Skip to content

Hörbuch: Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen

Kurz und knapp

Mein Hörbuch »Das Leben ist ein Erdbeben ...« von 2013 als Zip-Datei zum Herunterladen in einem Rutsch.

Wer nur kurz mal in das Vorspiel hineinhören möchte – bitte sehr:

Herunterladen als mp3-Datei oder im ogg-Format.

Komplettes Hörbuch im mp3-Format (298 MB) herunterladen

mp3-das_leben_ist_ein_erdbeben.zip

Komplettes Hörbuch im ogg-Format (222 MB) herunterladen

ogg-das_leben_ist_ein_erdbeben.zip

Wer lieber einzelne Teile online hören möchte, kann das auf der Einzelteilseite.


CC BY-NC-SA Dieses Hörbuch steht unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.
Das vorgelesene Buch wurde von Fabian Neidhardt geschrieben. http://www.mokita.de


Und jetzt ausführlich für alle, die es genau wissen wollen oder neu hier sind. Vorsicht lang!

Das Buch - Mein Blogartikel vom 30. Januar 2013

Buchcover Das Leben ist ein Erdbeben ...
CC BY-NC-SA 3.0
Fabian Neidhardt mokita.de

Über Christians Blog bin ich auf Fabians Buch aufmerksam geworden. Gibt es als PDF (umsonst!) oder gedruckt über Amazon. Also dort bestellt. Weil ich lieber Papier in der Hand habe. Und weil der Verfasser damit Geld verdient.

Morgens angefangen zu lesen, die ersten 25 Seiten in der S-Bahn auf dem Weg zum Büro. Dann weiter auf der Rückfahrt, beim Abendessen, danach. Irgendwo bei Seite 160 das Licht ausgemacht. Und am nächsten Tag beim Frühstückskaffee ausgelesen. Natürlich musste ich dazu einen Blogartikel verfassen.

Inhalt

Der Roman erzählt die Geschichte von Will, der sich in Stuttgart als freier Schriftsteller durchschlägt. Nachdem ihn seine langjährige Freundin aus der gemeinsamen Wohnung geworfen hat, steht er buchstäblich im Regen. Ohne Geld, ohne Dach über dem Kopf. In der Not bittet er seine Schwester um Unterkunft. Die kann ihn nicht ausstehen. Nur weil sie geschäftlich verreisen muss und jemanden braucht, der währenddessen ihre drei Kinder hütet, nimmt sie Will auf.

Will mag Kinder nicht besonders, aber er hat keine Wahl. Also spielt er tagsüber Kindermädchen, nachts hängt er mit seinem Freund Sam in Kneipen herum. Sein Freund besorgt ihm auch einen Job – als Schreiber von Pornoheftchen. Als wäre nicht alles schon kompliziert genug, kommt auch noch eine Affäre (vielleicht Liebe?) dazu. Mehr verrate ich nicht.

Kommentar

Foto Fabian Neidhardt
Fabian Neidhardt | Verwendung mit freundlicher Genehmigung

»Das Leben ist ein Erdbeben ...« zu lesen hat mir großen Spaß gemacht. In klaren Worten schildert Fabian Neidhardt verblüffend authentisch wirkende Szenen. In Verbindung mit den eingestreuten Erinnerungen des Protagonisten hatte ich den Eindruck, einen Tatsachenbericht zu lesen, keinen Roman.

Fabian ist ein guter Erzähler, der eine fesselnde Geschichte geschrieben hat mit allem, was das Leben ausmacht: Komik, Sex, Katzenjammer, Leidenschaft, Liebe und Trauer. Ich freue mich auf sein nächstes Buch.

Herstellung und Vertrieb

Weil Fabian unbedingt eine kostenlose Version des Romans zum Download im Internet anbieten wollte, hat er gar nicht erst nach einem Verlag gesucht. Die machen so etwas eigentlich nie mit. Zusammen mit Freunden hat er am Text gefeilt (mein Buch ist Version 1.12.2), Lektorat, Satz und Covergestaltung gemacht. Bei einem Buch, das unter CC BY-NC-SA steht, ist es nur konsequent, dafür eine freie Schrift zu nehmen: die »Vollkorn« von Friedrich Althausen (ich freue mich immer, wenn die benutzte Schrift genannt wird). Gedruckt wurde es bei Create Space; deshalb ist es als Taschenbuch nur bei Amazon erhältlich.

