Thursday, 4. February 2010
Fortsetzung von »Bar«
Sam war aufgewacht, obwohl der Wecker noch nicht geklingelt hatte. Er suchte nach dem Lichtschalter. Kurz vor fünf, viel zu früh für einen Morgenmuffel wie ihn, aber kein Wunder nach dem letzten Abend. Zweimal von der gleichen Frau verlassen zu werden war schon was. Vielleicht sollte er das dem Guiness-Buch der Rekorde melden.
Natürlich war ihm klar, dass das so nicht stimmte. Und dieses Mal hatte er selbst die Entscheidung in der Hand, die er schon vor Wochen getroffen, aber nicht in Taten umgesetzt hatte. Höchste Zeit, seinen Hintern hochzukriegen. Nicht mehr lange hin bis Mai.
Durch das Dachfenster beobachtete er die vorbeiziehenden Wolken. Wenigstens kein Schnee mehr. Globale Erwärmung hin oder her, es war der schneereichste Winter seit langem gewesen und er hatte die Schnauze voll vom Schneeschippen, Autofreilegen und von rutschigen Wegen.
Als er den Wecker im darunterliegenden Zimmer klingeln hörte, rappelte er sich auf, tappte die Treppen hinunter und setzte Kaffeewasser auf.
Draußen lag ein Hauch von Frühling in der Luft.
Wednesday, 3. February 2010
Sicher kennt jeder Blogschreiber Phasen, in denen es nicht richtig läuft. Nein, keine Angst, ich verfasse keinen Beitrag über eine Schreibblockade, das interessiert keinen Menschen. Statt dessen versuche ich einmal etwas neues, ein Experiment. Bisher habe ich hier Berichte über die Blue note Big Band geschrieben, mich an Filmkritik versucht, ab und zu EDV-Hinweise eingestreut und Fotos veröffentlicht.
Heimlich wollte ich schon immer Romane oder wenigstens Kurzgeschichten schreiben. Nach zu vielen Raymond-Chandler-Krimis habe ich immer wieder einmal mit Detektivgeschichten angefangen, um nach wenigen Seiten aufzuhören.
Ihr ahnt schon, was jetzt kommt: statt auf Papier versuche ich es hier im Blog. Stephen King sagt ja immer, er beginnt seine Geschichten einfach von Anfang an zu schreiben, Wort für Wort, ohne zu wissen wie es weitergeht oder gar endet. Klingt gut – und erspart mir Planung. Ich schreib einfach drauf los. Keine Ahnung was dabei herauskommt und wenn mir nichts mehr einfällt, bleibt es eben ein Fragment. Wen's nicht interessiert: jetzt zum nächsten Blog springen oder den Rechner ausmachen oder ... auf den Link »Bar vollständig lesen« klicken.
You have been warned.
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Monday, 17. March 2008
Der spannendste Krimi, den ich seit langem gelesen habe: »Vaterland« von Robert Harris.
Das Buch hat schon einige Jahre auf dem Buckel (es ist von 1992) und wird mittlerweile bei einer Supermarktkette für 2,99 EUR verramscht. Bei dem Preis konnte ich nicht widerstehen und habe es mitgenommen. Bisher hatte ich immer einen Bogen um das Werk gemacht; die Geschichte klingt gar zu düster: sie spielt in einem fiktiven Großdeutschen Reich, in dem Hitler den Krieg gewonnen hat.
Harris versteht es meisterhaft, diese Idee zu einem beklemmenden Hintergrund für seine Geschichte zu nutzen. Das von Speer umgebaute Berlin, die allgegenwärtige Gestapo, die Vorbereitungen für ein erstes Treffen der beiden Staatsoberhäupter Kennedy (Joseph, nicht John F.) und Hitler passend zu Führers 75. Geburtstag - alles wird so stimmig geschildert, dass es einem wirklich eiskalt den Rücken hinunter läuft.
Dazu eine gut erzählte Story um einen desillusionierten Fahnder, der bei einer Routineermittlung zu einem Mordfall gefährlich nah an die Geheimnisse der Mächtigen im Lande gerät.
Als Pendlerliteratur kann ich das Buch nur bedingt empfehlen; ich hätte beinahe meine Haltestelle verpasst.
Bei
Amazon bestellen.
Wednesday, 19. December 2007
Weil ich gerade von Markus Heitz
»Kinder des Judas« lese (sehr spannend, aber nix für Peter N.

), habe ich einen Blick auf dessen Homepage
mahet.de geworfen. Und festgestellt, dass wir etwas gemeinsam haben.
Markus verwendet als Domainnamen die Nutzerkennung, die ihm von seiner Uni zugeteilt wurde, ich verwende die, die mir vor Jahren in der Firma zugeteilt wurde.
Vor *vielen* Jahren, wie man auf dem Zettel nachlesen kann.
Monday, 29. October 2007
Und hier wieder eine Empfehlung für alle, die wegen des Streiks Zeit am Bahnhof totschlagen müssen: »Goldjunge« von Joseph Finder.
Ein Thriller aus dem Bereich Industriespionage (Vorsicht Peter: in der Ich-Form geschrieben). Ein Mitarbeiter wird wegen Mißbrauch des Computersystems vor die Wahl gestellt, entweder in den Knast zu wandern oder als angeblicher Top-Entwickler zur Konkurrenz zu wechseln und deren neuestes Projekt auszuspähen.
Spannendes Lesevergnügen, bei dem man aufpassen muss, dass man nicht versehentlich auf der Bank sitzen bleibt und den Zug verpaßt.
Heyne Verlag, ISBN 3-453-43024-7, 12,- EUR
siehe auch Website zum Buch
Tuesday, 16. October 2007
Nachdem ich erfolglos in der S-Bahn versucht habe, "Nervöse Fische" von Heinrich Steinfest zu lesen, habe ich mir etwas anderes suchen müssen. Nichts gegen Herrn Steinfest; seine Romane sind großartig. Aber einfach nicht tauglich für Pendler, die morgens kreischende Schüler im Zug haben und abends - naja, ein wenig müde sind.
Wer Fantasy-Romane mag (oder mal "Das schwarze Auge" gespielt hat), wird sicher so wie ich seinen Spaß an den Romanen aus der Shadowrun-Reihe von Markus Heitz haben. Mit denen hat man eher das Problem, das man so gefesselt ist, dass man seine Haltestelle verpassen könnte
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