Skip to content

Bericht vom 2. Widescreen Festival - Teil 2

Am Samstag hatte ich einen Auftritt mit der Bigband, weshalb ich die ersten beiden Filme des Festivals »König der Freibeuter« (The Buccaneer / USA 1958) und »Geisha-Boy« (The Geisha Boy / USA 1958) verpasst habe.

Fast hätte ich es rechtzeitig zum dritten Film geschafft, wenn nicht die Suche nach einem Parkplatz so lange gedauert hätte. Das ist bei der »Schauburg« oft ein Problem. Am besten benutzt man öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder stellt sich ins Parkhaus des Staatstheaters. Naja, ich habe nur ein paar Minuten des Anfangs versäumt.

»One-Eyed Jacks«

(USA 1961)

Nach einem Bankraub wird Rio (Marlon Brando) von seinem Freund und Partner Dad Longworth (Karl Malden) im Stich gelassen und landet im Gefängnis. Nach Jahren kann er ausbrechen und macht sich auf die Suche nach seinem Kumpan, um Rache zu nehmen. Der ist mittlerweile in einer kleinen Stadt Sheriff geworden, verheiratet (Katy Jurado) und hat eine Stieftochter (Pina Pellicer).

Zusammen mit drei Verbrechern (darunter Ben Johnson) plant Rio, die Bank dieser Stadt auszurauben und anschließend den Sheriff zu töten. Vorher nutzt er die Gelegenheit, die Stieftochter Longworths zu verführen; allerdings verliebt er sich dabei in sie ...

»One Eyed Jacks« ist in mehrfacher Beziehung ein außergewöhnlicher Film. Es ist die einzige Regiearbeit Marlon Brandos (der für den ausgestiegenen Stanley Kubrick eingesprungen war) und ich muss sagen, er hat diesen Job sehr, sehr gut gemacht. Alle Darsteller spielen mit Verve, allen voran Karl Malden, der hier von freundlich bis bösartig die ganze Palette seines Könnens zeigt. Auch von der mir bisher völlig unbekannten Pina Pellicer war ich restlos begeistert. Die Nebenrollen sind ebenfalls ausgezeichnet besetzt und gespielt: Katie Jurado, Ben Johnson, Slim Pickens (Danke für den Hinweis, Christian!) und so weiter.

Dazu kommt eine wirklich packend erzählte Geschichte, die sich zum Ende hin mehr und mehr steigert. Interessant sind auch die Schauplätze; Western, die an der Meeresküste spielen sind eher selten. Großes Lob auch für Kameramann Charles Lang, der auch bei dem am Folgetag gezeigten »Gunfight at the OK Corral« mitwirkte.

Einziges Manko war für mich das Genuschel von Marlon Brando, der sonst hervorragend spielte. Ihn habe ich zum ersten Mal im Original-Ton gehört und hatte ziemliche Probleme ihn zu verstehen. Nun ja.

Vor lauter Begeisterung über den Film habe ich völlig vergessen auf Bildqualität, Schärfe, Kopienqualität usw. zu achten – ich bin eben kein Filmvorführer. Mir ist nur in Erinnerung geblieben, dass ich das Bild als sehr angenehm empfand. Scharf, schöne Farben, kaum Laufstreifen, IMHO eine gute Kopie. Für das Alter geradezu erstaunlich.

Danach gab es einen Imbiss, der für Festivalpassbesitzer inklusive war. Sehr leckeres und zum Film passendes Chili oder Gyros mit Bratkartoffeln. Wirklich gut und in großzügiger Menge. Auch die Pause bis zum nächsten Film fand ich ausreichend lang.

weiter zum Teil 3

Trackbacks

u1amo01 am : Bericht vom 2. Widescreen Festival - Teil 1

Vorschau anzeigen
Am 6. und 7. Juni 2009 fand in der »Schauburg« in Karlsruhe das »2. Widescreen Festival« statt. Während beim 1. Festival im vergangenen Jahr das Thema CinemaScope im Mittelpunkt stand, ging es dieses Mal um VistaVision, Technicolor und

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Textile-Formatierung erlaubt
Formular-Optionen