Thursday, 8. July 2010

She is the leg

Während ich auf dem Metalltisch des Tierarztes sitze und meine Unterschenkel in Filmblut liegen, reckt sich mir eine Hand entgegen. Der Arm der dazugehörenden Hand schlängelt sich mit zwei 45-Grad-Winkeln an der Kamera vorbei. Der Inhaber sagt: »Hi! I'm Quentin!«
Die Wucht - Part VII: Die erste Regel

Logisch, dass ein Hollywood-Star wie Diane Kruger keine Spritze ins Bein gerammt bekommt. Ich dachte ja, dass man das irgendwie mit einem Trick macht. Macht man auch: man sucht ein Double, das sich pieksen lässt.

Für mich als Fan von Tarantinos »Inglourious Basterds« höchst spannend zu lesen, wie es der Dame am Filmset erging. Und gelernt habe ich auch etwas. Gerade neulich hatte ich die ausgezeichnete Fotografie dieses Films gelobt - kein Wunder, schließlich war Oscar-Preisträger (»JFK«, »Aviator«) Robert Richardson dafür verantwortlich (u. a. auch »Kill Bill«, »Shutter Island«).

Vielen Dank an »Die Wucht« für diesen tollen Bericht!

PS: wer den Film verpasst hat oder ihn gerne nochmal auf der großen Leinwand (24 x 10 Meter!) sehen möchte, hat am 30. Juli 2010 in Karlsruhe Gelegenheit dazu: »Inglourious Basterds« im Open Air Kinoprogramm der Schauburg. Ich werde auf jeden Fall hingehen.

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Friday, 7. May 2010

Armida

... ach, ich schreib einfach in meinem Schulenglisch an die MET in New York. Liest ja sowieso keiner.

Thank you for contacting us.
Please accept our sincere apologies for the delay in responding to your inquiry.
We are delighted that you enjoyed our HD Broadcast and we appreciate your taking the time to share this with us. [...]

Liest keiner? Weit gefehlt. Die schreiben sogar innerhalb von fünf Tagen eine sehr ausführliche Antwort und entschuldigen sich dafür, dass es so lange gedauert hat! Eh? Ist der Kerl jetzt völlig übergeschnappt? Wieso schreibt er an die Metropolitan Opera?

Ganz einfach: letzten Samstag waren wir zum ersten Mal zur Oper im Kino. In der »Schauburg« wurde Rossinis selten gespielte »Armida« live aus der New Yorker MET übertragen mit Renée Fleming (Armida), Lawrence Brownlee (Rinaldo), John Osborne (Goffredo), Barry Banks (Gernando/Carlo), Kobie van Rensburg (Ubaldo) und Riccardo Frizza (Dirigent). Die »Liebe« wurde von der wirklich bezaubernden Teele Ude (Danke, MET!) gespielt.

Zunächst war ich überrascht, dass bis auf die ersten beiden Reihen alles ausverkauft war. Die Besucher würde ich als typisches Konzertpublikum bezeichnen, ein bischen festlicher gekleidet, Altersdurchschnitt über 60. Die »Schauburg« hatte sich große Mühe gegeben, auf das Publikum einzugehen und die Veranstaltung zu etwas besonderem zu machen: das Personal war festlich gekleidet, es gab eine Garderobe und in der Pause einen zusätzlichen Stand mit Sekt und Orangensaft. So hätte ich das auch gerne für die Premiere großer Kinofilme!

Vor der eigentlichen Vorstellung wurde der Zuschauerraum der MET gezeigt, das hat wunderbar zum Rot in der Schauburg und den Kronleuchtern gepasst. Man hatte das Gefühl, »dabei« zu sein.

Weil ich von Oper keine Ahnung habe, verweise ich auf die Kritik bei »Dich, teure Halle«. Dem Text dort kann ich in weiten Teilen zustimmen. Von der Stimme her hat mir John Osborne am besten gefallen, schwer beeindruckt war ich von Lawrence Brownlee, der sich im dritten Akt unglaublich gesteigert hat. Und dieses wunderbare Tenortrio ... Renée Fleming in der Titelrolle hat natürlich auch sehr schön gesungen; von Darstellung und Ausstrahlung her passt sie für mich nicht so ganz in die Rolle der bösen Hexe; hat mich eher an die gute Fee in »Cinderella« erinnert.