Wer mehr über die Entstehung des Buches wissen möchte, wird in Fabians Blog mokita.de fündig. Dort findet man auch Links zu den verfügbaren elektronischen Formaten, die man kostenlos herunterladen kann (Wer die Kostenlos-Variante wählt und Fabian trotzdem etwas zukommen lassen will, kann z. B. bei seinem Amazon-Wunschzettel vorbeischauen; auf der Website gibt es auch einen PayPal-Spendenbutton)

Fabian Neidhardt, »Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen«, 213 Seiten, 10,- Euro bei Amazon oder kostenlos als PDF und in anderen Formaten.

Das Hörbuch

Beim Stöbern auf Fabians Blog bin ich über seine Hörbuchversion von Cory Doctorows Buch »Little Brother« gestolpert. Neugierig heruntergeladen und angehört. Interessant, was man so daheim im Kämmerchen machen kann, dachte ich. Irgendwie ergab es sich wie von selbst, dass ich probeweise das Vorspiel von Fabians Roman aufgenommen habe. Einfach so, mit dem Headset in der Küche. Und hab das dann am 5. April 2013 ins Blog gestellt.

Woraufhin einige Leser so höflich waren, den Beitrag zu loben. Was den Stein endgültig ins Rollen brachte. Weil mir klar war, dass die Klangqualität des Headsets völlig unzureichend war, habe ich angefangen, nach einem Mikrofon für Sprachaufnahmen zu suchen. Dabei bin ich auf das Rode Procaster gestoßen. Schien mir vom Preis/Leistungsverhältnis ganz passend und habs über Thomann zur Ansicht bestellt. Mein Tascam-DR40-Handheldrecorder hat passende XLR-Eingänge, also konnte es losgehen.

Optimistisch und unerfahren wollte ich jeden Freitag eine neue Folge von »Das Leben ist ein Erdbeben ...« ins Blog stellen. Das hat natürlich nicht lange funktioniert. Erkältungen und tausend andere Dinge kommen einem da leicht in die Quere.

Als Tenorsaxophonist habe auch ich diese Macke, ständig auf der Suche nach dem besseren Klang zu sein. Das hatte natürlich auch für die Sprachaufnahmen Folgen. Weil es umständlich war, die Aufnahmen vom Handheld auf den Laptop zu kopieren, zu bearbeiten und Korrekturen aufzunehmen, habe ich im Mai von Fabian sein altes Tascam US-122 Interface gekauft. Mikrofon auf der einen Seite einstecken, USB-Kabel an der anderen in den Laptop. Weil die Treiberunterstützung für Linux grausam war, gingen einige Nächte für die Fehlersuche statt für Aufnahmen drauf. Aber Hartnäckigkeit zahlte sich aus.

So produzierte ich munter Folge um Folge. Irgendwann machte mich unser Bigband-Lead-Trompeter darauf aufmerksam, dass das alles ziemlich leise und anstrengend zu hören sei. Nachdem ich den Schock verdaut hatte, dass sich tatsächlich jemand meine Aufnahmen anhört, habe ich unseren Bandtontechniker Frank gefragt, was man da machen könnte. Deshalb waren dann alle Folgen ab Januar 2014 mit Kompressor und Normalizer überarbeitet.

Anfang 2014 habe ich einen neuen PC gekauft und nach einigen Versuchen entnervt aufgegeben, die Treibereinstellungen für das Tascam hinzubekommen. Eine Recherche ergab, dass Focusrite anscheinend gut mit Linux zusammenarbeitet. Nachdem auch Ralf, der Tonmeister unserer Bigbandaufnahmen, den Teilen eine gute Qualität bescheinigt hat, habe ich ein Focusrite Scarlett 2i4 (man hat ja gern Reserven) bestellt. Bei der Gelegenheit ein Hoch auf den Musikalienversand Thomann, der Gerät bis 30 Tage nach Kauf ohne Begründung zurücknimmt.

