Skip to content

Wanderer, kommst du nach Fischen

... dann sieh zu, dass du rechtzeitig im Gasthaus bist.

Foto

Seit letztem Maiwochenende haben Mindelheimer und Finderepasshütte geöffnet - da muss man das verlängerte erste Juniwochenende nutzen, um nach Fischen zu fahren und von dort aus die Bergwelt erkunden.

Bergstation Fellhorn
Bergstation Fellhorn
Das Frühstück im Hotel war ausgezeichnet. Und der Aufbruch deshalb später als geplant, was sich rächen sollte. Erst um 10 Uhr geht es mit der Gondelbahn hoch zum Fellhorn. Wegen der noch mangelhaften Kondition wollen wir mit der auch heruntergehen. Letzte Talfahrt 16 Uhr 15.

Fellhorngipfel
Fellhorngipfel
Im Gedränge der Touristen, die die Bahn an der Bergstation unermüdlich ausspuckt, gehen wir zunächst das Stückchen hoch zum Fellhorngipfel. Nach einem kurzen Rundblick laufen wir um halb elf gen Fiderepasshütte, dem heutigen Tagesziel.

Unterhalb der Hütte gilt es zu entscheiden: abbrechen, um die letzte Gondel zu erwischen oder weiter? Den Gipfel vor Augen kann ich kaum umdrehen, also hoch, wo Essen und vor allem das Bier lockt. Auch wenn sich der Rückweg dadurch drastisch verlängert. Der letzte Anstieg hat es in sich: In engen Kehren geht es steil bergauf, dazu noch über ein kleines Schneefeld.

Foto
Weg zur Fiderepasshütte
Umso mehr freut man sich, wenn man endlich die Hütte erreicht. Die Speisekarte hat mittlerweile einen unglaublichen Umfang. Und die Getränke! Hefeweizen, dunkles Weizen, Kristallweizen, alkoholfreies Weizen ... alles, was das Herz begehrt. Dazu noch ein Rudel Kellnerinnen, die die Köstlichkeiten im Handumdrehen herbeischleppen. Man kann kaum glauben, dass man sich auf 2070 Metern Höhe befindet. Der Akzent einer der Damen klingt angenehm vertraut. Beim Kassieren frage ich nach und erfahre, dass sie aus Landau stammt, in der Heimat gerade um die Ecke. Sachen gibts.

Foto
Schneefeld vor der Hütte
Fiderepasshütte
Fiderepasshütte
Foto
Blick von der Fiderepasshütte auf den Weg zur Mindelheimer Hütte. 3. Juni 2011

Beim Abstieg könnte man Richtung Talstation Fellhornbahn laufen. Oder ins Kleinwalstertal und von dort aus mit dem Bus nach Oberstdorf. Diese Variante scheint mir interessanter. Leider entpuppt sie sich als zu interessant. Weil wir noch an zwei Almen rasten, ist es halb sieben, als wir im Tal ankommen. Und der letzte Bus ist weg. Also weiterlaufen zur nächsten Haltestelle. Dort kommt kurz nach acht ein Bus. Allerdings fährt der nur bis Oberstdorf Bahnhof. Der Taxistand ist leer, wenigstens steht die Telefonnummer der Zentrale dort angeschrieben. Also das für Notfälle mitgeschleppte Mobiltelefon gezückt und kurz darauf werden wir zu unserem Auto gefahren.

Mit einem Mordshunger geht es müde aber gut gelaunt zurück nach Fischen. Noch schnell den Hotelschlüssel geholt und ab ins Stadtzentrum. Zur Abwechslung zur Pizzeria. Hmm, die schließt um 22 Uhr. Und mittlerweile ist es fast halb zehn. Die daneben liegende »Pfälzer Weinstube« (wer geht im Allgäu in eine »Pfälzer Weinstube«?!) hat bereits geschlossen.

Also weiter zur »Post«.

»Gibt es bei Ihnen noch etwas zu essen?«
»Nein. Die Küche ist schon sauber. Gehen sie doch zum Italiener.«
»Aber der schließt um 10!«
»Wir ja auch!«
»Oh Gott, ich glaub wir sind auf dem Land.«
»Falsch! Sie sind in Fischen. Ich frage mal den Koch, ob es noch Kleinigkeiten gibt.«

Schließlich bekommen wir die ab 21 Uhr (!) gültige Nachtkarte und sind vor dem Hungertod gerettet. Das Essen war ausgezeichnet. Freitagabend und ab 22 Uhr ist alles dicht.

Nebelhorn Bergstation
Nebelhorn Bergstation
Am nächsten mit reichlich Muskelkater gesegneten Tag fahren wir aufs Nebelhorn, essen ein Stück Kuchen, bewundern anwesende Rocker, die wiederum das Panorama bewundern und laufen ab der Mittelstation eine Runde hinunter Richtung See. Die kurz davor liegende Hütte hat natürlich noch nicht geöffnet. Also wird der mitgebrachte Proviant verspeist. Hätte noch besser geschmeckt, wenn die Trinkflaschen nicht leer gewesen wären.

Egal, es gibt ja Hütten. Also hoch zum Edmund-Probst-Haus, dort etwas getrunken und - dieses Mal pünktlich - mit der Gondel ins Tal. Nach einer ausgiebigen Ruhepause im Hotel fahren wir frohen Mutes und guter Hoffnung (es ist schließlich erst kurz nach 19 Uhr) zu einem Berggasthof bei Oberstdorf, den wir von früher kennen.