Zur Technik. Das Bild hatte natürlich Breitwandformat 1.85:1, damit es auf 16:9-Fernsehern keine schwarzen Streifen gibt, ;-) die Farben waren ein wenig blaß, überhaupt hatte ich den Eindruck von »Video-Kamera-Look«. Das sind aber nur kleine Mängel. Generell finde es es hochinteressant, einen Blick auf sonst meist unerreichbare Opernaufführungen in den besten Häusern mit den besten Sängern werfen zu können. Die lokalen Opernhäuser werden sich über die Konkurrenz sicher nicht freuen.

Für Insider: habe bis über beide Ohren gegrinst, dass die Veranstaltung gesponsort wurde von »The Neubauer Family Foundation«.

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Monday, 8. March 2010

Oscar-Gewinner 2010

Die beste Übersicht, die ich auf die Schnelle gefunden habe, gibt es bei DVDuell.de.

Überraschend hat »Avatar« nur 3 erhalten (Kamera, Visuelle Effekte, Art Direction), nicht überraschend hat Christoph Waltz den Preis für seine Rolle in »Inglourious Basterds« erhalten. Vielleicht reicht das ja, um den Film nochmal ins Kino zu bringen. Ich würde ihn gern noch einmal sehen, am liebsten Originalton mit Untertiteln ;-)

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Monday, 8. February 2010

Der Mann mit der Todeskralle

Williams: »Bei deinem lustlosen Gefummel hole ich meinen Speer an der Garderobe und gehe zurück nach Afrika.«

»Der Mann mit der Todeskralle« (Enter the dragon, USA/Hongkong 1973)
Darsteller: Bruce Lee (Lee), John Saxon (Roper), Jim Kelly (Williams), Robert Wall (Ohara)
Buch: Michael Allin, Kamera: Gilbert Hubbs, Schnitt: Kurt Hirschler und George Watters, Musik: Lalo Schifrin, Regie: Robert Clouse

Die Geschichte hat man schon gesehen, entweder mit Jean-Claude van Damme, Chuck Norris (oder beiden?): Auf einer Insel findet ein großes Turnier statt, zu dem nur die Besten eingeladen werden und ein Teilnehmer (in diesem Film Bruce Lee) soll während des Aufenthalts nach Beweisen für dunkle Machenschaften suchen, um den Veranstalter hinter Schloß und Riegel zu bringen

Es hat Spaß gemacht, einmal einen Bruce-Lee-Streifen im Kino zu erleben. Sicher, die Dramaturgie der Geschichte ist ein bischen holprig und die Dialoge – siehe Zitat oben, wobei ich mir bei dem nicht sicher bin, ob es vielleicht erst bei der Synchronisation hineingeraten ist. Aber geschenkt; so einen Film schaut man sich wegen der Kampfszenen an, und die sind wirklich gut.

Bruce Lee ist im Vergleich zu allen Nachfolgern einfach den gewissen Tick schneller, eleganter und kraftvoller. Und strahlt manchmal eine Brutalität aus, gegen die Chuck Norris wie ein freundlicher Teddybär wirkt. Dazu ein wirklich guter Soundtrack von Lalo Schifrin – nette Unterhaltung.

Schade, dass es nicht für das Bier gereicht hat, das im Eintritt der XXL-Action-Reihe inbegriffen ist, dazu war ich leider zu spät dran. Das nächste Mal!

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Saturday, 6. February 2010

Sherlock Holmes

Irene Adler: »Warum bist Du immer so mißtrauisch?«
Holmes: »Soll ich chronologisch antworten oder alphabetisch?«

»Sherlock Holmes« (USA, 2009)
Darsteller: Robert Downey jr. (Sherlock Holmes), Jude Law (Dr. Watson), Rachel McAdams (Irene Adler), Mark Strong (Lord Blackwood), Kelly Reilly (Mary Morstan), Robert Maillet (Dredger, der Franzose), William Houston (Constable Clark)
Buch: Michael Robert Johnson, Anthony Peckham, Simon Kinberg, Lionel Wigram nach Motiven von Sir Arthur Conan Doyle, Kamera: Philippe Rousselot, Schnitt: James Herbert, Musik: Hans Zimmer, Regie: Guy Ritchie