Ab Februar 2014 wurden die Folgen dann über das Focusrite aufgenommen. Und die mp3-Dateien ab Folge 23 statt auf 64 Mbit/s nur noch auf unglaubliche 128 Mbit/s komprimiert. Nein, ihr müsst jetzt nicht lachen.

Am 4. Juni 2014 war es dann so weit: stolz und ein wenig traurig habe ich mit Folge 29 den letzten Teil des Hörbuchs veröffentlicht.

Und weiter?

Nach so einem Projekt falle ich meistens in ein Loch. Statt die Kurve zu kriegen, alles zu überarbeiten und in einfacher Form zum Download zur Verfügung zu stellen habe ich getrödelt. Und nach einem Folgeprojekt gesucht. Gar nicht so einfach. Es gibt nicht viele Texte, die unter CC-Lizenz veröffentlicht werden und auch bearbeitet bzw. augenommen werden dürfen. Bei alten Werken steht das Urherberrecht im Weg: der Verfasser muss 70 Jahre tot sein, damit seine Werke gemeinfrei sind. Außerdem muss man aufpassen wie ein Schießhund, dass man keine später erstellte Überarbeitung einliest, weil für die Überarbeitung die Schutzfrist neu zu laufen beginnt.

So bin ich zum Projekt Librivox gestoßen, bei dem alte, gemeinfreie Werke aufgenommen werden. Allerdings nach dem viel strengeren US-Recht, nach dem nur vor 1923 (!) veröffentlichte Werke wirklich gemeinfrei sind. Weil ich keine Lust hatte, nur verstaubten Kram zu lesen (nichts gegen Klassiker!), habe ich weitergesucht und schließlich das Hoerspielprojekt gefunden. Und darüber bin ich zu Clue Writing gekommen, für die ich mit Begeisterung Kurzgeschichten aufnehme.

Der Kreis schließt sich

Und so schließt sich der Kreis: Rahel von den Clue Writern ist über mein altes Hörbuch gestolpert, wollte es sofort hören und auch bewerben. Worauf ich erstmal panisch »Halt!« rief und endlich die Überarbeitung meiner alten Aufnahmen in die Hand genommen habe.

Die Probleme: verschiedene Aufnahmeräume, verschiedene Komprimierungsraten, teils mit Kompressor/Normalizer ... Also musste ich die ursprünglich Aufnahmefiles ausgraben. Die habe ich alle mit Kompressor und Normalizer überarbeitet, die Einleitung je File weggeschnitten, neu komprimiert, gespeichert und schließlich als Zip-File jeweils im mp3-Format und als Ogg-Vorbis (*.ogg) zusammengestellt.

Et voilà :-)

Auch beim Hörspielprojekt schließt sich gewissermaßen ein Kreis: dort läuft gerade das Casting für eine Hörspielfassung von »Little Brother«, mit dem alles angefangen hat. Würde mich freuen, wenn ich eine Sprecherrolle ergattern könnte.

Falls wirklich jemand bis zum Ende gelesen hat: Ich bin beeindruckt und bedanke mich fürs Lesen und natürlich fürs Zuhören.

PS

Noch ein Nachtrag zur Technik: Weil es beim Hörspielen ungünstig ist, wenn man zentimetergenau am Mikrofon kleben muss, habe ich mich im Herbst 2014 mit freundlicher Unterstützung von Ralf auf die Suche nach einem Großmembrankondensatormikrofon gemacht. Weil die Technik im Verhältnis zum Können stehen sollte, auch auf die Suche nach Sprechunterricht. Was nützt gute Ausrüstung, wenn man nur Schrott aufnimmt? (Wir Musiker lästern immer über Zahnärzte, die Dixieland spielen: sündhaft teure Instrumente, die nicht im Verhältnis zum musikalischen Können stehen. Das trifft latürnich nicht auf alle Zahnärzte zu). Das schließlich gekaufte Mikrofon (Ralf standen die Haare zu Berge) wäre eines Zahnarztes würdig. Autsch.

PPS

Wer mehr von mir gelesene Geschichten hören will, wird bei Librivox.org auf meiner Leserseite fündig. Oder bei den Clue Writern.

Geschrieben von Klaus | am