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Rainer Aderjan ist tot

»Für die krankheitsbedingt meinerseits teils etwas schwierige Kommunikation der vergangenen Wochen möchte ich noch um Verständnis bitten. Vielen Dank gebürt meinen freien Mitarbeitern, die es allen Widrigkeiten zum Trotz geschafft haben, alle Termine zur allgemeinen großen Zufriedenheit durchzuziehen.
 
THE SHOW MUST GO ON -- am besten mit Ausrüstung von SOUND&LIGHT.NW
Rainer Aderjan«

Sommer 2016
Das Kurpfälzische Saxophonquartett
von rechts nach links: Kurt Siebein, Rainer Aderjan, Yvonne Müller, Klaus Neubauer

Seit 1984 spielten wir zusammen im »Kurpfälzischen Saxophonquartett« mit mehr oder weniger langen Pausen. Irgendwann im Frühjahr 2016 (?) hatten wir einen kurzen Auftritt, an den ich mich nicht richtig erinnere. Es war der letzte. Rainer Aderjan ist letzte Woche nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 60 Jahren gestorben.

Servus Rainer, machs gut.

Schleife binden

Sitze im Schlafanzug mit einer selbstgebundenen Schleife (im Volksmund auch Fliege genannt) und einem bescheuerten Grinsen vor dem Laptop. Endlich geschafft! Vielleicht schaffe ich das auch nochmal? Obwohl – gelungene Experimente soll man nicht wiederholen.

Die beste Anleitung scheint mir die hier zu sein. Was ich nicht gleich kapiert habe: das ist ein »Spiegelvideo«. Also nicht krampfhaft darauf achten, die Bewegungen der linken Hand des Lehrers mit der eigenen Linken nachzumachen, sondern Spiegel neben den Bildschirm stellen und dort die »gleiche« Hand wie die auf dem Monitor bewegen. Sämtliche Klarheiten beseitigt?

Dave Brubeck ist tot

Dave Brubeck und Paul Desmond
Dave Brubeck und Paul Desmond, 08.10.1954 | Public Domain | fotografiert von Carl van Vechten
Irgendwann im Laufe des Abends fragt bei Blaskapellen immer jemand: »Könnt ihr mal den Schneewalzer spielen?«. Bei Jazzbands wird nach »Take Five« gefragt. Ich fand das Stück immer toll – zu hören. Selbst spielen ist auf dem Tenorsaxophon ungeschickt. Vor allem bei der Bridge bricht man sich fast die Finger.

Die Legende sagt, dass Joe Morello, der Schlagzeuger des Dave-Brubeck-Quartetts, Stücke in ungeraden Taktarten geliebt habe. Und deshalb Paul Desmond (der Saxophonist der Band) »Take Five« komponiert hätte. Bei dem man immer denkt, dass es von Dave Brubeck sei.

Keine Ahnung, ob das alles stimmt. Und die Beteiligten kann man nicht mehr fragen. Dave Brubeck, der viele wunderbare vertrackte Titel komponiert hat, ist gestern, am 5. Dezember 2012 im Alter von 91 Jahren gestorben.

Jam Session

Roland Preuß (vib) und Uli Holz (b)

Seit langem war ich wieder mal bei der Jam Session in der Feuerwache. Eine kurze Suche im Blog … ach du liebe Zeit, das letzte Mal war im Juni 2007. Verdammt lang her.

Grund war die Ankündigung, dass Roland Preuß mitspielen würde. Weil das einer unserer Gastsolisten bei »Jazz an Neujahr« ist, wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Am Baß war Uli Holz mit von der Partie, am Schlagzeug Mischa Becker, der auch bei der Big Band trommelt.

Was die drei gespielt haben hat mir sehr gut gefallen. Hat mir viel Spaß gemacht ein paar Stücke mitzuspielen, auch wenn mein Session-Repertoire ein wenig eingerostet ist. Aber dagegen kann man ja etwas tun: hab mir gleich heute das erste Mal seit langem (hatten wir die Formulierung nicht gerade?) die Zeit genommen zu üben.

Ich weiß leider nicht, wer das Foto aufgenommen hat (Frank?). Haben wir für Reklamezwecke bekommen.

It don't mean a thing...

»... if it ain't got that swing« (Duke Ellington)

Recht hat er, der Duke.

Und den Swing hat Roger Cicero offensichtlich schon mit der Muttermilch aufgesogen. Beim Konzert in Karlsruhe fand ich ihn einfach nur Klasse. Stimme, Umfang, Tongebung, Moderation, Outfit - alles tip top. Bei seinen Ausflügen ins Publikum ließ er sich bereitwillig knipsen und posierte mit Fans. Und sang dabei fehlerfrei weiter.

Was bei der meiner Meinung nach mehr als schlechten Saalakustik für mich an ein Wunder grenzte. Man stelle sich einen elliptischen Saal mit Glaswänden (!) vor. Wie kann man sowas als Konzertsaal verwenden? Grausam.

Die kleine Big Band (nur zwei Trompeten und zwei Posaunen statt der üblichen vier oder fünf, nur 4 Saxophone statt fünfen), die er als Begleitung dabei hat, war ganz groß. Herausragend Ulli Orth am Altsaxophon und natürlich Stephan Abel am Tenor. Wobei ich mir ein paar Soli mehr gut vorstellen könnte.

Die Technik war der Band ebenbürtig. Das Licht war sehr gelungen, vor allem die verwendeten LED-Panels haben mir gefallen. Und die Tonleute haben es trotz widrigster Saalakustik geschafft, dass man etwa zwei Drittel des Texts verstanden hat.

Erst nach vielen Zugaben wurde die Band vom begeisterten Karlsruher Publikum »entlassen«. A propos Zugabe: da wurde ausgerechnet ein Medley aus all den Nummern der CDs gespielt, die im Konzert gefehlt hatten. Mit den vielen Tempiwechseln eine anspruchsvolle Art, tschüß zu sagen.

Mit einer guten Saalakustik wäre es für mich das Konzert des Jahres gewesen. So behält Annett Louisan den Spitzenplatz ;-)

Des Pudels Kern

Eines meiner Lieblingsblogs ist Daily Ivy von Sven K. Niemand schreibt so gute Nachrufe wie Sven. Zum Teil umwerfend komisch (Evel Knievel) oder anrührend (Joe Zawinul).

Zum Gedenken an den Liedermacher Ulrich Roski ist die Tage eine von Sven gestaltete Homepage veröffentlicht worden. Gefällt mir sehr gut. Hab’ ich gleich beim ODP unter World/Deutsch/.../Genres/Lied/Liedermacher/ eingetragen.

Ah ja, wer sich einen Eindruck über die Texte Roskis verschaffen möchte: Des Pudels Kern.