Holmes und Watson bringen einen Ritualmörder zur Strecke, gerade als er einen weiteres Opfer töten will. Der Täter entpuppt sich als Lord Blackmore, der mit schwarzer Magie herumexperimentiert und allerlei düstere Geheimnisse hat. Er wird hingerichtet und damit wäre der Fall eigentlich abgeschlossen, würde nicht ein paar Tage später ein Zeuge auftauchen, der steif und fest behauptet, dass Blackmore von den Toten auferstanden sei – und das Morden geht weiter.

Der Film wäre es allein wegen Robert Downey Jr. wert, dass man ihn sich anschaut. Das muss man gesehen haben, wie er einen völlig durchgeknallten Holmes gibt, dessen Geist so brilliant ist, dass er sich bei Langeweile und mangels interessanter Fälle beginnt selbst zu zerstören. Klingt jetzt vielleicht ein bischen theatralisch, ist aber so.

Dazu kommen die glänzenden Wortgefechte, die sich Holmes mit Dr. Watson (Jude Law) liefert, eine spannend erzählte Geschichte, schöne Frauen, die auch ganz schön biestig sein können, und ein origineller Soundtrack, bei dem ich nie vermutet hätte, dass er von Hans Zimmer stammt.

Das einzige, was mir nicht so gefallen hat, ist dieses ständig düstere London, das in Braun- und Grautönen ertrinkt. Ein bischen mehr Licht und Glanz hat mir gefehlt.

Gut gemachtes Unterhaltungskino mit vielen witzigen Szenen. Der Schluss lässt auf eine Fortsetzung hoffen, auf die ich mich jetzt schon freue.

4 von 5 Sternen

PS: ist es eigentlich so schwierig, ein Kino so zu bauen, dass die Notausgangsbeleuchtung nicht ständig auf der Leinwand zu sehen ist? Dazu gab es einen hellen Streifen im rechten Bilddrittel, bei dem ich nicht herausfinden konnte, was ihn verursacht. Ein Jammer, dass der Film in meiner geliebten »Schauburg« nur auf englisch gezeigt wird ...

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Sunday, 11. October 2009

Bericht vom 5. Todd-AO-Festival 2009

Uff. Geschafft. 12 Kinofilme in 3 Tagen beim 5. Todd-AO-Festival in der Karlsruher »Schauburg«. Hier meine Eindrücke von den Filmen. Die Fotos die ich gemacht habe (auf Kleinbildfilm natürlich, worauf sonst?) kann man für eine große Version anklicken.

Ben Rumson (Lee Marvin): »Ich dachte du trinkst nicht?«
Partner (Clint Eastwood): »Nein, aber ich werde mich bessern.«

»Paint your wagon« zeigt eines der detailverliebtesten Filmgoldgräber-Camps, einen erstaunlich gut singenden Clint Eastwood (gute Intonation und Vibrato!) und einen umwerfenden Lee Marvin in seiner Rolle als verschrobenem Kauz. Jean Sebergs Gesang wurde in der Originalfassung »gedoubelt«, der deutsche Verleih hat diese Stücke gleich ganz weggelassen und den Film um rund 15 Minuten gekürzt. Ein netter kurzweiliger Festivaleinstieg mit einigen wirklich sehr komischen Dialogen.

Bei »Krakatoa - East of Java« ist sogar der Titel falsch, weil die Insel westlich von Java lag. Dazu waren viele Tricksequenzen schon gedreht, ehe es ein Drehbuch gab. Wie diese Tricks einen Oscar bekommen konnten (»sieht ja aus wie Augsburger Puppenkiste«), bleibt das Geheinmis des Preiskomittes. Das Bild dieses in Todd-AO gedrehten Werks war unglaublich scharf und vermittelte eine Ahnung davon, was mit diesem Verfahren möglich ist.

»Erster Sieg« – in erst einmal gewöhnungsbedürftigem Schwarzweiß – ist da ein ganz anderes Kaliber. Gute Schauspieler, Regie, Kamera und Musik – was will man mehr (vielleicht eine weniger düstere Story; geht bei der Thematik aber schlecht).

