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Kabel analog Adieu

Angekündigt war es schon eine Weile, per aufdringlichem Laufband am unteren Bildrand: Unitymedia (vormals KabelBW) schaltet nach und nach die Analogfernsehprogramme in ihrem Netz aus. Für Flachbildschirmbenutzer nicht der Rede wert; allerdings hatte ich immer noch den alten Orionfernseher in Betrieb. Irgendwann Anfang der Neunziger im Supermarkt gekauft, 54 cm Bildschirmdiagonale und Bildröhre. Die Arbeitskollegen meinten, ich solle ihn direkt ins Technikmuseum geben. Bah. Eine bessere Ökobilanz als mit so einer Laufzeit kann man mit Neugeräten gar nicht mehr erreichen.

Symbolbild

Aber Jammern nutzt nichts, wie ein anderer Kollege meinte. Also erst einmal den Platz unter der Dachschräge ausgemessen. Hm. Mehr als ein 40-Zöller passt da sowieso nicht hin. Mit gutem Willen vielleicht 43 Zoll. Sonst kann man das Giebelfenster nicht öffnen. Und ich lasse mir doch von einem blöden Fernseher nicht vorschreiben, dass ich das Zimmer irgendwie umgestalten müsse.

Dann mit besten Absichten zum Fachgeschäft im Nachbarort. Von wegen Service, Einrichtung und Beratung. Enttäuschenderweise standen da nur 4 Geräte im Regal, nur 2 in der passenden Größe. Die waren beide von der Bildqualität nicht überzeugend – lacht mich aus, aber ein gutes Röhrengerät hat eine verflixt gutes Bild.

Der dazugekommene Chef hat uns dann sein auf jeden Fall viel zu großes Monstergerät stolz vorgeführt: fast 2 Meter breit, bestimmt mehr als einen Meter hoch. Ich hatte schon Angst, dass die auflaufenden Fußballspieler im Geschäft zu kicken beginnen.

Was mich zur Frage nach den Inhalten brachte. Ist ja schön, wenn in UltraHD jeder Pickel zu sehen ist. Als Kinofan weiß ich aber, dass kaum Spielfilme in 4K-Auflösung (Full-HD) gedreht werden. Erstaunlicherweise weil man zu viele Details sieht (wer will schon Scarlett Johannsons Pickel sehen?) und weil die anfallenden Datenmengen beim Dreh eine Herausforderung darstellen. Noch dazu haben alle Kinos vor kurzem sündteure 2K-Digitalprojektoren angeschafft. Die wenigsten dürften die Rücklagen für den Umstieg auf 4K haben. Bei einem herkömmlichen Spielfilm sah das Bild auf diesem Monstergerät gar nicht mehr überzeugend aus. Und wir haben ja eh keinen Platz.

Also die Maße der 40- und 43-Zöller notiert, dankend gegangen und zum Märchenmarkt gefahren. War uns die Auswahl beim Krämer um die Ecke zu klein, herrscht dort unüberschaubarer Überfluss. Vier endlose Reihen Geräte. Oder waren es fünf? Nach ziellosem Herumirren kurz einen Sony Bravia angestaunt, als zu groß und viel zu teuer verworfen und unverrichteter Dinge zu den Kühlschränken weitergezogen. Dort ist die Auswahl nicht ganz so schlimm.

Es kam, wie es kommen musste: der Tag der Abschaltung nahte und es gab keine Lösung. Verzweifelt zog ich den Kauf eines Digitalreceivers in Erwägung, las mich durch Infos über DVB-S, DVB-T, DVB-T2 und DVB-C (für Kabelnutzer ist nur letzteres wichtig), um daran zu scheitern, dass unsere alte Kiste noch nicht einmal einen SCART-Anschluss hat.

Also in der Mittagspause das überschaubare Angebot des hiesigen Planetenmarkts durchstreift. Die riesigen neuen Dinger mit OLED zeigen schon ein tolles Vorführbild. Allein, zu teuer und wie schon angemerkt gibt es außer Fußball nicht viel Auswahl an hochaufgelösten Ausstrahlungen.

Bei den für unseren beschränkten Stellplatz passenden Geräten sind meine Blicke an einem noch kleineren Gerät hängengeblieben. Das Bild sah gut aus, allerdings nur 32 Zoll, nicht einmal Full-HD, nur »HD ready« (Werbesprech für 1366x768px) . Aber so what? Wenn das Bild nicht so groß ist, fallen die Auflösungsunterschiede gar nicht so sehr ins Gewicht. Im Blog sieht man bei Bildgröße 300x150 Pixel auch nicht, ob das mit einem Schrotthandy oder einer Vollformatsensorkamera aufgenommen wurde. Und unverschämt preiswert war das Ding auch.

Nach langem Hin- und Her dafür entschieden. Natürlich gab es auch nur noch dieses eine Gerät. Wenn Sie einen Typen in quietschgrüner Jacke mit einem in Luftpolsterfolie gewickelten Bildschirm unterm Arm in der Fußgängerzone gesehen haben: das war ich.

