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This is the end

Logo ODP Es gibt da dieses bescheuerte Projekt, das versucht hat alle Webseiten des Internets in einem Verzeichnis zu erfassen und jeden Eintrag mit einer kurzen Inhaltsangabe zu versehen. Als ich dort eingestiegen bin, wurde es bei Yahoo gehostet, irgendwann ging es zu AOL.

In der Blütezeit wurden die Daten von Google benutzt und ein Eintrag im Verzeichnis sorgte früher für eine besser Platzierung in den Suchergebnissen. Es gab mehrere Treffen der deutschsprachigen Editioren mit bis zu 20 oder mehr Teilnehmern. Sogar auf europäischer Ebene gabs das.

Irgendwann hat dann Google aufgehört, das Verzeichnis komplett zu übernehmen. Es gab einen gewaltigen Servercrash, bei dem Daten verlorengingen und das System wochenlang unbenutzbar wurde. Die Software wurde von einem kompetenten Team bei AOL verbessert (nicht) und die Reaktionszeit des Systems wurde nach und nach ... atemberaubend. (Es gab da diesen Witz, dass die Admins die gute Hardware nutzen würden, um Counterstrike zu spielen, während das ODP auf einem ausgemusterten 486er-PC laufen würde).

Als dann tatsächlich Neuerungen kamen, kamen auch Unmengen an Fehlern, mit der Folge, dass immer mehr Editoren sich andere Hobbies suchten. Einige sind bei Wikipedia gelandet, andere irgendwo ...

Ich hatte mich neulich wieder angemeldet und festgestellt, dass die früher so lebhaften Foren wie die Geisterstädte im Film »Der Omega-Mann« wirkten. Da war es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis zum endgültigen Aus. Schade eigentlich.

Hallo zusammen.

Es war großartig mit euch in den letzten Jahren zu arbeiten. Ich weiß, dass DMOZ wichtig für euch und die Benutzer ist. Danke an alle für eure Mitwirkung an diesem Open-Source-Projekt.

Es wurde die Entscheidung gefällt, das Hosting der Website am 28. Februar 2017 zu beenden.

Falls ihr daran interessiert seid, mit anderen Editoren in Kontakt zu bleiben, loggt euch bitte unter Resource Zone ein, um diesen großartigen Verbund von Editoren beisammen zu halten.

https://www.resource-zone.com/

Danke für eure Zeit, Energie und Leidenschaft.

Mit freundlichen Grüßen
Russ

dmoz

A man is not dead while his name is still spoken

»A man is not dead while his name is still spoken.«
Going Postal, Chapter 4 prologue

Es gibt dieses großartige Buch von Terry Pratchett »Going Postal«, auf Deutsch »Ab die Post«, mit dem wunderbaren Gauner Feucht von Lipwig, der nicht ganz freiwillig die marode Post wieder in Schwung bringt. Nebenbei lernt man anhand der telegrafenähnlichen »Klacker« eine Menge über Kapitalismus. Für mich eines der schönsten Bücher. Keine Frage, dass ich bei dieser zauberhaften Sache mitmache.

In Terry Pratchett's Discworld series, the clacks are a series of semaphore towers loosely based on the concept of the telegraph. Invented by an artificer named Robert Dearheart, the towers could send messages ›at the speed of light‹ using standardized codes. Three of these codes are of particular import:

G: send the message on
N: do not log the message
U: turn the message around at the end of the line and send it back again
 

When Dearheart's son John died due to an accident while working on a clacks tower, Dearheart inserted John's name into the overhead of the clacks with a ›GNU‹ in front of it as a way to memorialize his son forever (or for at least as long as the clacks are standing.)

Keeping the legacy of Sir Terry Pratchett alive forever. For as long as his name is still passed along the Clacks (nowadays called The Internet), Death can't have him.

Alles weitere auf www.gnuterrypratchett.com

Es gibt sie noch

Die ganzen Internetabfragen laufen über Google. Alle? Zumindest ein paar Personen scheinen nicht aufzuhören Widerstand zu leisten.