Viel charmanter und heiterer der Ausklang des ersten Festivaltags: »Faubourg 36«. Pierre Richard habe ich nicht erkannt (dabei war er als »Großer Blonder« ein Star der Kindertage), erst mit dem Abspann kam das Aha-Erlebnis.

Monsieur Faillot und die Übersetzerin

Dank des anwesenden Monsieurs Faillot (der die gekrümmte Leinwand der »Schauburg« mag) vom Arane-Kopierwerk und der Einführung von Wolfram Hannemann (die es zu jedem Film in deutschem und englischem Schwäbisch gab, Dankeschön!) konnte das Publikum viele Hintergundinfos erhalten, die ich Stunden später zu Hause in Stichpunkten notiert habe.

M. Faillot, Übersetzerin, Vorführer Vincent Koch

Gedreht wurde auf 35mm Kodak 500 ASA Film. Im Kopierwerk machte jemand eine flapsige Bemerkung, dass die Tanzszenen eigentlich gutes Material für 70mm seien. Eine probeweise so hergestellte Szene gefiehl dem Regisseur so gut, dass er eine komplette 70mm Kopie in Auftrag gab.

Dieses Unikat wurde in Karlsruhe mit DTS-Ton vorgeführt. Die Untertitel waren in Fleißarbeit von Vincent Koch erstellt worden und wurden per Digitalprojektor dazu projeziert.

M. Faillot

Wenn ich es richtig im Kopf behalten habe, lief die Kopieerstellung in folgenden Schritten: das Kameranegativ wurde mit 4k gescannt, die Bearbeitung erfolgte digital, das Ergebnis wurde auf 35mm-Material ausgegeben und davon dann ein 70mm Blow-Up erstellt. Die Kosten für die 70mm-Kopie beliefen sich auf ca. 6.000 EUR für den DTS-Ton und ca. 14.000 EUR für die 70mm-Kopie. Eine direkte Ausgabe des Digitalmaterials auf 70mm wäre nicht finanzierbar gewesen.

M. Faillot war der Meinung, dass eine Aufnahme auf 65mm-Filmmaterial und anschließende Vorführung mit 70mm im Kino immer noch die bestmögliche Qualität ergeben würde.

Nachdem wir uns am reichhaltigen Frühstücksbuffet gestärkt hatten, ging es am Samstag weiter mit »Julius Caesar«. Marlon Brando, James Mason und Co. klangen vielversprechend; irritierend allerdings, dass es eine Verfilmung des Shakespeare-Stücks sei und für die Synchronisation der deutsche Text davon verwendet wurde, den einige vielleicht noch aus den gelben Reclam-Heftchen kennen. Meine Befürchtungen trafen dann auch voll ein: abgefilmtes Theater, ewige Monologe, wenig Dekoration, seltsam steife Massenszenen, mit Gewalt eingefügte unpassende kurze Schlachtszenen. Nö, das ist nicht mein Fall. Ich liebe Shakespeares Komödien, aber bitte im Theater, nicht im Kino.

Philipps DP70

Weiter gings mit Edeltrash: »Salomon und die Königin von Saba«, ein eigentlich teurer Film, der sich als Machwerk mit dürftigem Drehbuch und schlecht spielenden Schauspielern (»hat man Yul Brunner Botox gespritzt? Verzieht ja keine Miene«) in Pappkulissen erweist. Eindrucksvoll ist nur, dass man mit so viel guten Zutaten einen so bescheidenen Film machen kann. O Herr.

Danach kam Gott sei Dank »Dersu Uzala«, für mich eines der Highlights des Festivals. Altmeister Akiro Kurosawa hat in den Weiten der Taiga einen unglaublichen Film produziert. Allein die Szene, in der die beiden Hauptpersonen sich verirren und bei Sturm und einbrechender Dunkelheit gegen die Naturgewalten um ihr Leben kämpfen ist spannender als die beiden vorher gesehenen Filme zusammen. Großartige Bilder und Mitwirkende, die ihre Rollen nicht spielen sondern zu leben scheinen. Ganz großes Kino. Wer sich selbst ein Bild machen möchte: eine weitere Vorführung ist für Sonntag, den 8. November 2009 um 15 Uhr geplant.

