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Mitmachprojekt / Hörtipp: LibriVox

librivox.org Alle lizenzfreien Bücher der Welt, vorgelesen von Freiwilligen, kostenlos im Internet? Größenwahnsinnige, großartige Idee.

Seit 2005 unter Librivox.org in Arbeit, das bei archive.org in USA läuft. Mittlerweile sind 8.000 Bücher verfügbar, die meisten in englischer Sprache. Natürlich gibt es auch einen deutschsprachigen Bereich.

Wegen des Urheberrechts sind (fast) nur deutsche Texte enthalten, deren Verfasser mindestens 70 Jahre tot ist. Deshalb basieren die meisten Beiträge auf Texten des Projekts »Gutenberg«. Mitmachen kann jeder, der gerne liest und die technischen Mindestanforderungen bei der Aufnahme erfüllt.

Obacht: Die bei LibriVox eingestellten Aufnahmen sind Public Domain. Das bedeutet, man kann damit machen was man will. Kopieren, bearbeiten, verkaufen. Also wundert Euch nicht, wenn Eure Aufnahme auf der nächsten Wahlkampf-CD der FDP erscheint. Oder der Halsabschneiderhörverlag damit in die Top Ten kommt.

Infos über neu erschienene Hörbücher gibt es z. B. im Blog Hauptsache Bücher in der Rubrik LibriVox.

Überwachtes Netz

Buchcover Überwachtes Netz

Die große Koalition will die Vorrats­daten­speicherung wieder einführen?

Ach was.

Ich sehe das schon lange pessimistisch: wenn Daten vorhanden sind, werden die gesammelt. Und irgendwer – Behörden, Polizei, Finanzamt oder Werbebranche – wird diese Sammlungen über­raschend kreativ nutzen. Die letzte Bundes­tagswahl zeigt, dass das dem gemeinen Wähler egal ist; Hauptsache Facebook funktioniert.

Das ist aber kein Grund, sich damit abzufinden, im Gegenteil. Habe neulich eine (wenn auch bescheidene) Spende an die EFF (Electronic Frontier Foundation) gegeben und versuche, über Datenschutz und Sicherheit auf dem Laufenden zu bleiben.

Dazu hat Netzpolitik.org eine interessante Artikelsammlung heraus­ge­bracht: »Überwachtes Netz«. Enthalten sind Beiträge von Bruce Schneier (Kryptografie- und Sicherheitsexperte), Richard Stallmann (Gründer von GNU), Constanze Kurz (Sprecherin des Chaos Computer Clubs), Thomas Stadler (bloggender Rechtsanwalt), Peter Schaar (Datenschutz­beauftrag­ter), Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Edward Snowden und viele anderen. Erhätlich als ebook und demnächst auch als Taschenbuch.

Veranstaltungstipp: Lesung mit Heidrun Jänchen, Karsten Kruschel und Armin Rößler in Wiesloch

Plakat Literaturtage Wiesloch»Aufgemacht in andere Welten«, Lesung mit Heidrun Jänchen, Karsten Kruschel und Armin Rößler.

Am 12.10.2013 ab 20:00 Uhr in Wiesloch, EnBW, Hauptstraße 152, im Rahmen der 30. Baden-Württembergischen Literaturtage.

Die Kurzgeschichtensammlung »Willkommen auf Aurora« von Heidrun kann ich wärmstens empfehlen!

Bei der Gelegenheit: Auf den Seiten des Wurdackverlags habe ich hocherfreut die »Bordbuch-Delta-VIII«-Klassiker von Mark Brandis wiederentdeckt, die ich als Jugendlicher in der Leihbücherei verschlungen habe. Die waren immer verliehen, mussten vorbestellt werden und dann hieß es ungeduldig warten. Schön, dass es die wieder zu kaufen gibt.

Lesefutter

Andreas Eschbach in Mannheim
»... Aurora, genau. Wenn sie mir das bestellen könnten? Ja, das wärs. Danke. Den neuen Andreas Eschbach haben sie ja sowieso da, oder?«
»...öh, wie heißt der gleich?«
»Irgendwas mit Todesengel oder so.«
»Nein, der ist ausverkauft. Muss ich nachbestellen.«

Auf der Webseite von Andreas Eschbach findet sich eine Leseprobe des neuen Romans »Todesengel«.