Nein, nicht die in dem kleinen gallischen Dorf. Die freiwilligen Editoren des ODPs, auch bekannt als dmoz.org. Alle Seiten des Webs in einem Katalog kategorisiert war die ambitionierte Vision. Vor Jahrzehnten war ich dort sehr rege tätig, es gab mehrere User-Treffen und sogar Editorenhochzeiten ...

Erstaunt habe ich festgestellt, dass die Oberfläche nach 18 Jahren (!?) angepasst wurde. Für mobile und allen Schnickschack. Curiosity killed the cat – also einen Reinstatement-Antrag ausgefüllt und Bauklötze gestaunt, als der innerhalb von Stunden genehmigt wurde.

Kein allzu großes Wunder: Zu guten Zeiten, als das Verzeichnis noch von Google mitverwendet wurde und jeder dort eingetragen werden wollte, gab es Tausende Freiwilliger. In den Foren wurde in den Sprachen aller Herren Länder diskutiert und gewerkelt. Aktuell scheint es nur noch eine kleine Handvoll Mitglieder zu geben. Wer kennt schon noch diesen Dinosaurier.

ABER.

Beim Herumstöbern in meinen alten Lieblingskategorien bin ich über den Eintrag von Kathrin Lemke gestolpert, die im Januar dieses Jahres viel zu jung verstorben ist. Also habe ich traurig den Beschreibungstext »Seite der in Berlin lebenden Saxophonistin« geändert auf »Saxophonistin, die in Berlin lebte«. Ein kurzer Blick zu Tante Google zeigt, das dort beim Suchergebnis von Kathrins Seite der ODP-Text als sogenanntes Snippet gezeigt wird. Mal sehen, ob und wann Google meine Textänderung vom 25.08.2016 übernimmt.

Bild Bild

Nachtrag: am 13.09.2016 war der aktualisierte Text bei Google als Snippet zu sehen.

Google - immer wieder überraschend

Bei Google+ bin ich ja schon eine Weile. Weil Andreas Eschbach dort schreibt. Und Kristian Köhntopp.

In der Vergangenheit habe ich mein Google-Konto kaum verwendet. Als angehender Vielleicht-Android-Benutzer beschäftige ich mich seit ein paar Tagen damit und erlebe immer wieder Überraschungen.

Bei Google-Maps habe ich z. B. meine Adresse gespeichert - und bekomme unter der gleichen Anschrift meine Uraltwebseite kursax.de angezeigt.

Hä?

Erstaunlicherweise steht im Impressum eine andere, alte Adresse. Irgendwann hatte ich die Webseite bei einem Webverzeichnis meiner Stadt eingetragen mit der Adresse, die in Google-Maps angezeigt wird. Natürlich weiß Google angeblich (fast) alles; es so zu erleben ist dann doch noch einmal eine merkwürdige Erfahrung.

Wenn ich bei Google Contacts Telefonnummern eintrage, wird gesucht, ob es dazu einen Google+-Account gibt. Auch wenn der Benutzer dort seine Telefonnummer aus Datenschutzgründen nicht eingetragen hat - wenn ich sie eintippe, ist sie im System. Hmm.

Das war einer der Gründe, warum ich nach kurzer Zeit bei Facebook wieder ausgestiegen bin: wenn irgendwer ein Foto von mir hochgeladen hat und mit meinem Namen markierte, gab es eine Verbindung zu meinem Facebook-Account. Dieser Kontrollverlust war mir unangenehm.

Irgenwann kann man dem wohl nicht mehr entgehen, wenn man nicht auf viele Dienste verzichtet. Oder gleich zurück zum Briefpapier geht und die Finger vom Netz läßt.

Tschüß, Google+

Es gibt immer einen Spagat zwischen Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit. Google hat beschlossen, dass es verwunderlich sei, dass ich mein Google+-Konto sowohl von verschiedenen Rechnern als auch mit verschiedenen Providern und sogar verschiedenen IP-Adressen benutzen möchte. Kann ja nur ein Passwortdiebstahl sein!

Screen shot

Um die Sperre aufzuheben, soll ich mein Passwort zurücksetzen. Und dafür brauche ich eine Handynummer. Die sich seit der Kontoeröffnung natürlich geändert hat. Mal ehrlich, wer will Google schon ständig seine neuen Handynummern mitteilen? Wissen die nicht sowieso alles?

