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Still von Zoran Drvenkar

Buchcover Der ungewöhnlichste Thriller, den ich seit langem gelesen habe. Zoran Drvenkar erzeugt eine so beklemmende Atmosphäre, dass ich dieses Buch zwar empfehlen kann, allerdings nicht für jedermann.

Inhalt

Ein Mädchen wird entführt. Weil die Ermittlungen der Polizei erfolglos bleiben, recherchiert der Vater auf eigene Faust. Das entwickelt sich zu einer Manie, durch die seine Ehe in die Brüche geht. Er geht soweit, dass er sich eine andere Identität zulegt und versucht, in die Gruppe der mutmaßlichen Kinderschänder aufgenommen zu werden.

Meinung

Das Thema geht unter die Haut. Durch die wechselnden Erzählperspektiven (Ich = der Protagonist, Du = eines der Opfer, Sie = die Täter) zusammen mit der nicht linearen Erzählweise entsteht eine Geschichte, die man ebenso manisch weiterverfolgen MUSS. Wie ein Autounfall: man will nicht hinsehen, kann aber auch nicht wegschauen.

Ich habe mir die Hörbuchfassung von Christoph M. Herbst angehört und bin (wieder einmal) erschlagen von seinem Vortrag. Ganz, ganz groß.

5 von 5 Sternen

»Still« von Zoran Drvenkar
ISBN 978-3945386002, 16,95 Euro
Hörbuch gelesen von Christoph M. Herbst
Der Audio Verlag, z. Zt. wohl nur noch als Download erhältlich

Gute alte "grüne" Ausgabe

Beim Label Ohrenkneifer erscheint ja demnächst das Karl-May-Hörspiel »Old Firehand«. Die Geschichte ist eigentlich jedem May-Fan bekannt; schließlich ist sie Teil von »Winnetou II«, Band 8 der gesammelten Werke.

Eigentlich.

Denn das Hörspiel orientiert sich am Urtext, Mays erster (?) Wildwestgeschichte, die in Band 71 »Old Firehand« enthalten ist. In der alten Version ist einiges anders: statt des Sohnes Fred hat Old Firehand eine Tochter, Winnetou skalpiert getötete Feinde ... überhaupt ist alles etwas rauer und blutiger.

Weil ich schon immer eine Schwäche für Karl May hatte, habe ich mir deshalb seit ewigen Zeiten mal wieder einen der grünen Bände gekauft, eben den »Firehand«. Macht einfach Spaß, den Text in dieser Form zu lesen. Da können mir diese ganzen E-Book-Reader gestohlen bleiben ;-)

Wer sich den Text online ansehen will: geht beim Projekt Gutenberg.

Lesetipp: Wolfgang Schorlau

Wer auf der Suche ist nach spannender, anspruchsvoller Lektüre mit Bezug zur jüngsten Geschichte bzw. zu sozialkritischen Themen (Privatisierung der Wasserversorgung, RAF, Oktoberfestattentat, fleischverarbeitende Industrie), sollte sich Wolfgang Schorlaus Webseite ansehen.

Herr Schorlau hat unter anderem sieben Kriminalromane geschrieben. Erzählt werden die Fälle des ehemaligen BKA-Fahnders Georg Dengler, der als Privatdetektiv in Stuttgart arbeitet. Leseproben und beachtliche Hintergrundinfos zu den Themen gibt es auf seiner Webseite schorlau.com.

Clue Writing ... oder wie man Käfer und Glühbirnen zusammenbringt

»Als uns nach einer langen Nacht voller Weltherrschaftspläne irgendwann langweilig wurde, beschlossen wir, zum Spass eine Kurzgeschichte zu verfassen ...«

Logo Auf der Suche nach neuen Sprechereinsätzen bin ich über das Clue-Writing-Projekt gestolpert.

Was ist Clue Writing?

»Clue Writing (wie wir es nennen) bedeutet frei übersetzt nichts anderes als „Schreiben mit Schlüsselwörtern“ und bezieht sich darauf Texte zu erstellen, die vorgegebene Wörter beinhalten müssen. Diese Methode wird gerne angewandt um den Schreibfluss in Gang zu setzen, heimtückische Schreibblockaden auszutricksen oder einfach nur, um sich im kreativen Schreiben zu üben.«

Kurzgeschichten

Seit Herbst 2012 werden im Blog zwei Geschichten pro Woche veröffentlicht. Entweder von den Clue-Writing-Projektbetreiberinnen Sarah und Rahel oder von Gastautoren.

