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Rund um die nobelsten Pfälzer Weingüter

Foto Blick von der Michaelskapelle über die Rheinebene

Dank des schönen Wetters hat das Jahr mit einer Wanderung gut angefangen. Vielleicht wird das ja eine neue Artikelserie hier im Blog.

Von Deidesheim zur Michaelskapelle, dann hoch zu den Heidenlöchern, über die Grüne Bank zur Wachtenburg. Weil es dort brechend voll war, gab es in der Alten Münze in Wachenheim ein spätes Mittagessen. Dann über Forst zurück nach Deidesheim.

Bei der Gelegenheit möchte ich allen Pfalzdurchwandern den Wanderführer »Pfälzerwald – Deutsche Weinstraße« von Antje und Gunther Schwab aus dem Michael Müller Verlag empfehlen (nein, das ist keine bezahlte Werbung). 38 gut beschriebene Touren mit Höhenprofil, Zeitangaben der Teilabschnitte und interessanten Hinweisen, handliches Format. Für Technikfreaks gibt es auch GPS-Tracks. Wie gut das funktioniert, kann ich mangels Gerät nicht beurteilen ;-)

Silence is golden?

Wald

»Das Spielen von Musikinstrumenten innerhalb der Hütte ist aufgrund Gebührenforderungen seitens der GEMA an den PWV Burrweiler untersagt. Ausnahmen davon bilden öffentlich angemeldete Veranstaltungen seitens des Vereins über die GEMA.«
aus der Hüttenordnung der Annahütte

Eigentlich freue ich mich über Lokale, in denen keine Zwangsberieselung durch Fahrstuhlmusik stattfindet. Dass man in einer Wanderhütte nicht mehr spontan zur Gitarre greifen darf, finde ich nur noch traurig.

Wanderer, kommst du nach Fischen

... dann sieh zu, dass du rechtzeitig im Gasthaus bist.

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Seit letztem Maiwochenende haben Mindelheimer und Finderepasshütte geöffnet - da muss man das verlängerte erste Juniwochenende nutzen, um nach Fischen zu fahren und von dort aus die Bergwelt erkunden.

Bergstation Fellhorn
Bergstation Fellhorn
Das Frühstück im Hotel war ausgezeichnet. Und der Aufbruch deshalb später als geplant, was sich rächen sollte. Erst um 10 Uhr geht es mit der Gondelbahn hoch zum Fellhorn. Wegen der noch mangelhaften Kondition wollen wir mit der auch heruntergehen. Letzte Talfahrt 16 Uhr 15.

Fellhorngipfel
Fellhorngipfel
Im Gedränge der Touristen, die die Bahn an der Bergstation unermüdlich ausspuckt, gehen wir zunächst das Stückchen hoch zum Fellhorngipfel. Nach einem kurzen Rundblick laufen wir um halb elf gen Fiderepasshütte, dem heutigen Tagesziel.

Unterhalb der Hütte gilt es zu entscheiden: abbrechen, um die letzte Gondel zu erwischen oder weiter? Den Gipfel vor Augen kann ich kaum umdrehen, also hoch, wo Essen und vor allem das Bier lockt. Auch wenn sich der Rückweg dadurch drastisch verlängert. Der letzte Anstieg hat es in sich: In engen Kehren geht es steil bergauf, dazu noch über ein kleines Schneefeld.

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Weg zur Fiderepasshütte
Umso mehr freut man sich, wenn man endlich die Hütte erreicht. Die Speisekarte hat mittlerweile einen unglaublichen Umfang. Und die Getränke! Hefeweizen, dunkles Weizen, Kristallweizen, alkoholfreies Weizen ... alles, was das Herz begehrt. Dazu noch ein Rudel Kellnerinnen, die die Köstlichkeiten im Handumdrehen herbeischleppen. Man kann kaum glauben, dass man sich auf 2070 Metern Höhe befindet. Der Akzent einer der Damen klingt angenehm vertraut. Beim Kassieren frage ich nach und erfahre, dass sie aus Landau stammt, in der Heimat gerade um die Ecke. Sachen gibts.

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Schneefeld vor der Hütte
Fiderepasshütte
Fiderepasshütte
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Blick von der Fiderepasshütte auf den Weg zur Mindelheimer Hütte. 3. Juni 2011

Beim Abstieg könnte man Richtung Talstation Fellhornbahn laufen. Oder ins Kleinwalstertal und von dort aus mit dem Bus nach Oberstdorf. Diese Variante scheint mir interessanter. Leider entpuppt sie sich als zu interessant. Weil wir noch an zwei Almen rasten, ist es halb sieben, als wir im Tal ankommen. Und der letzte Bus ist weg. Also weiterlaufen zur nächsten Haltestelle. Dort kommt kurz nach acht ein Bus. Allerdings fährt der nur bis Oberstdorf Bahnhof. Der Taxistand ist leer, wenigstens steht die Telefonnummer der Zentrale dort angeschrieben. Also das für Notfälle mitgeschleppte Mobiltelefon gezückt und kurz darauf werden wir zu unserem Auto gefahren.

