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Musik vom lebenden Orchester

Flugblatt Musik vom lebenden Orchester »Eigentlich müsste man dieses Flugblatt im Foyer verteilen. Ist ja aus der Zeit.«
»Tolles Flugblatt! Passt unglaublich gut zu unserer Moderation. Wir hängen das auf A3 ausgedruckt auf. Das als Flyer zu verteilen ist sicher zu viel Act für die Musiker, direkt vor der Veranstaltung.«
Natürlich nicht! Plötzlich mutierten alle Musiker zur »Rampensau«: Die Zettel wurden mit Feuereifer unters Publikum gebracht.

»Bei einer 20er-Jahre-Revue müsste es eigentlich auch eine Zigarettenverkäuferin geben. Aber das macht ja keiner. Und jetzt ist es sowieso zu spät.«
Über Nacht wurde aus einer Obstkiste und Stoff ein improvisierter Bauchladen zusammengetackert, unser Pianist besorgte Schokolade­zigaretten, Lakritzschnecken und Ahoi-Brause. Der Sohn eines Schauspielers war gern bereit, damit im Foyer herumzulaufen.

Die Männer sind alle Verbrecher
»Die Männer sind alle Verbrecher!« © Adolf Kluth

Kleine Beispiele aus der Arbeit an der »Revue«, wo durch Teamarbeit aus eins plus eins drei wurde. Spannende Erfahrungen.

Für die Musiker ungewohnt: Makeup und Haargel (vor welchem Konzert kommt schon extra ein Friseurteam in die Garderobe?) Von den Schauspielern liebevoll gebastelte kleine Premierengeschenke mit Glückwünschen. Nett!

Für die Schauspieler undenkbar: dass die Musiker sich in der Pause selbstverständlich unters Publikum mischen. Für die Musiker völlig normal.

Reed Section © Holger Knecht

Die Premiere am Samstag lief gut, kaum Texthänger, kein Stocken im Ablauf. Lediglich der Autor dieses Blogs hat eine Menge Einsätze verpatzt, weil die Schauspieler so beeindruckend waren. Der Saal war leider nur zu drei Vierteln gefüllt. Dafür aber ein sehr wohlwollendes Publikum mit viel Szenenapplaus und Gelächter. Und dass alle beim Schluss­applaus aufstehen, habe ich auch selten erlebt.

Bei der zweiten Vorstellung am Sonntag leider weniger Publikum; nur rund 100 Karten im Vorverkauf. Natürlich spielte das Ensemble trotzdem mit vollem Einsatz. Ein Besucher kann ja nix dafür, wenn er eine schlecht besuchte Veranstaltung erwischt.

» ... nach den Fidschi-Inseln!« © Adolf Kluth

Noch ein Beispiel für gute Teamarbeit: Markus meinte, dass wir eine zweite Zugabe bräuchten und schlug »Schlafen geht das kleine Saxophon« vor. Higgins hat im Handumdrehen dazu ein Lead-Sheet geschrieben (ein Notenblatt mit Melodie und Begleitakkorden). Wurde vor der zweiten Vorstellung durchgespielt und gesungen. Bernd schreibt jetzt sehr bald eine zweite Gesangsstimme dazu, macht eine Aufnahme, die dem Ensemble zum Einstudieren zur Verfügung gestellt wird und vor der dritten Vorstellung nächsten Samstag wird das geprobt. Wenn es läuft, kommt es auch gleich zum Einsatz. Bernd bringt sein Sopransaxophon mit. Und vielleicht bekommt irgendwer eine Wiege organisiert. Wobei wir Musiker lieber »Schlafsand« drüberschaufeln würden ;-)

»nehm Se 'nen Alten« © Adolf Kluth

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass dank der guten Presse bei Holger Knechts Metropolnews, bei Pfalz-Express und der gedruckten »Rheinpfalz« und nicht zuletzt durch Mundpropaganda des begeisterten Publikums die nächsten Shows besser verkauft werden.

Die Flugblattaktion war übrigens ein voller Erfolg. Oder haben Sie in letzter Zeit irgendwo ein Grammophon gesehen?

Termine

  • 15. März 2014, Halle des Leibniz-Gymnasiums, Neustadt/Weinstraße
  • 16. März 2014, Halle des Leibniz-Gymnasiums, Neustadt/Weinstraße
  • 21. März 2014, Bürgerhaus Maikammer
  • 23. März 2014, Bürgerhaus Maikammer

Veranstaltungsbeginn 20 Uhr

Kartenvorverkauf bei
Tabak Weiss, Hauptstraße 61, 67433 Neustadt, Tel. 06321/2942
Schreibwaren-Pfeiffer, Weinstraße Nord 37, 67487 Maikammer, Tel. 06321/5442

Mehr Fotos auf Adolfs Flickr-Account und Holger Knechts Blog. Mehr zur Revue auf der Seite der Neustadter Schauspiel­gruppe. Mehr zur Revue hier im Blog unter der Kategorie Revue.

PS: Ein Ende der Rationalisierungsmaßnahmen im Showbiz ist nicht in Sicht: bei Musicalaufführungen wird statt eines kompletten Orchesters immer mehr Musik vom Band eingesetzt. Zur Petition von Ver.di save live musical

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Kommentare

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Christian Wöhrl am :

Wie schade, bis Hamburg tourt ihr vorläufig nicht?!

Tja, P.S. überall dasselbe Elend. Kalte Perfektion statt charmantem Handwerk. Da muss doch irgendwann mal wieder eine Trendwende einsetzen?

Klaus am :

Wenn uns jemand mit Geld zwingen ;-) würde, führen wir natürlich gern nach Hamburg.

Aktuell sieht es so aus, als würde es ein Verlustgeschäft. Schade eigentlich bei dem ganzen Aufwand.

Zu Perfektion statt Handwerk: der Kunde bzw. das Publikum hat es in der Hand.

Adolf Kluth am :

Hallo Klaus,

die Sonntagsvorstellung nach der Premiere ist eigentlich immer schlecht besucht. Einerseits, weil es Sonntag ist – am nächsten Tag müssen alle wieder arbeiten – und andererseits, weil es sich nach der Premiere noch nicht herumsprechen konnte, wie (dass) es gefallen hat. Morgen ist der entscheidende Indikator: Wenn es am Samstag eine Woche nach der Premiere gut besucht ist, dann war es wirklich ein Erfolg.

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