DP70 Detail

Nach dem Abendessen ein weiteres Highlight: eine neue Kopie des Films »Flying Clipper« die das amerikanische Fotokem-Labor im Auftrag des Bundesfilmarchivs für die Berlinale 2009 erstellt hat. Auf weiten Strecken sieht der Film aus wie neu; bei einigen Szene in praller Sonne sind die Gesichter unter den weißen Käppis der Matrosen fast nicht zu erkennen. Während einige Experten die Ansicht vertraten, dass die Kopie nicht optimal erstellt worden sei meinte der anwesende Kamermann des Films Heinz Hölscher, dass das an der Aufnahmesituation liegen würde (ein (!) 2kw Schweinwerfer, sonst nur available light). Der Film selbst hat mich nicht vom Hocker gerissen; Reiseberichte sind nicht mein Ding.

Philipps DP70

Am Sonntag gings los mit »That's Entertainment«, einer Zusammenstellung von großartigen Showszenen aus MGM-Musicals von Anfang an bis Ende der 50er (?) Jahre. Dazwischen erzählen Stars wie Fred Astaire, Gene Kelley und Elisabeth Taylor aus ihrer Zeit bei MGM. Besonders beeindruckend fand ich Clark Gable als Sänger; June Allyson; die Kinderstars Mickey Rooney und Judy Garland in ihren sogenannten Hinterhofmusicals; Gene Kelly, der all seine Stunts selbst machte; Fred Astaire, der völlig ohne CGI an Wänden und Decke steppte (und überhaupt viele Szenen in endlos langen Takes durchtanzte); unglaublich auch Donald O'Connor mit seiner Nummer »Make 'Em Laugh« im Film »Singing in the rain«. Ebenfalls bombastisch inszeniert die Wasserballettfilme mit Esther Williams usw.

»Im Reißwolf der Brutalität!«

Einziges Manko ist das etwas lieblos zusammengestellte Formatchaos, auch würde man sich längere Szenen wünschen. Anscheinend hat man da schnell etwas hauptsächlich fürs Fernsehen zusammengschnibbelt.

Danach kam der Film, über dessen Werbeslogan »Im Reißwolf der Brutalität« (Plakatfoto anklicken, rechts oben) wir uns schon das ganze Wochenende lustig gemacht hatten: »Die Verfluchten der Pampas«. Der Film war gar nicht schlecht. Ich musste mich zwar erst ein wenig daran gewöhnen, dass Robert Taylor weder Schwert noch Schild dabeihatte, aber am Ende gab es doch noch einen Fechtkampf. Kein großartiger Film, aber nette Unterhaltung.

Dieter Gäbler

Dieter Gäbler, der als Kameraassistent dabei war, erzählte uns von den Dreharbeiten, die in der nähe von Madrid stattfanden und sehr staubig waren. Ich fand es sehr interessant zuzuhören, auch wenn mir keine Fragen eingefallen sind ;-). Die kommen meistens erst hinterher. Beim Zusammenstellen dieses Beitrags habe ich z. B. erst bemerkt, dass Heinz Hölscher unter anderem bei Karl-May-Filmen mitgearbeitet hat. Nächstes Jahr bin ich besser vorbereitet!

»Der Untergang des römischen Reiches« hat auch seine Produktionsfirma mit in den Abgrund gerissen, weil er kein Kassenerfolg war.

Der Untergang des römischen Reiches

Der Film hat großartige Szenen und Bilder, gute Schauspieler, allen voran Christopher Plummer als Bösewicht, Alec Guiness, James Mason und Sophia Loren, allerdings ist die Story einfach zu langatmig. Und über die Musik, bei der Dimitri Tiomkin sich so viel Mühe gemacht hat, wollen wir den Mantel des Schweigens hüllen. Immerhin hält der Film immer noch den Rekord für das größte jemals gebaute Außenset. Und das sieht man auch. Da kann man die computergenerierten Bilder von »Gladiator« vergessen.

