Sunday, 25. October 2009
Na, wenn das nicht eines der meistverlinkten Videos wird: ein (niederländischer) Journalist fragt die Kanzlerin, wie man einen Mann zum Finanzminister machen kann, der »vergessen« hat, dass ihm Schreiber (der Waffenhändler) 100.000 DM in bar überreicht hat.
via Fefes Blog
Thursday, 22. October 2009
Na, da habe ich aber Glück gehabt: mein Blog u1amo01 ist kein rechtsfreier Raum. Kann ich beweisen. Mit Google.
Also kein Handlungsbedarf für die FDP, die sich ganz auf den Rest des Internets konzentrieren kann, um – laut Spiegel online – das Web durchzuregulieren.
Find' ich gut. Nachdem uns die Finanzkrise an den Rand des Ruins gebracht hat, erklärt die FDP die Internetregulierung zum »Superprojekt«. Damit kann man den Anschein von Entschlossenheit und Aktivität erwecken, während Ackermann & Co. in Ruhe und Frieden weitermachen können wie bisher.
Von anderen Problemen, die man sonst so hätte ganz zu schweigen. Wobei an denen ja sowieso die Vorgängerregierung Schuld ist. Deswegen steckt man deren Hinterlassenschaft in einen Schattenhaushalt. Vielleicht kann den ja dann ein Bad-Bank-Manager verwalten.
Wobei ich mir nicht sicher bin, ob nicht am Ende alles ein genialer Reklamecoup der Piratenpartei ist. Vielleicht ist die »Schnarre« heimlich Mitglied?
Thursday, 15. October 2009
Ich glaub's ja nicht.
Die Einführung eines Online-Voting-Tools hat daher aus meiner Sicht höchste Prioriät. Online-Abstimmungen haben zwar den Nachteil, dass eine hunderprozentige Anonymität nicht gewährleistet werden kann, weswegen sie für öffentliche Wahlen nicht geeignet sind. Für die meisten parteiinternen Entscheidungen finde ich sie aber völlig OK, sie sind sozusagen das Äquivalent zur Abstimmung per Handzeichen.
» Quelle
Was waren gleich noch mal die Gründe, weshalb man auf GAR KEINEN FALL Wahlcomputer nutzen oder Wahlen über Internet durchführen sollte?
Wednesday, 14. October 2009
Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,
es ist begrüßenswert, dass Sie zugeben, dass die – salopp gesprochen – Stoppschilder im Internet nie dem Kindeswohl dienen sollten, sondern dem Stimmenfang.
Wenn Sie sich jetzt noch dazu durchringen könnten, diese dumme Floskel vom Internet als rechtsfreiem Raum (man kann selbst wegen der Verwendung von Brötchenfotos abgemahnt werden) fallenzulassen, könnte man fast an den Einzug der Vernunft in die Politik glauben.
[...] Das Internet könne kein rechtsfreier Raum sein.
Der Minister gab handwerkliche Fehler beim sogenannten Zugangserschwerungsgesetz für Stoppschilder im Internet zu. Das Gesetz zum Schutz vor Kinderpornografie sei im Endspurt des Wahlkampfes auch deshalb entstanden, um die CDU gegenüber anderen Parteien abzusetzen.[...]
Quelle: Zeit.de, dpa-Meldung
via Fefe, der es etwas drastischer formuliert hat.
Tuesday, 29. September 2009
Statistiker lieben Prozentzahlen. Mit dem entsprechenden Bezug kann man damit fast alles »beweisen« bzw. illustrieren. Deshalb ist es für den Betrachter wichtig, den Hintergrund der dargestellten Daten zu kennen.
So oder so ähnlich wie in der folgenden Grafik bekommt man in den Medien die Ergebnisse der Bundestagswahl 2009 präsentiert:
In einigen Blogs werden Grafiken gezeigt, die auch die Anzahl der Nichtwähler (18 Mio Menschen!) berücksichtigen. Die sind eigentlich die stärkste »Partei«:
Da hat man schon nicht mehr den Eindruck, dass eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung für schwarz-gelb gestimmt hat. Ganz schräg wird das Bild, wenn man berücksichtigt, dass in Deutschland nicht nur die 62,1 Mio wahlberechtigten Menschen leben, sondern laut Statistischem Bundesamt rund 82 Mio Einwohner. Das sind knapp 20 Mio Menschen, die nicht wählen dürfen, aber hier ihren Hauptwohnsitz haben. 20 Mio die nicht wählen dürfen und 18 Mio Nichtwähler – das sind 46% der Einwohner.
Nachtrag: Wie Tobias in seinem Kommentar zu recht anmerkt, sind das viele Dinge in einem Topf. Leider habe ich auf die Schnelle keine Anzahl der Kinder bis 18 Jahren gefunden, nur eine Zahl der hier lebenden Ausländer, die mit 7,3 Mio angegeben wird. Wenn man animmt, dass alle »restlichen« 12,6 Mio Nichtwahlberechtigten Kinder wären, ergibt sich das folgende Bild.