Daheim festgestellt, dass das Teil wie angegossen an seinen Platz passt. Das Bild erscheint im Vergleich mit dem Vorgänger gigantisch groß. Dann begann der Kampf mit den Tücken der Einrichtung. Als Senderquelle Unitymedia auswählen, anschließend Sendersuchlauf starten (neumodisches Zeugs!) und sich wundern, dass RTL HD und Konsorten nicht entschlüsselt werden. Gelernt, dass das tatsächlich eine Zusatzoption für lustige 5 Euro pro Monat(!) ist. Und gleich noch mehr gefreut, keinen Ultradingens gekauft zu haben.

Erst hielt ich mich für zu doof, die Sendersortierung zu ändern. Per Default liegen die verschlüsselten HD-Programme natürlich auf den ersten Programmplätzen. Dank Internet gelernt, dass man vor dem Suchlauf statt auf Unitymedia auf »Sonstige« klicken muss. Schwupps lassen sich nach erneutem Sendersuchlauf die Programme sortieren, wenn auch mühsam. Als ich erstaunt 29 Programme entdeckt und 1 Stunde lang sortiert hatte, gab es überhaupt kein Bild mehr. Panik. Have you tried turning it off and on again? Alles heruntergefahren, Stecker gezogen, auch beim Kabelmodem. Mehr als 40 Sekunden gewartet (hey, da war eh noch Zeugs in den Kühlschrank zu räumen), alles eingesteckt – nichts.

Mit einem ganz miesen Gefühl ins Bett gegangen. War sowieso längst Zeit. Am nächsten Morgen, hurra, funktioniert alles. Anscheinend genau ab Mitternacht ein TV-Ausfall im Kabelnetz. Hmpf.

Jetzt fehlt noch eine externe Festplatte zum Aufnehmen. Hab schon gelesen, dass maximal 2TB unterstützt werden mit NTFS oder Fat32, WD-Platten könnten angeblich (lösbare) Probleme machen. Hm. Ob ich das Ding tatsächlich ins LAN hänge? Bequeme Mediathekennutzung in wenigen Programmen und Youtube oder Datenschutz?

Schaun'wer mal.

PS: es ist ein Sony KDL 32 WD 605

Im Kino zu sehen: Der rote Korsar

Plakat Im Kinderzimmer hing da dieses Piratenplakat, direkt neben Gregory Peck als »Des Königs Admiral«: Burt Lancaster in seiner Paraderolle als »Der rote Korsar« (»The Crimson Pirate«, 1952).

Läuft im Rahmen des Technicolor-Festivals am Samstag, 27. Mai 2017 um 11 Uhr in der »Schauburg« in Karlsruhe.

Fun fact: Die Außenaufnahmen wurden im Golf von Neapel gedreht. Bei einer Szene kann man sogar ziemlich in der Bildmitte ein modernes Kreuzfahrtschiff sehen.

Western in der Schauburg, Karlsruhe

Die Reihe »Traumfabrik« in der Schauburg in Karlsruhe geht mittlerweile in die 13. Runde. Thema ist dieses Jahr »Western - Der Wilde Westen und wir«.

Foto

Für mich als altem Westernfan ein umwerfendes Programm. Natürlich habe ich fast alle schon gesehen, aber noch nie im Kino. Hurra!

Programm

  • 30.04.2017 »Stagecoach - Ringo« (1939), 35mm
    Blutjunger John Wayne in seiner ersten Hauptrolle. Die deutsche Synchronfassung enthält - wenn ich mich richtig erinnere - leider nicht die Originalfilmmusik. Sakrileg.
  • 07.05.2017 Laurel & Hardy »Zwei ritten nach Texas« (1937) (»Way Out West«), DCP
    Stan Laurel und Oliver Hardy sind einfach großartig!
  • 14.05.2017 »The Return of Frank James« (1940) (»Rache für Jesse James«), OmU DCP
    Henry Fonda in der Titelrolle
  • 21.05.2017 »Rio Bravo« (1959), 35mm
    John Wayne, Dean Martin, Ricky Nelson und Walter Brennan
  • 28.05.2017 »Die vier Söhne der Katie Elder (1965)«, 35mm
    John Wayne, Dean Martin, George Kennedy und Dennis Hopper
  • 04.06.2017 »The magnificient Seven« (1960) (»Die glorreichen Sieben«), OmU DCP
    DIE Westernmusik von Elmer Bernstein (Marlboro-Reklame ...), Yul Brunner, Steve McQueen, James Coburn, Charles Bronson, Brad Dexter, Horst Buchholz, Robert Vaughn und Eli Wallach
  • 11.06.2017 »Der Mann der Liberty Valance erschoß« (1962), 35mm
    James Stewart, John Wayne, Lee Marvin
  • 18.06.2017 »Il buono, il brutto, il cattivo« (1966) (»Zwei glorreiche Halunken«), OmU DCP
    Clint Eastwood, Lee van Cleef und Eli Wallach! Sergio Leone! Ennio Morricone!
  • 25.06.2017 »The Wild Bunch« (1969) in 70mm
    Unter Regie von Sam Peckinpah spielen William Holden und Ernest Borgnine
  • 02.07.2017 »Buffalo Bill and the Indians« (1976), OmU DCP
    Paul Newman als Buffalo Bill, Joel Grey, Harvey Keitel, Geraldine Chaplin
  • 09.07.2017 »Erbarmungslos« (»Unvorgiven«, 1992), 35mm
    Spätwestern mit Clint Eastwood, Gene Hackman und Morgan Freeman
  • 16.07.2017 »Dead Man« (1995), 35mm
    Film von Jim Jarmusch mit Johnny Depp
  • 23.07.2017 »The Hateful 8« (2015), OmU 70mm Roadshow
    Quentin Tarantino. Samuel L. Jackson. Kurt Russell. Walton Googins. Jennifer Jason Leigh.