Mit einem Mordshunger geht es müde aber gut gelaunt zurück nach Fischen. Noch schnell den Hotelschlüssel geholt und ab ins Stadtzentrum. Zur Abwechslung zur Pizzeria. Hmm, die schließt um 22 Uhr. Und mittlerweile ist es fast halb zehn. Die daneben liegende »Pfälzer Weinstube« (wer geht im Allgäu in eine »Pfälzer Weinstube«?!) hat bereits geschlossen.

Also weiter zur »Post«.

»Gibt es bei Ihnen noch etwas zu essen?«
»Nein. Die Küche ist schon sauber. Gehen sie doch zum Italiener.«
»Aber der schließt um 10!«
»Wir ja auch!«
»Oh Gott, ich glaub wir sind auf dem Land.«
»Falsch! Sie sind in Fischen. Ich frage mal den Koch, ob es noch Kleinigkeiten gibt.«

Schließlich bekommen wir die ab 21 Uhr (!) gültige Nachtkarte und sind vor dem Hungertod gerettet. Das Essen war ausgezeichnet. Freitagabend und ab 22 Uhr ist alles dicht.

Nebelhorn Bergstation
Nebelhorn Bergstation
Am nächsten mit reichlich Muskelkater gesegneten Tag fahren wir aufs Nebelhorn, essen ein Stück Kuchen, bewundern anwesende Rocker, die wiederum das Panorama bewundern und laufen ab der Mittelstation eine Runde hinunter Richtung See. Die kurz davor liegende Hütte hat natürlich noch nicht geöffnet. Also wird der mitgebrachte Proviant verspeist. Hätte noch besser geschmeckt, wenn die Trinkflaschen nicht leer gewesen wären.

Egal, es gibt ja Hütten. Also hoch zum Edmund-Probst-Haus, dort etwas getrunken und - dieses Mal pünktlich - mit der Gondel ins Tal. Nach einer ausgiebigen Ruhepause im Hotel fahren wir frohen Mutes und guter Hoffnung (es ist schließlich erst kurz nach 19 Uhr) zu einem Berggasthof bei Oberstdorf, den wir von früher kennen.

Ich mache noch Witze über die Nachtkarte ab 21 Uhr am Vorabend. Der Ober empfängt uns mit den Worten »Es gibt nur noch Getränke. Küche bis halb acht und es ist jetzt genau halb acht. Das nächste Mal früher.«

Ähm. Samstagabend? Tourismusregion?

Wenn die Bayern unser Geld nicht wollen, fahren wir eben nach Österreich. Hurra, in Rietzlern sind die Bürgersteige noch unten. Die Getränke kommen zügig, das Essen lässt auf sich warten. »Kann ich ihnen ein Glas Prosecco anbieten? Wir haben eine Gruppe von 17 Personen hereinbekommen, deswegen wird es ein wenig dauern.« Als das Essen nach eineinhalb Stunden kommt, ist der Spargel angebrannt (?). Dafür sind die Kartoffeln bissfest. Und das Fleisch wäre als Rumpsteak bleu perfekt. Weils Schweinemedaillons sind leider nicht.

Fazit: Die Berghütten bieten Beeindruckendes schnell, gut und verhältnismäßig (Seilbahntransport!) preiswert. Im Tal muss man möglichst um 18 Uhr am Trog stehen und kann sein blaues Wunder erleben. Das nächste Mal übernachten wir in einer Hütte.

Von der Fiescheralp zum Bettmerhorn (1)

Von der Fiescheralp zum Bettmerhorn

Aus meinem Tagebuch:

26. Oktober 2008
Fahren mit der Gondelbahn um 10 Uhr 15 hinauf zur Fiescheralp, von da aus zu Fuß zur Bergstation Bettmerhorn. Keine Wolke, strahlend blauer Himmel. Gute Sicht aufs ferne Matterhorn (nein, im Foto ist das Matterhorn nicht zu sehen).

Vom Grimselpass zum Siedelhorn (2)

Weg zum Siedelhorn, 25.10.2008

Aus meinem Tagebuch:

25. Oktober 2008
… das letzte Stück ist schneebedeckt und vereist. Weshalb ich unten bleibe und die Profis vorbeilasse zum Gipfel. Ich muss an das Buch Hiob denken: »Bis hierher sollst Du kommen und nicht weiter!« (hatte vorher Dan Browns Buch Sakrileg gelesen).

Nina und Hannes steigen auf der Gegenseite ab und ich gehe den bereits bekannten Weg zurück. (Teil 1 lesen)

Siedelhorn
Am Siedelhorn