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Live-Linux: Tails

Um das Risiko beim Online-Banking zu minimieren, war ich auf der Suche nach einem Linux, das man von CD bzw. DVD starten kann. Ein Betriebssystem, das von DVD gestartet wird, kann schließlich nicht mit einem Virus infiziert werden.

Am bekanntesten ist sicher Knoppix von Klaus Knopper. Da ist alles dabei, was man üblicherweise braucht. Von DVD gestartet ist es bei meinem Rechner träge und hakt immer wieder mal beim Starten der grafischen Oberfläche. Deswegen wollte ich etwas anderes ausprobieren.

»Damn Small Linux« und »Puppy Linux« sehen auf den ersten Blick vielversprechend aus, weil sie mit wenig Platz auskommen. »Damn Small Linux« ein bisschen alt. Hmm. Aber wozu hat man Twitter? (ok, ich habe gemogelt: ich weiß ja, dass Michael für den O'Reilly-Verlag das Buch »Linux Wegweiser für Onliner« verfasst hat, deshalb habe ich ihn bei meiner Frage per @ eingebunden)

Logo Michael hat mich neben Knoppix auf Tails (siehe auch Wikipedaeintrag Tails) hingewiesen. Stimmt, das war das System, das Edward Snowden empfohlen hatte. as basiert auf Debian und scheint ständig weiterentwickelt zu werden, Fokus ist Datenschutz und Anonymität. Klingt gut.

Also habe ich mir das heruntergeladen und auf DVD gebrannt. Komfortabler ist natürlich ein System auf einem USB-Stick; weil ich es aber nur zur Abwicklung von Überweisungen nutzen möchte, ist mir der absolute Schreibschutz einer DVD lieber. Außerdem habe ich mit USB-Sticks schlechte Erfahrungen gemacht; teilweise sind die nach einigen Wochen bereits unbrauchbar geworden.

Booten scheint ähnlich lange zu dauern wie Knoppix. Der Desktop macht einen aufgeräumten Eindruck; die Softwareausstattung übertrifft meine Erwartungen: sogar mein Audio-Aufnahme- und -schnittprogramm Audacity ist vorhanden.

Der mitgelieferte Browser funktioniert direkt über das Tor-Netzwerk, was im Vergleich zu einer direkten Internetverbindung zwangsläufig langsamer ist. Im Vergleich zu meiner Knoppix-DVD hält sich das die Waage: wenn ich HTML-Formularfelder ausfülle, muss immer wieder das DVD-Laufwerk anlaufen und bis das voll dreht, kann ich nichts eingeben.

Was mir so aufgefallen ist:

  • Das Tastaturlayout steht (zumindest bei mir) nach dem Booten auf US-Layout. Für deutsches Layout gehe man auf Applications / System Tools / Settings / Personal / Region + Language / Input --> das + Zeichen anklicken, German anklicken und per Add übernehmen. Anschließend kann man rechts oben neben der Uhrzeitanzeige auf DE umstellen.
  • Wenn man mit dem sog. unsicheren Browser surft, ist die Geschwindigkeit mit der üblichen vergleichbar. Habe es aber nicht geschafft, dass bei youtube der Ton zu hören ist. Beim Tor-Browser ging das einfach so.
  • Beim Herunterfahren wird nicht wie bei Knoppix die CD ausgeworfen, was bei meinem Slot-In-Laufwerk lästig ist. Deshalb besser den Pfeil für Neustart anklicken, im Boot-Menü von Festplatte starten und die CD über das gewohnte Betriebssystem auswerfen.
  • Vor der Nutzung sollte man sich schlau machen, wie man entweder die Boot-Reihenfolge am Rechner umstellt oder wie man ein Boot-Auswahlmenü bekommt. Stichwort BIOS googeln. Bei mir kommt man per beim Starten festgehaltener Entf-Taste ins BIOS und per F12 gleich ins Boot-Ausmwahlmenü.
  • Wenn man sich unter Tails bei Twitter anmeldet, bekommt man anschließend diese Sicherheitsmail, das der Account von einen ungewohnten Ort genutzt wurde. Anscheinend sitze ich per Tor in Rumänien oder UK oder ... :-)

Im Kino zu sehen: Der rote Korsar

Plakat Im Kinderzimmer hing da dieses Piratenplakat, direkt neben Gregory Peck als »Des Königs Admiral«: Burt Lancaster in seiner Paraderolle als »Der rote Korsar« (»The Crimson Pirate«, 1952).

Läuft im Rahmen des Technicolor-Festivals am Samstag, 27. Mai 2017 um 11 Uhr in der »Schauburg« in Karlsruhe.

