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Big Band und Streicher – eine ungewöhnliche Kombination?

Plakat Am 7. Mai 2016 spielt die Blue note BIG BAND unter Leitung von Henk Meutgeert gemeinsam mit einer eigens zusammengestellten Streichergruppe ein Konzert im Saalbau, Neustadt an der Weinstraße. Unser Berndleader hat dazu einen ausführlichen Text verfasst, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Viele denken bei den Stichworten Streicher und Jazz zunächst nur an den Geiger Stéphane Grapelli, der in den 1930er Jahren zusammen mit Django Reinhardt und seinem Quintett große Erfolge feiern konnte. Jedoch reichen die Wurzeln dieser Kombination, gerade mit schon fast sinfonisch besetzten Streichern, bis in die Kinderstube des orchestralen Jazz' in die 1920er Jahre zurück.

Die Orchester von Jean Goldkette und Paul Whiteman, für den George Gershwin seine berühmte »Rhapsody in Blue« geschrieben hat, stürmten Mitte der 1920er Jahre die Charts der damals noch sehr jungen Plattenindustrie. Zu den Hochzeiten des Swings ab ca. 1940 nahmen viele Big Bands zur Standardbesetzung eine Streichergruppe hinzu. Die Orchester von Tommy Dorsey, Harry James, Gene Krupa oder Artie Shaw konnten zu dieser Zeit trotz einer stattlichen Orchestergröße von ca. 40 Musikern wirtschaftlich arbeiten. Nach 1945 jedoch ließ die Beliebtheit des Swings beim Publikum stark nach und die meisten Bandleader mussten ihre Orchester wieder verkleinern oder ganz aufgeben. Lediglich sehr erfolgreiche Gesangsstars wie Frank Sinatra konnten weiterhin die großen Bands unterhalten. Zu einer der schönsten Produktionen dieses Genres gehören die Aufnahmen von Sinatra mit der Count Basie Big Band von 1964 mit einer fast schon sinfonisch besetzten Streichertruppe.

Damit waren die Streicher jedoch noch nicht vergessen. 1949/50 nahm Charlie Parker zwei Platten mit einer 10-köpfigen Streichergruppe auf, die später seine erfolgreichsten Platten überhaupt sein sollten. Und auch in Europa bedienten sich zwei ganz große Musiker des Easy-Listening der kombinierten Klangfarbe aus Bläsern und Streichern: Bert Kaempfert und James Last landeten mit dieser Kombination viele ihrer Welthits in den 1960er, 70er und 80er Jahren.

Heutzutage findet man Bläser und Streicher nur noch selten im Jazz vereint. Gepflegt wird diese Besetzung, noch ergänzt um einige Bläser aus dem Sinfonieorchester, beim Metropole Orkest in den Niederlanden, welches schon seit 1945 immer wieder mit den Weltstars des Jazz zusammenarbeitet. Henk Meutgeert, der schon vor 10 Jahren als Gastdirigent bei Jazz an Neujahr mit der Blue note BIG BAND auf der Saalbau-Bühne stand, arbeitet nicht nur regelmäßig mit dem Metropole Orkest zusammen, er leitete auch schon mehrere Projekte dieser Art bei »seinem« Jazz Orchestra of the Concertgebouw. So lag es nahe, dass die Blue note BIG BAND bei ihm anfragte, als es darum ging, einen Gastdirigenten für das Projekt »Klangfarbenerweiterung« zu finden.

Auf dem Programm stehen am 7. Mai 2016 ausschließlich Arrangements aus der Feder des Niederländers. Den Programmschwerpunkt bilden dabei Werke aus dem „American Songbook“, Melodien der großen amerikanischen Songschreiber George Gershwin, Irving Berlin und Richard Rodgers, bei denen natürlich die Stimme der Blue note BIG BAND – Michaela Pommer – nicht fehlen darf. Daneben gibt es aber noch weitere interessante Musik zu hören, denn Henk Meutgeert ist nicht nur als Bearbeiter tätig, sondern schreibt auch eigene Kompositionen. Seine 6-sätzige Suite »Whirl Wind Whistle« wird beim Konzert im Saalbau ihre deutsche Erstaufführung erleben. Abgerundet wird das Programm durch zwei Kompositionen aus der Feder des argentinischen Tango-Spezialisten Astor Piazzolla.

Eigens für dieses Konzert wurden die »Blue note Strings« zusammengestellt, ein Streichorchester aus handverlesenen Musikerinnen und Musikern aus ganz Süd-West Deutschland. Dabei treffen gestandene Profis (z. B. vom Orchester des Pfalztheaters Kaiserslautern) und Streicherpädagogen auf junge Nachwuchsstreicher (Preisträger bei Jugend Musiziert, Mitglieder des Landesjugendorchesters Rheinland-Pfalz, des Neustadter Jugendsinfonieorchesters oder des Sinfonieorchesters des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums) und erfahrene Laienmusiker (Sinfonieorchester der Neustadter Musikfreunde oder Landauer Kammerorchester). Sie alle verbindet die Liebe zu den Sounds des groß besetzten orchestralen Jazz'.

