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LARP

Seit Montag spiele ich eine Art 50er-Jahre-LARP: nur ein Raum im Haus ist beheizt (die Wohnküche, nicht das Bad), warmes Wasser gibts nur aus dem Wasserkocher. Im Rest des Hauses schwankt die Temperatur je nach Wetterlage zwischen 14 und 16 Grad. Eigentlich macht man sowas nur als Mittelalterdarsteller.

Hatte die Gasheizung ausgeschaltet, um Wasser nachzufüllen. Und beim Einschalten tat sich – nichts. Der sofort herbeigeeilte Installateur konnte nur den Tod der Elektronik feststellen und an den Werkskundendienst verweisen. Der hat das Teil am Dienstagmorgen bestellt und seitdem ist es unterwegs.

Die nächste Heizung kaufe ich bei Amazon Prime. Nicht von der Firma mit dem Hasen im Logo.

Diese Ruhe

Mehr als 6 Stunden Netzwerkausfall im Großraumbüro. Keine PCs, keine IP-Telefone ... selten so eine angenehme Stimmung erlebt. Mal abgesehen von den Kollegen, die dringende Terminarbeiten hatten. Und den LKWs, die nicht abgefertigt werden konnten.

War so eine heitere, entspannte Ruhe. Schränke aufräumen, mit Kollegen sprechen statt Mails zu schicken. Eigentlich sollte man sowas einmal im Monat machen.

11 Fragen 2016

Früher waren sie an der Tagesordnung: Stöckchen. Heutzutage eher selten. Hier ist eins von Fabian: Elf Fragen 2016.

  1. Wie lange sagst du noch „Frohes neues Jahr“?
     
    Eigentlich nur am 1. Januar zu den Kollegen bei Jazz an Neujahr. Sonst verwende ich das nur bei beruflichen E-Mails in der ersten Arbeitswoche.
     
  2. Wie schmeckt die Erinnerung an Kindheit?
     
    Pommes Frites, Minutensteak vom Elektrokontaktgrill und Kopfsalat. Und der Geruch von frisch gebackenem Kuchen, wenn ich Samstag Abend aus der Badewanne kam.
     
  3. Wann und wo bist du das letzte Mal barfuß durch die Straßen gelaufen?
     
    Hm. Ich glaube das habe ich noch nie gemacht.
     
  4. Wie hieße die Biografie deines Lebens?
     
    ... noch eine Biografie, die niemand braucht.
     
  5. Wenn du eine Zeitreise machen, aber nicht mehr zurückkommen könntest, würdest du gehen? Und wenn ja, wohin?
     
    Eher nicht. Wenn doch, dann in die 50er Jahre. Um in den amerikanischen Jazzkellern herumzuhängen und Lester Young, Dexter Gordon oder Charlie Parker zu treffen. Oder direkt zum Newport Jazzfestival, um die Duke-Ellington-Band und Paul Gonsalves mit seinem unglaublichen Solo live zu erleben. Und Johnny Hodges. Und Cat Anderson.
     
  6. Erinnerst du dich, wie du deine erste Narbe bekommen hast?
     
    Natürlich. Krankenhausaufenthalt im Alter von 5 Jahren. Schwestern, die jeden Tag behaupten, dass ich am nächsten Tag bestimmt heim dürfe. Wenn ich das typischen Krankenhausaroma (Desinfektionsmittel etc.) in die Nase bekomme, wird mir heute noch übel.
     
  7. Und deine letzte?
     
    Klar. Kleine ambulante OP 2010.
     
  8. Schämst du dich für manche Bücher, Filme, Serien, Musik, die du konsumierst?
     
    Jap. Allerdings nicht genug, um das hier zu verschweigen :-) Als mein Onkel noch lebte, schickte er mir wenn ich krank im Bett lag immer eine große Tüte mit diesen Heftchenromanen. Western, Grusel, Horror. Habe ich mit Begeisterung verschlungen. Zur Not auch (hüstel) Arztromane. Beim Fernsehen habe ich zu meiner Schande die ersten Staffeln Dschungelcamp verfolgt. Das ist wie ein Autounfall. Man darf nicht hinsehen, kann aber nicht wegsehen. Und natürlich die Einstiegsrunden von DSDS. Ahem.
     
  9. Wer ist für dein Schicksal verantwortlich?
     
    Alle anderen sind schuld! Eigentlich hauptsächlich ich selbst.
     
  10. Wann sehen wir uns?
     
    Gute Frage. Schlag was vor. Irgendwann auf eine Apfelsaftschorle in Karlsruhe? Würde mich freuen!
     
  11. Was ist dein „mokita“? Deine Wahrheit, die jeder kennt, aber keiner ausspricht?
     
    Darüber muss ich noch nachdenken.
     

... oder per Mail

Versicherungshotline will Vertragsänderung von mir für Frau nicht per Telefon entgegennehmen. Obwohl ich alle Vertragsdaten nennen kann und die Rechnung in der Hand habe. Ok. Könnte ja jeder anrufen. Auf meine Frage, ob wir das dann per Brief melden müssen, erhielt ich die Antwort, dass E-Mail auch ginge.

HÄ?

Im Handumdrehen Account namederfrau@freemailprovider eingerichtet. Mail an Versicherung geschickt. Gespanntes Abwarten.

Herr im Himmel.

Kostümverleih Insignia Regis in Dettenheim-Liedolsheim

Nie im Leben hätte ich erwartet, dass es ausgerechnet in Liedolsheim einen Kostümverleih gäbe. Wer also mal eben ein Musketierkostüm braucht: Insignia Regis hat alles da. Die Firma besteht seit etwa 80 Jahren. Da hat sich einiges an Material angesammelt – über 5.000 Kostüme.

Mir gefällt es, dass die nicht neu und billig aussehen, sondern einiges an Patina angesammelt haben. Wie im richtigen Leben. Im Kino sitze ich bei Kostümfilmen immer da und runzle die Stirn über Landsknechte, deren Uniformen aussehen wie frisch vom Schneider.

EDC?

Ich hatte ja keine Ahnung, was EDC sein soll. Das ist Neudeutsch für Everyday Carry und bezieht sich auf den Kram, den Mann jeden Tag mit sich herumschleppt. Auf der Webseite everydaycarry.com kann anscheinend jeder seinen Tascheninhalt vorstellen. Erstaunlich, wie viele Leute ein Messer dabei haben.

Wer schon immer wissen wollte, was Designlegende Eric Spiekermann einstecken hat, wird dort auch fündig.

Ach ja, eine Warnung: das ist eine dieser Webseiten, die man kurz aufruft, anschaut und Stunden später wieder aus dem Mauskoma erwacht.