Fun fact: Die Außenaufnahmen wurden im Golf von Neapel gedreht. Bei einer Szene kann man sogar ziemlich in der Bildmitte ein modernes Kreuzfahrtschiff sehen.

Computerdämmerung?

Die Medien schreiben seit Freitag mehr oder weniger groß aufgemacht über Angriffe auf die Bahn, Krankenhäuser etc. Um was gehts?

Seit einiger Zeit drohen Angriffe durch sogenannte »Ransomware«. Das sind Programme, die man meist per E-Mail als Anhang geschickt bekommt. Im Text steht dann sowas wie "Mahnung: Sie haben unsere Rechnung vergessen zu beazhlen, Details entnehmen Sie bitte dem Anhang". Öffnet man den Anhang, wird Code ausgeführt - falls man das zum Code passende Betriebssystem hat.

Dieser Code verschlüsselt alle Daten, auf die er Zugriff hat. Also die lokale Festplatte, eventuell angeschlossene externe Festplatten, eingesteckte USB-Sticks. Und eventuell vorhandene Netzlaufwerke. Anschließend erscheint eine Mitteilung, dass man den Entsperrschlüssel nur gegen Lösegeld erhält. Das ist die Meldung, die letzten Freitag auch auf Anzeigetafeln der Bahn zu sehen war.

Bei der aktuellen Code-Variante kommt die Besonderheit hinzu, dass auch verbundene Computer befallen werden. Allerdings nur, wenn ein entsprechend anfälliges Computerbetriebssystem benutzt wird. Das scheinen alle Windows-Varianten außer dem neuen Windows 10 zu sein. Microsoft soll im März Flickzeug, sog. Patches bereitgestellt haben, die diese Lücke stopfen. Die muss man aber auch installieren, sonst nutzts nix.

Linux- und Apple-Benutzer scheinen fein raus zu sein. Dieses Mal.

Also: Betriebssystem so aktuell wie möglich halten. Nicht auf unbekannte Anhänge in Mails klicken.

Und Backups machen, die sich auf Medien befinden, die nicht am Computer angeschlossen sind (externe Festplatte im Schrank, DVDs). Mit einem aktuellen und funktionierenden (!) Backup kann man über die Lösegeldforderungen schmunzeln.

Obacht: die Mails werden immer besser. Früher konnte man die leicht an der abenteuerlichen Grammatik erkennen. Neulich gab es speziell auf Personalabteilungen zugeschnittene Varianten, in denen auf offene Stellenanzeigen geantwortet wurde. Der Schadcode steckte im angeblich angehängten Lebenslauf. Anscheinend hatte man öffentliche Stellenanzeigen herausgesucht und gezielt die jeweiligen Personalstellen aufs Korn genommen.

Auch wichtig: informiert sein. Nicht (nur) über die Mainstream-Medien, sondern über https://www.heise.de/security/. Oder auf Englisch über die Webseite von Brian Krebs. Dort gibts auch einen Artikel Tools for a saver PC oder über Gefahren am Geldautomaten.

PS: natürlich steigt mit Firmengröße die Komplexität. SAP soll laufen, irgendeine obskure vorsintflutliche Anlagensteuerung, natürlich die Officepalette und was weiß ich nicht alles. Was für Probleme das mit sich bringt, hat tante sehr gut beschrieben: »Why don't they just update?«.
via Rivva.de

Western in der Schauburg, Karlsruhe

Die Reihe »Traumfabrik« in der Schauburg in Karlsruhe geht mittlerweile in die 13. Runde. Thema ist dieses Jahr »Western - Der Wilde Westen und wir«.

Foto

Für mich als altem Westernfan ein umwerfendes Programm. Natürlich habe ich fast alle schon gesehen, aber noch nie im Kino. Hurra!