So viele Musikerinnen und Musiker zum Proben unter einen Hut zu bekommen ist keine einfache Aufgabe. Die Big Band probt seit Februar für sich alleine. Die Noten hierfür kamen dabei sozusagen »scheibchenweise« in der Pfalz an, denn die meisten Arrangements wurden speziell für das Konzert am 7. Mai geschrieben oder zumindest adaptiert. So gab es meistens pro Woche 1-2 neue Notensätze, die im E-Mail-Postfach des Bandleaders landeten und zur Probe frisch ausgedruckt wurden. Die Streicher hatten im April zwei vorbereitende Leseproben, bevor an zwei weiteren Probetagen kurz vorm Konzert unter Leitung des Gastdirigenten die beiden Gruppen und die Sängerin zusammengefügt werden. Intensive Probenarbeit, exzellente Programmauswahl und der phänomenale Sound der Kombination Big Band & Streicher versprechen einen unvergesslichen Abend mit dem American Songbook.

Karten Online über Ticket-Regional, bei Tabak-Weiss, Hauptstr. 61, 67433 Neustadt/Weinstr. oder an der Abendkasse.

Schriftwechsel

Die Beispiele in diesem Beitrag funktionieren nur im Blog, nicht im Feedreader

Bisher hatte ich im Blog die vom Template 2k11 gesetzten Schriftarten: Helvetica / Arial / sans-serif. Für die Nicht-Webdesigner: ist auf dem Rechner die Schrift Helvetica vorhanden, wird die benutzt, wenn nicht dann Arial, wenn es die auch nicht gibt, eine serifenlose Schrift.

Was Serifen sind? Die kleinen ähm, Dingelchen an den Buchstaben. Das kann ich besser zeigen als erklären:

Ich bin ein Text in Serifenschrift

Ich bin ein Text in serifenloser Schrift. Auf französisch »sans serif«

Wo war ich? Also im Endeffekt dürften die meisten Leser mein Blog in Arial zu Gesicht bekommen haben. Die wird oft als langweilig geschmäht. Außerdem hat sie keinen Kursivschnitt. Was das schon wieder ist? Auch hier Beispiele:

Bla blub gurgel normal

Bla blub gurgel kursiv

Bla blub gurgel normal in Arial

Bla blub gurgel kursiv in Arial

Bei Arial werden die Buchstaben bei der Einstellung kursiv einfach nur, hm, sagen wir schräg oder schief angezeigt. Während bei guten Schriften dafür eigene Formen zum Einsatz kommen. Am besten sieht man das am Buchstaben a.

Die aktuelle Schrift hier im Blog ist gerade PT Sans, die ich im Blog von Isabel Bogdan entdeckt habe (via Mokita bzw. dort dann über Die letzte Drachentöterin, die ich mir auch anschaffen möchte – Danke, Fabian!).

Die Schrift ist über Google Fonts eingebunden (Achtung Achse des Bösen!). Führt zu geringfügig längeren Ladezeiten, sieht aber interessanter als Arial aus. Und kann man beim Template 2k11 per Mausklick einbinden (Alternativ ginge es auch, die Fonts auf meinen Webserver zu speichern und von dort zu laden).

Ich bin mir nur nicht sicher, ob sie auch wirklich angenehmer zu lesen ist. Denn man kann über Arial sagen was man will: auf kleinen Bildschirmen finde ich sie gut lesbar.

Machen wir doch einen Textvergleich:

Blindtext in PT Sans (zumindest am 3. Mai 2016)

Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgefonts, Rafgenduks oder Handgloves, um Schriften zu testen. Manchmal Sätze, die alle Buchstaben des Alphabets enthalten – man nennt diese Sätze »Pangrams«. Sehr bekannt ist dieser: The quick brown fox jumps over the lazy old dog. Oft werden in Typoblindtexte auch fremdsprachige Satzteile eingebaut (AVAIL® and Wefox™ are testing aussi la Kerning), um die Wirkung in anderen Sprachen zu testen.

Blindtext in Arial bzw. sans-serif

Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgefonts, Rafgenduks oder Handgloves, um Schriften zu testen. Manchmal Sätze, die alle Buchstaben des Alphabets enthalten – man nennt diese Sätze »Pangrams«. Sehr bekannt ist dieser: The quick brown fox jumps over the lazy old dog. Oft werden in Typoblindtexte auch fremdsprachige Satzteile eingebaut (AVAIL® and Wefox™ are testing aussi la Kerning), um die Wirkung in anderen Sprachen zu testen.