazz, Alte Feuerwache Mannheim ansehen (das betrifft die ersten 15 Fotos, ab dem Bild von Christian Eckert stammen die Aufnahmen von einer früheren Session).

Ein schöner Sonntag- und Montagabend.

Wer Lust bekommen hat, eine oder auch gleich beide Veranstaltungen zu besuchen, hier die genauen Angaben:

jeden Sonntag Dienstag, ca. 21:00 bis 23:30 Uhr
im Cave 54, Krämergasse 2, Heidelberg

Montags von 21:00 bis 0:30 Uhr
in der Cafe/Bar des Kulturzentrums Alte Feuerwache, Brückenstr. 2-4, Mannheim