Ich mache noch Witze über die Nachtkarte ab 21 Uhr am Vorabend. Der Ober empfängt uns mit den Worten »Es gibt nur noch Getränke. Küche bis halb acht und es ist jetzt genau halb acht. Das nächste Mal früher.«

Ähm. Samstagabend? Tourismusregion?

Wenn die Bayern unser Geld nicht wollen, fahren wir eben nach Österreich. Hurra, in Rietzlern sind die Bürgersteige noch unten. Die Getränke kommen zügig, das Essen lässt auf sich warten. »Kann ich ihnen ein Glas Prosecco anbieten? Wir haben eine Gruppe von 17 Personen hereinbekommen, deswegen wird es ein wenig dauern.« Als das Essen nach eineinhalb Stunden kommt, ist der Spargel angebrannt (?). Dafür sind die Kartoffeln bissfest. Und das Fleisch wäre als Rumpsteak bleu perfekt. Weils Schweinemedaillons sind leider nicht.

Fazit: Die Berghütten bieten Beeindruckendes schnell, gut und verhältnismäßig (Seilbahntransport!) preiswert. Im Tal muss man möglichst um 18 Uhr am Trog stehen und kann sein blaues Wunder erleben. Das nächste Mal übernachten wir in einer Hütte.

Krumbacher Höhenweg

Zur Fiderepasshütte, 7.10.2006

Eigentlich wollte ich über die Wanderung einen ausführlichen Bericht verfassen. Bin bloß nie dazu gekommen. Weil viele Besucher über Google hier landen, habe ich die kurzen Beiträge und Fotos zusammengefasst.

Wir waren Samstagmorgens zu unchristlicher Zeit ins Kleinwalsertal gestartet. Dort sind wir mit der Kanzelwandbahn hochgefahren und bei schlechtem Wetter gemütlich zur Fiderepasshütte gelaufen, wo wir übernachtet haben.

Fiderepasshütte, 8.10.2006

In der Nacht war der Regen in Schnee übergegangen. Morgens war alles weiß - bei knallblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein.

Glücklicherweise war der Schnee bis nach dem Frühstück schon wieder geschmolzen, so dass wir ohne Probleme zur Mindelheimer Hütte weitergehen konnten.

Krumbacher Höhenweg zur Mindelheimer Hütte, 8.10.2006

Zur Technik: die Fotos habe ich mit einer Canon Ixus 750 gemacht. Eine Spiegelreflex mitzuschleppen war mir angesichts des Wetters am Samstag zu anstrengend. Am Sonntag hätte ich sie dann gern dabeigehabt. So ein Wetter hatte ich in den Alpen noch nie erlebt. Klare Sicht, keine Wolke am Himmel - Bilderbuchwetter.

Von der Fiderepasshütte sind wir bei bestem Wetter über den Krumbacher Höhenweg zur Mindelheimer Hütte gelaufen. Der Weg ist meistens harmloser, als es hier aussieht.

Mindelheimer Hütte, 8.10.2006

Sportlich ambitioniertere können den Weg über den Mindelheimer Klettersteig nehmen. (ACHTUNG: es gibt auf dem Mindelheimer Klettersteig immer wieder tödliche Unfälle - der ist wirklich nur für erfahrene Leute!)

Schon von weitem konnte man die Blaskapelle hören, die anläßlich des letzten Tages der Saison 2006 bei der Mindelheimer Hütte spielte. Bis wir dort waren, hatten sich die Herren leider schon zum verdienten Bier gesetzt.

Blick auf den Alpenhauptkamm, Saisonschluss 2006

Während der Brotzeit auf der Mindelheimer Hütte hatten wir diesen wunderbaren Ausblick.

Anschließend ging es steil hinunter ins Kleinwalsertal zurück zum Auto.

Eine Wegbeschreibung des Krumbacher Höhenwegs findet man bei fewomandrik.de)

Fiderepasshütte

Fiderepasshütte, 8.10.2006

In der Nacht war der Regen in Schnee übergegangen. Morgens war alles weiß - bei knallblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein.

Glücklicherweise war der Schnee bis nach dem Frühstück schon wieder geschmolzen, so dass wir ohne Probleme bei bestem Wetter zur Mindelheimer Hütte weiterlaufen konnten.

Zur Technik: die Fotos habe ich mit einer Canon Ixus 750 gemacht. Eine Spiegelreflex mitzuschleppen war mir angesichts des Wetters am Samstag zu anstrengend. Am Sonntag hätte ich sie dann gern dabeigehabt. So ein Wetter hatte ich in den Alpen noch nie erlebt. Klare Sicht, keine Wolke am Himmel - Bilderbuchwetter.

« Weg zur Fiderepasshütte | Krumbacher Höhenweg »

Weg zur Fiderepasshütte

Zur Fiderepasshütte, 7.10.2006

Eigentlich wollte ich über die Wanderung einen ausführlichen Bericht verfassen. Bin bloß nie dazu gekommen. Deshalb gibt es jetzt häppchenweise ein paar Fotos davon.

Wir waren Samstagmorgens zu unchristlicher Zeit ins Kleinwalsertal gestartet. Dort sind wir mit der Kanzelwandbahn hochgefahren und bei schlechtem Wetter gemütlich zur Fiderepasshütte gelaufen, wo wir übernachtet haben.

Weiter: Fiderepasshütte »