Podcast

Logo Seit April 2015 gibts die Kurzgeschichten als »Clue Cast« auch für die Ohren. Die beiden haben über das Hörspielprojekt nach Sprechern gesucht und seitdem gibt es montags und donnerstags gelesene Kurzgeschichten. Im Team sind sowohl Profisprecher als auch Amateure.

Hörbar online im Blog unter Clue Cast oder über iTunes, Stitcher, YouTube und TuneIn.

Logo Clue Writing

Vor so viel Kreativität, Planung und Hartnäckigkeit kann ich nur den Hut ziehen und mich in Ehrfurcht verneigen. Freue mich auf die Zusammenarbeit. Die erste von mir gelesene Geschichte erscheint nach der Sommerpause am 17. September 2015 um 18 Uhr. Wirklich! Es gibt einen Veröffentlichungsplan mit allen Terminen bis Ende September. Mit Deadlines für Schriftsteller und Sprecher.

Unglaublich.

Ob die beiden Damen bei der vielgerühmt pünktlichen Schweizer Eisenbahn arbeiten? Der Weg zur Weltherrschaft ist jedenfalls exzellent geplant.

Grafiken von clue-writing.de, CC BY-ND 4.0

Mitmachprojekt / Hörtipp: LibriVox

librivox.org Alle lizenzfreien Bücher der Welt, vorgelesen von Freiwilligen, kostenlos im Internet? Größenwahnsinnige, großartige Idee.

Seit 2005 unter Librivox.org in Arbeit, das bei archive.org in USA läuft. Mittlerweile sind 8.000 Bücher verfügbar, die meisten in englischer Sprache. Natürlich gibt es auch einen deutschsprachigen Bereich.

Wegen des Urheberrechts sind (fast) nur deutsche Texte enthalten, deren Verfasser mindestens 70 Jahre tot ist. Deshalb basieren die meisten Beiträge auf Texten des Projekts »Gutenberg«. Mitmachen kann jeder, der gerne liest und die technischen Mindestanforderungen bei der Aufnahme erfüllt.

Obacht: Die bei LibriVox eingestellten Aufnahmen sind Public Domain. Das bedeutet, man kann damit machen was man will. Kopieren, bearbeiten, verkaufen. Also wundert Euch nicht, wenn Eure Aufnahme auf der nächsten Wahlkampf-CD der FDP erscheint. Oder der Halsabschneiderhörverlag damit in die Top Ten kommt.

Infos über neu erschienene Hörbücher gibt es z. B. im Blog Hauptsache Bücher in der Rubrik LibriVox.

Überwachtes Netz

Buchcover Überwachtes Netz

Die große Koalition will die Vorrats­daten­speicherung wieder einführen?

Ach was.

Ich sehe das schon lange pessimistisch: wenn Daten vorhanden sind, werden die gesammelt. Und irgendwer – Behörden, Polizei, Finanzamt oder Werbebranche – wird diese Sammlungen über­raschend kreativ nutzen. Die letzte Bundes­tagswahl zeigt, dass das dem gemeinen Wähler egal ist; Hauptsache Facebook funktioniert.

Das ist aber kein Grund, sich damit abzufinden, im Gegenteil. Habe neulich eine (wenn auch bescheidene) Spende an die EFF (Electronic Frontier Foundation) gegeben und versuche, über Datenschutz und Sicherheit auf dem Laufenden zu bleiben.

Dazu hat Netzpolitik.org eine interessante Artikelsammlung heraus­ge­bracht: »Überwachtes Netz«. Enthalten sind Beiträge von Bruce Schneier (Kryptografie- und Sicherheitsexperte), Richard Stallmann (Gründer von GNU), Constanze Kurz (Sprecherin des Chaos Computer Clubs), Thomas Stadler (bloggender Rechtsanwalt), Peter Schaar (Datenschutz­beauftrag­ter), Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Edward Snowden und viele anderen. Erhätlich als ebook und demnächst auch als Taschenbuch.