Programm

  • 30.04.2017 »Stagecoach - Ringo« (1939), 35mm
    Blutjunger John Wayne in seiner ersten Hauptrolle. Die deutsche Synchronfassung enthält - wenn ich mich richtig erinnere - leider nicht die Originalfilmmusik. Sakrileg.
  • 07.05.2017 Laurel & Hardy »Zwei ritten nach Texas« (1937) (»Way Out West«), DCP
    Stan Laurel und Oliver Hardy sind einfach großartig!
  • 14.05.2017 »The Return of Frank James« (1940) (»Rache für Jesse James«), OmU DCP
    Henry Fonda in der Titelrolle
  • 21.05.2017 »Rio Bravo« (1959), 35mm
    John Wayne, Dean Martin, Ricky Nelson und Walter Brennan
  • 28.05.2017 »Die vier Söhne der Katie Elder (1965)«, 35mm
    John Wayne, Dean Martin, George Kennedy und Dennis Hopper
  • 04.06.2017 »The magnificient Seven« (1960) (»Die glorreichen Sieben«), OmU DCP
    DIE Westernmusik von Elmer Bernstein (Marlboro-Reklame ...), Yul Brunner, Steve McQueen, James Coburn, Charles Bronson, Brad Dexter, Horst Buchholz, Robert Vaughn und Eli Wallach
  • 11.06.2017 »Der Mann der Liberty Valance erschoß« (1962), 35mm
    James Stewart, John Wayne, Lee Marvin
  • 18.06.2017 »Il buono, il brutto, il cattivo« (1966) (»Zwei glorreiche Halunken«), OmU DCP
    Clint Eastwood, Lee van Cleef und Eli Wallach! Sergio Leone! Ennio Morricone!
  • 25.06.2017 »The Wild Bunch« (1969) in 70mm
    Unter Regie von Sam Peckinpah spielen William Holden und Ernest Borgnine
  • 02.07.2017 »Buffalo Bill and the Indians« (1976), OmU DCP
    Paul Newman als Buffalo Bill, Joel Grey, Harvey Keitel, Geraldine Chaplin
  • 09.07.2017 »Erbarmungslos« (»Unvorgiven«, 1992), 35mm
    Spätwestern mit Clint Eastwood, Gene Hackman und Morgan Freeman
  • 16.07.2017 »Dead Man« (1995), 35mm
    Film von Jim Jarmusch mit Johnny Depp
  • 23.07.2017 »The Hateful 8« (2015), OmU 70mm Roadshow
    Quentin Tarantino. Samuel L. Jackson. Kurt Russell. Walton Googins. Jennifer Jason Leigh.

Jeweils Sonntag 15 Uhr, vermutlich wie jedes Jahr mit Einführung und anschließendem Gespräch.

alle Angaben ohne Gewähr

Ausgetwittert (?)

Twitter ist unterhaltsam, oft lustig, manchmal ärgerlich – aber immer ein wahnsinniger Zeitfresser. Deshalb bin ich da mal wieder raus. Ich habe nicht mitgezählt; es könnte der 3. Benutzername gewesen sein. Mark weiß das vermutlich. Nun denn.

Es wird jetzt Sommer und ich sollte mehr Zeit im Garten, im Wald und auf dem Fahrrad verbringen, statt zu viele Kurznachrichten zu lesen. Meine 52 Follower werden es verschmerzen.

Nachtrag: irgendwie ist es gar nicht so leicht, damit aufzuhören. Deswegen versuche ich es jetzt mit einer, hm, »Light-Variante«: 9 Zwitscherern folge ich , 6 folgen mir.

Brötchen selberbacken

Gute Frühstücksbrötchen sind bei uns rar. An manchen Tagen habe ich den Eindruck, dass sogar die Supermarktware zum Fertigbacken besser schmeckt als Brötchen vom Bäcker.

Am Wochenende hatten wir bei Bekannten kurzfristig ein gemeinsames Abendessen. »Bis ihr da seid, backe ich noch schnell Brötchen«, hieß es. Häh? Tatsächlich, frische warme Brötchen. Und die haben gut geschmeckt! Natürlich wollte ich das Rezept: Luftig weiche Vollkornbrötchen fertig in 30 Minuten.

Weil Artikel im Internet nicht ewig vorhanden sind, wiederhole ich hier das Rezept in Kurzform:

Backofen auf 180 Grad vorheizen (Umluft). Man verrühre 200 g Quark mit einem Ei, 50 ml lauwarmem Wasser und 1 Teelöffel Salz, füge 250 g gutes Mehl hinzu und einen Teelöffel Backpulver. Daraus nach Laune zwischen 6 und 8 Brötchen mit 2 Löffeln formen und auf ein Backblech mit Backpapier setzen. Nach Gusto mit Sesam oder anderen Körnern bestreuen und 20-25 Minuten backen.

Wenn man das gleich nach dem Aufstehen macht und während der Backzeit Eierkochen, Orangensaftpressen und Tischdecken erledigt, ist das kaum mehr Aufwand als Brötchen holen oder aufbacken.

Zumindest am Wochenende wird es das ganz sicher öfter geben. Wie ich festgestellt habe, schmecken die auch am Folgetag - im Gegensatz zum gekauften Kram, den man am Day After wenigstens kurz auf den Toaster werfen muss.