Jeweils Sonntag 15 Uhr, vermutlich wie jedes Jahr mit Einführung und anschließendem Gespräch.

alle Angaben ohne Gewähr

Terminänderung: 70mm Todd-AO-Filmfestival Schauburg Karlsruhe 2017

Logo Filmfestival 2017

Üblicherweise immer um den 3. Oktober, dieses Jahr vorverlegt: das 13. 70mm-Event in der Schauburg Karlsruhe findet vom 22. bis 24. September 2017 statt.

Infos über die Vorjahre mit Filmprogramm, Kommentaren und vielen Fotos gibts bei Thomas Hauerslevs großartiger Seite in70mm.com

Möge die Macht mit dir sein

Entsetzt festgestellt, dass Frau nie Star Wars gesehen hat. Wobei ich die Teile 1 und 2 auch nie gesehen habe; lediglich die klassischen ersten 3 Teile und den 3. der neuen. Ja, verwirrend es ist. Die Numerierung ist ganz klar Yodas Werk!

Plakat

Habe nach Studium der Machete Order selbige ignorierend die klassischen 3 Teile und »Das Erwachen der Macht« in der Stadtbücherei ausgeliehen.

Die Klassiker haben haben wir jetzt durch. Haben mich in eine wehmütige Stimmung versetzt; hab einige Wikipedia-Artikel über die alten Filme und ihre Darsteller überflogen. Ach ja ... Erinnerungen. Das Kino von damals ist schon lange durch ein schlecht frequentiertes Einkaufszentrum ersetzt und auch sonst hat sich viel verändert. Trotzdem kommt es mir fast wie gestern vor. Fühle mich so alt wie Obi wan Kenobi.

An den neuen Teil von letztem Jahr habe ich mich noch nicht ran getraut. Und was ich über den gestern gestarteten Film gehört habe, verlockt auch nicht gerade zu einem Kinobesuch.

Lieber stöbere ich in den über 1000 Making-of-Fotos der alten Filme und lese (wie immer hat vermutlich Lucasfilm die Fotos löschen lassen. Grmpf) Michael Heilemans Artikel über Star Wars (das ist der Typ, der das frühere geniale Standard-Theme von WordPress gemacht hat).

Wie war der dumme Spruch des Tages: Star Wars ist einfach nicht mehr dasselbe, seit Spock tot ist ;-) (Imperial-March-pfeifend ab)

Verwünschtes Remakefieber

Zugegeben, den einen oder anderen Film davon werde ich vielleicht anschauen. Aber muss das wirklich sein?

»Ghostbusters« mit weiblichen Geisterjägern? Ahem. Noch ein Remake von »Ben-Hur«? Kann nur verlieren. »Die glorreichen Sieben«? Wir erinnern uns: im Original (das auch schon ein Remake eines Kurosawa-Films war) mit der unglaublichen Besetzungsriege Yul Brunner, Steve McQueen, James Coburn, Charles Bronson, Eli Wallach, Robert Vaugn, Brad Dexter und Horst Buchholz.

Am Unglaublichsten scheint mir die Neuverfilmung des Til-Schweiger-Films (!) »Honig im Kopf«. Die Rolle von Didi Hallervorden übernimmt ... Inspector Heller. Michael Douglas.

Das kann doch alles nicht wahr sein ...

Die Synchronsprecher der Stars

Tolle Sache: die Ausstellung Faces behind the voices bietet Portraits und Hörproben von 30 bekannten Synchronsprechern. Also die Stars sind bekannt, die Stimmen auch. Aber Namen und Gesichter? Fotografiert von Marco Justus Schöler.

Kostproben auf der Webseite Faces behind the voices, alle 30 Portraits sind on Tour auf großen Bahnhöfen zu erleben:

  • 04.05. - 12.05.2016 München Hauptbahnhof
  • 14.05. - 23.05.2016 Berlin Ostbahnhof
  • 01.06. - 13.06.2016 Lübeck Hauptbahnhof
  • 20.06. - 30.06.2016 Mannheim Hauptbahnhof
  • 05.07. - 13.07.2016 Frankfurt a.M. Hauptbahnhof
  • 18.07. - 28.07.2016 Kiel Hauptbahnhof
  • 30.07. - 08.08.2016 Bremen Hauptbahnhof
  • 11.08. - 21.08.2016 Braunschweig Hauptbahnhof

2017 soll es weitere Termine geben.

via Audible Hörbücher-Blog