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Noch mehr Plakatentwürfe

Wie Peter sehr richtig schrieb, muss man im Vorbeifahren auf einen Blick erkennen, ob die Veranstaltung von Interesse ist oder nicht.

Die Fachleute vom Typoforum waren sich einig, dass alle Varianten mit dem Trompeter zu langweilig seien. Einige von ihnen haben selbst Entwürfe gemacht; die möchte ich euch nicht vorenthalten.

Wobei man beachten muss, dass das nur Denkanstöße sind, keine fertig ausgearbeiteten Plakate.

 

f)
g)
h)

Unter dem Aspekt des »auf einen Blick sehen, um was es geht« müsste man eigentlich hingehen, und das seit Jahren für »Jazz an Neujahr« verwendete blaue Plakat nehmen.

Jazz an Neujahr

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Kommentare

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SuMu am :

ein Kombi aus f.) und das blaue Plakat!
Die Schrift und die blaue Farbe vom alten Plakat und die Instrumente von f

Frank am :

f) halte ich auch für gelungen. Gut erkennbare, klare Typographie. Beim anderen hängen entweder zuviele Kornette in der Luft oder die Schrift wirkt altertümlich, wenn nicht gar ein Hauch von III. Reich darüber schwebt.

Grüße

Frank

Klaus am :

Die “altertümliche” Schrift sollte als eye catcher dienen und könnte auch durch eine andere ersetzt werden.

Dass die Schrift mit 3. Reich assoziiert wird, ist ein bedauerliches Vorurteil, weshalb ich sie auf einem Plakat nicht verwenden würde.

Die von uns als “Nazischrift” empfundene sog. gebrochenen Schriftarten wurden von den Nazis als “Judenschrift” beschimpft und 1941 sogar verboten.

Zitat:
Ab 1939 allerdings wurden die gebrochenen Schriften zum Thema einer zunehmend rassistisch-antisemitischen Polemik, die am 3. Januar 1941 in einem von Martin Bormann stellvertretend für den Führer gezeichneten grotesken Schrift-Verdikt gipfelte, in dem die Fraktur verboten und die Antiqua zur Normalschrift erklärt wurde:

» Zu allgemeiner Beachtung teile ich im Auftrag des Führers mit: Die sogenannte gotische Schrift als eine deutsche Schrift anzusehen und zu bezeichnen ist falsch. In Wirklichkeit besteht die sogenannte gotische Schrift aus Schwabacher-Judenlettern.

Genauso wie sie sich später in den Besitz der Zeitungen setzten, setzten sich die in Deutschland ansässigen Juden bei der Einführung des Buchdrucks in den Besitz der Buchdruckereien, und dadurch kam es in Deutschland zu der starken Einführung der Schwabacher-Judenlettern.

Am heutigen Tage hat der Führer in einer Besprechung mit Herrn Reichsleiter Amann und Herrn Buchdruckereibesitzer Adolf Müller entschieden, dass die Antiqua-Schrift künftig als Normalschrift zu bezeichnen sei. Nach und nach sollen sämtliche Druckerzeugnisse auf diese Normalschrift umgestellt werden. Sobald dies schulbuchmäßig möglich ist wird in den Dorfschulen und Volksschulen nur mehr die Normalschrift gelehrt werden.

Die Verwendung der Schwabacher-Judenlettern durch die Behörden wird künftig unterbleiben; Ernennungsurkunden für Beamte, Straßenschilder u. dergl. werden künftig nur mehr in Normalschrift gefertigt werden. Im Auftrage des Führers wird Herr Reichsleiter Amann zunächst jene Zeitungen und Zeitschriften, die bereits eine Auslandsverbreitung haben, oder deren Auslandsverbreitung erwünscht ist, auf Normalschrift umstellen.«

Quelle: http://www.typolexikon.de/f/fraktur.html

Frank am :

Hallo Klaus,

danke für die ausführliche Erklärung.
Mit den Assoziationen ist das ja immer so eine Sache. Das ist für mich zunächst einmal erst eine vage visuelle Erinnerung, für die man ggfs. dann erst die passenden Belege suchen muss.

Generell finde ich, dass eine altertümliche Schriftart jedweder Art nicht zur modernen Blue Note Big Band passt ;-)

Vielleicht ist der Faktor, dass die Fraktur-Schriften eben zum letzten mal in großer Verbreitung während des 3. Reichs eingesetzt wurden, der wesentliche Grund für die Assoziation. Beispiele ließen sich dafür wohl einige finden, eines wäre diese Briefmarke :

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2c/Stamp_Reichsparteitag_1935.jpg/497px-Stamp_Reichsparteitag_1935.jpg

Bei der runden Variante h) kommt noch etwas hinzu. Die graphische Gestaltung erinnert mich an die Fahnen bei den Reichsparteitagen

http://www.aesthetischepraxis.de/Bilder/Reichsparteitag.jpg

Wahrscheinlich waren es die beiden Faktoren, die mich zu meiner obigen Bemerkung brachten.

Ist ein interessantes Thema!

Viele Grüße

Frank

Klaus am :

Ach. h) kam mir die ganze Zeit irgendwie vertraut vor. In die Richtung habe ich gar nicht gedacht.

Interessant ist die Website “Die 100 besten Schriften”, zu finden unter http://www.100besteschriften.de/

Dort gibt es zu jeder der 100 Schriften Infos zur Entstehung. Bei so mancher Schrift erlebt man eine Überraschung, wenn man das Geburtsjahr liest. :-)

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