Schneller als der Tod

Das Schöne an einem Hobby: man lernt die Leistung der Profis viel mehr zu schätzen. Seitdem ich mich als Amateur damit beschäftige, Fabians Buch zu sprechen, höre ich Hörbücher anders. Ich achte mehr auf Pausen und Übergänge und darauf, wie die einzelnen Personen gesprochen werden. Während David Nathan (Synchronstimme von Johnny Depp, Christian Bale) manche Nebenpersonen mit unverstellter Stimme liest, gibt Christoph Maria Herbst (Stromberg, Alfons Hattler) auch der un­wich­tig­sten Figur etwas persönliches.

Auf Herbst als Hörbuchsprecher bin ich über »Er ist wieder da« gestoßen. Das musste ich einfach probehören. Das Buch hatte ich schon. Schwer beeindruckt, wie Herbst zwischen dem »Föhrer« und normalen Personen in Dialogen wechselt, habe ich auch die CDs gekauft. Seitdem suche ich Hörbücher nach Sprecher aus.

CD-Hülle Aktuell steckt bei mir »Schneller als der Tod« im CD-Spieler, geschrieben von Josh Bazell, ebenfalls gelesen von Christoph Maria Herbst. Ein ehe­maliger Mafiakiller arbeitet unter falschem Namen als Assistenzarzt in einer heruntergekommenen ameri­ka­nischen Großstadtklinik. Als er dort von einem Patienten (und »Familien­mitglied)« erkannt wird, bricht das Chaos aus.

Die turbulente Geschichte strotzt nur so vor rabenschwarzem Humor und – Mafia!  – abrupten Gewaltausbrüchen. Eine Mischung aus »Grey’s Anatomie« und »Kill Bill«. Ich wage zu behaupten, dass die gelesene Fassung besser ist als das Buch.

Auf der Seite des Verlags gibts eine Hörprobe und verschiedene Bezugsquellen. Eine etwa einstündige Lesung von Herbst vor Publikum kann man bei Youtube anschauen. Die Tonqualität ist suboptimal.

Lesetipp: Interview mit Bestsellerautor Andreas Eschbach

Andreas Eschbach
Andreas Eschbach 2006 bei einer Lesung in Mannheim
Andreas Eschbach schreibt nicht nur verdammt spannende Romane, sondern auch umfangreiche Tipps rund ums Schreiben und Veröffentlichen auf seiner Webseite.

Regelmäßig hält er Schreibworkshops; im Anschluß an den letzten bei Bastei-Lübbe hat er dem Literaturcafé ein Interview gegeben: »Vielleicht würde ich heute auch als Selfpublisher beginnen«.

#webtypobuch von Gerrit van Aaken

Cover #webtypobuch
#webtypobuch
Wer sich mit Webdesign beschäftigt, landet früher oder später auf Gerrit van Aakens Weblog praegnanz. Bekannt sind seine Mini-Porträts von freien Schriften. Veteranen der Piratenpartei erinnern sich vielleicht daran, dass Gerrit das Programm der Piratenpartei zur Bundestagswahl 2009 gestalterisch überarbeitet hatte. Als Nicht-Mitglied. Einfach so, weil ihm die Ur-Version zu hässlich war.

Sein über die Jahre gesammeltes Wissen hat Gerrit jetzt in ein Buch gepackt. Behandelt werden Themen wie Lesen am Bildschirm, Schriftwahl, Zeichengröße und Zeilenabstand, korrekte Nutzung von Sonderzeichen, websichere Schriften und Webfonts.

Das »#webtypobuch« steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 DE. Dementsprechend kann man die HTML-Version kostenlos lesen. Wer Gerrits Arbeit honorieren möchte, kann das Werk in verschiedenen E-Book-Formaten (z. B. EPUB, MOBI, PDF) kaufen. Natürlich ohne DRM (Digitale Rechteverwaltung). Für Fans von Totholz kann man sich ein »richtiges« Buch bei 1buch.de bestellen, das im Vergleich zum E-Book allerdings teuer ist.

Gerrit van Aaken, »#webtypobuch« 146 Seiten, HTML-Version kostenlos, E-Book 9,98 Euro, gedruckt 32,42 Euro.

Dieser Artikel ist auch bei der Flaschenpost erschienen.