Experten im Gespräch

Zum Ausklang des Festivals ein netter kleiner Musicalfilm: »Funny Girl« mit Barbra Streisand und Omar Sharif. Wie viele Filme des Festivals hatte ich auch diesen vorher noch nie gesehen und ich war begeistert. Gute Schauspieler, tolle Shownummern und Kostüme (Schade dass es keine Lieder von Richard Rodgers waren), gute Story – neben »Dersu Uzala« mein Festivalfavorit. Und mutig von Omar Sharif, dass er selbst gesungen hat.

versammelte Fachleute

So, falls jemand diesen Artikel tatsächlich bis hierher gelesen hat, bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit. Außerdem vielen Dank an das Team von der Schauburg, das diese alten Filme wirklich optimal präsentiert hat. Außerdem möchte ich Thomas Hauerslev für seine ausgezeichnete Website in70mm.com danken, die natürlich auch einen umfangreichen Bericht mit vielen Fotos und den Einführungstexten vom 5. Todd-AO-Festival in Karlsruhe bietet.

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Wednesday, 7. October 2009

Kinescope

Ehe ich meinen ellenlangen Bericht über das Todd-AO-Festival poste (die Fotos sind noch nicht entwickelt) noch ein Wort zu Formaten.

Es gibt VistaVision, Panavision, Super- und Ultra-Panavision, Todd-AO, Cinerama, Technirama, Techniscope, SuperScope, Cinemascope und Kinescope.

Kinescope?

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Thursday, 1. October 2009

Alles bereit für das 5. Todd-AO-Festival

Es ist soweit: das 5. Todd-AO-Festival in der Schauburg in Karlsruhe steht vor der Tür. Ein Mammutprogramm mit 12 Filmen an drei Tagen.

Weitere Infos und das Programm gibt es auf den Festivalseiten der Schauburg (die Filmtitel kann man für ausführliche Angaben anklicken) und natürlich bei Thomas Hauerslev, dem Indiana-Jones des 70mm-Films auf seiner Todd-AO-Festival-Seite.

Es ist immer spannend und macht Spaß, selbst im Netz nach Infos zu den Filmen zu suchen. Hier meine Ergebnisse zum ersten Festival-Tag. Ich bin gespannt; die Filme kenne ich alle nicht! Mal sehen, ob ich für die restlichen Tage auch noch vorher Zeit finde.

Achtung Spoiler: Wikipedia verrät immer auch das Ende des Films!

Freitag, 2. Oktober 2009

»Westwärts zieht der Wind«
(Paint your wagon, USA 1969)
10 Uhr
Deutsche Fassung, gedreht in 35mm, 70mm Panavision blow up
Verfilmung des Musicals von Frederick Loewe und Alan J. Lerner. Für den Film schrieb André Previn zusätzliche Songs.
Wer schon immer mal Lee Marvin und Clint Eastwood als Goldgräber singen hören wollte (»I was born under a wandering star«) ...
Wikipedia-Eintrag
»Krakatoa, East of Java«
(USA 1969)
13 Uhr
Originalfassung in Todd-AO
Maximillian Schell als Schiffskapitän im Jahre 1883 zur Zeit des gewaltigen Vulkanausbruchs auf Krakatau.
Wurde in »Volcano« umbenannt, nachdem man zu spät bemerkt hatte, dass die Insel westlich von Java liegt.
IMDB-Eintrag
»Erster Sieg«
(In Harm's Way, USA 1965)
16 Uhr
Deutsche Fassung, gedreht in s/w 35mm, 70m Panavision blow up
Unter der Regie von Otto Preminger schlagen John Wayne und Kirk Douglas (unterstützt von der Musik Jerry Goldsmiths) die Japaner als Vergeltung für Pearl Harbour
Wikipedia-Eintrag
»Faubourg 36«
(Paris, Paris - Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück, Frankreich 2008)
20 Uhr 15
Originalfassung mit deutschen Untertiteln, gedreht in 35 mm, neue 70mm Kopie mit 6-Kanal-Stereo-DTS-Ton
Im Paris der 30er Jahre versuchen drei Musikheaterangestellte ihr pleite gegangenes Haus weiterzuführen.
Kritik bei Outnow.ch
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