Lange Rede, kurzer Sinn: ihr könnt mich mal. Wenn es kein simpleres Verfahren gibt, könnt ihr Euch diesen Service an den Hut stecken. Google+ braucht sowieso niemand.

Blogjubiläum

Am 9. April 2005 war es soweit: der erste Blogartikel auf eigenem Webspace mit dem grandiosen Titel »Hello World« und dem großartigen Text »Jetzt hat es geklappt: mein neues Blog funktioniert :-) « Vorher hatte ich etwa ein Jahr lang sporadisch Beiträge auf einem bei Blogger laufenden Blog verfasst. Die sind alle im Nirvana verschwunden, als ich vor ein paar Monaten meinen Google-Account gelöscht habe.

Zu Anfang lief hier Wordpress mit dem unscheinbaren Standarddesign von Michael Heilemann, das sich bei näherem Hinsehen als sehr durchdacht und ausgereift erwies. Weil das Blog von Anfang an eine Art Modellbahnersatz ;-) war, habe ich viel am Design geschraubt und herumprobiert. Irgendwann hatte ich ein Template (simply oder so?) von John Wrana laufen, mit dem ich lange zufrieden war.

Als ich Wordpress durchgespielt hatte ;-) kam Mark daher und meinte, Serendipity sei doch viel besser. Seltenere Updates, stabiler und überhaupt. Erst im zweiten Anlauf habe ich im Oktober 2007 den Wechsel geschafft. Was habe ich über den doch so bequemen Wordpress-Editor geflucht, der genial einfach zu bedienen war. Klaglos konnte man drauflostippen, Text und HTML-Befehle wild mischen – es kam immer etwas ansehnliches im Blog heraus. Nur wurde das nicht in den Beiträgen in der Datenbank so abgelegt. Ich erinnere mich schaudernd an fehlende Absätze und viel Spaß mit Sonderzeichen. Bei der Gelegenheit ein dickes Dankeschön an Garvin, den Chefentwickler von s9y und natürlich auch an die Nutzergemeinschaft, die mir bei allen Problemen schnell weitergeholfen hat.

Aus der Zeit habe ich die Lehre gezogen, dass ich keinen bequemen Editor verwende, sondern alle Blogeinträge mit XHTML auszeichne. Falls ich mal wieder umziehen sollte ...

Nach Jahren der Textlastigkeit kamen ab 2008 Fotos ins Blog, natürlich unter einer eigenen Kategorie.

Ich glaube 2010 habe ich meine Film- und Festivalberichte in ein eigenes Blog ausgelagert. Im Kino gesehen hat es auf 246 Einträge gebracht. Nach einigen Pausen habe ich das im Februar 2014 eingestellt, konnte mich allerdings noch nicht zur endgültigen Löschung entscheiden. Per robots.txt habe ich mal die Suchmaschinen versucht auszusperren.

Seit Februar 2013 habe ich mit Audio-Beiträgen angefangen herumzuspielen und schließlich begonnen, Fabians Buch »Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen« einzusprechen. 25 Folgen sind bisher zusammengekommen.

Für die Zahlenfetischsten:

  • Kommentare (ohne Spam): 849
  • geschriebene Artikel: 2.494
  • davon wieder gelöscht: 1.378 (!)

Hadmut Danisch klagt: Presserecht für Blogger?

Können auch Blogger Presserecht in Anspruch nehmen?

Es ist eine offene und bislang ungeklärte, aber auch umstrittene Rechtsfrage, ob auch ein Blogger Presserecht für sich in Anspruch nehmen, also Auskünfte von Behörden usw. einfordern kann. Es ist eine Frage, die viele Blogger und den ganzen Journalismus betrifft.

Ich habe dazu gerade vor dem Verwaltungsgericht Berlin Klage gegen die Humboldt-Universität erhoben, um genau diesen Punkt zu klären. Deshalb bitte ich in dieser Stelle alle Blogger, die sich dafür interessieren und Presserecht in Anspruch nehmen möchten, um etwas Unterstützung und Publizität.

Ganzen Artikel lesen auf Danisch.de