Basis: Anzahl Zweitstimmen laut Bundeswahlleiter.de, Stand 29.09.2009
Wer sich mehr mit dieser Thematik beschäftigen will, sollte einen Blick auf Walter Krämers Taschenbuch »So lügt man mit Statistik« werfen. Wobei das lügen nicht wörtlich zu nehmen ist; die Daten in den Beispielen dort sind immer korrekt. Der Betrachter wird manipuliert durch Maßstäbe, entsprechend gerechnete Prozentzahlen, weggelassene Jahre etc.
Eine ausführliche Analyse der Bundestagswahl findet man auf dem Blog von Benjamin Hoff (via Burks' Blog).
Sunday, 27. September 2009
Das Zwischenergebnis der Bundestagswahl gibt es bei bundeswahlleiter.de.
Auszug Zweitstimmenergebnisse am »unteren«
Ende Stand Sonntag abend 23 Uhr 15:
- Grüne: 10,6%= 4.133.695 Stimmen
- CSU: 7,3% = 2.830.210 Stimmen
- PIRATEN: 1,9% = 738.957 Stimmen
- NPD: 1,4% = 562.612 Stimmen
- Tierschutzpartei: 0,6% = 221.353 Stimmen
Friday, 25. September 2009
Es ist soweit. Der wirklich letzte Beitrag zur Wahl (vor der Wahl) in diesem Blog. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort.
Wer immer noch nicht so recht weiß, an wen er seine Stimme für vier Jahre abgeben soll, findet Entscheidungshilfe auf Alvar Freudes Seite wen-waehlen.de.
Man gibt z. B. die Postleitzahl seines Wohnorts ein und bekommt die aufgestellten Direktkandidaten gelistet, zum Teil mit Bild, Infos zu polititschen Zielen und Links zur Homepage des Kandidaten.
Oder man macht den Test, beantwortet Fragen und verteilt Sternchen auf Themenblöcke, die einem wichtig sind und erhält anschließend eine Aufstellung, welche Parteien dazu passen.
Das alles ist sehr viel detaillierter gemacht als der weithin bekannte Wahl-O-Mat. Danke, Alvar.
And now for something completely different.
TV-Total ist eine dieser Sendung, die mir ziemlich am ... vorbeigehen. Die letzten Tage konnte man im Web den Hinweisen auf die Aktion Enter den Raab nicht entkommen, die dafür sorgen wollte, dass in Raabs Wahlsendung auch die Piratenpartei berücksichtigt werden möge. Wurde sie nicht und Raab wird im Web mittlerweile in die Rubrik »Internetausdrucker« oder »alter Mann mit Kugelschreiber« gesteckt.
Nun haben sich ein paar pfiffige Jungs unters Studiopublikum gemischt und präparierte Wahlzettelchen unters Volk gebracht, die um die Rubriken »Piratenpartei« und »Sonstige« ergänzt waren. Im anschließend präsentierten Ergebnis waren diese Stimmen auf wundersame Weise verschwunden. Ausführlicher Beitrag auf piratig.de. #Raab-
PS: ich vergaß: geht wählen! Nichtwähler werden von Politikern nicht wahrgenommen.
Monday, 21. September 2009
Dirk Hillbrecht berichtet von einer CDU-Veranstaltung in Hannover mit Frau von der Leyen, bei der auch kritische Bürger mit entsprechenden Schildern anwesend waren.
Die junge Dame auf dem Bild trug übrigens ein Schild mit der Aufschrift »Wegschauen statt bekämpfen? Sperren statt löschen?«. Sie wurde von Frau von der Leyen mit den Worten begrüßt: »Sie sind also dafür, dass man sich im Internet Kinderpornos anschauen kann?!«
Eigentlich sollte man UvdL ja dankbar sein; ihre Wahlwerbung für die PIRATEN ist unbezahlbar. Ich bin jedoch deprimiert, dass man mit so einer – wie soll man das nennen? Ignoranz? Verbohrtheit? Beratungsresistenz? Blindheit? – Bundesministerin werden kann.
Und seien wir ehrlich: sie wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bleiben. Vermutlich wird das Wahlergebnis eine schwarz-gelbe oder schwarz-rote Regierung sein, egal was passiert (wenn selbst das Handelsblatt Artikel schreibt wie »Amtlich: Ursula von der Leyen hat gelogen« oder »Der Lügen-Limbo der Ursula von der Leyen« und NICHTS passiert ...)
Ich bin froh, wenn dieses Wahlkampfgetöse vorbei ist.
PS: der Presseschauer hat eine ausführliche Zusammenfassung der Ereignisse geschrieben: Zensursula - eine Rückschau (PDF-Format).