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Ein Hörspiel entsteht (7)

Fortsetzung von Ein Hörspiel entsteht (6)

... und wieder wurden Aufnahmen für eine noch ausstehende Rolle abgegeben. Damit fehlt nur noch eine Rolle und die Sprachaufnahmen sind komplett.

Soweit ich weiß geht es dann los mit dem Dialogschnitt, bei dem sich herausstellt, ob irgendwas nochmal gesprochen werden muss (sogenannte Retakes). Per Equalizer müssen die Stimmen angeglichen werden, schließlich nimmt jeder in anderer Umgebung und mit anderem Mikrofon auf. Anschließend erfolgt die Verteilung der Stimmen im Raum (wie sind die Personen im Stereopanorama zu hören, links, rechts, laut, leise etc.). Danach kommen Geräusche und Musik dazu. (Falls ich als Nicht-Cutter irgendwas falsch beschrieben habe, verbessert mich bitte)

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Ein Hörspiel entsteht (6)

Fortsetzung von Ein Hörspiel entsteht (5)

Gestern hat Jan einen Sicherheitstake abgegeben. Soll heißen, dass er eigentlich mit seinem ersten Schwung Aufnahmen zufrieden ist, sicherheitshalber aber schon einmal weitere Aufnahmen bereitstellt, falls Varianten gebraucht werden sollten.

Cover Der Hippokratische Eid
Coverdesign: Thorsten Adams, Fotograf: Taydoo, Model: Dolcebella
Eigentlich wollte ich endlich mit Ludwig Thomas »Tante Frieda« weitermachen. Das lese ich für Librivox.org und es fehlen seit Monaten nur noch die letzten zwei Kapitel.

Aus verschiedenen Gründen habe ich das liegen lassen und noch einmal meinen Dr. Bennett für den hippokratischen Eid aufgenommen. Dieses Mal ohne Aufwärmbrimborium. Weil ich in Stimmung war, mit mehr »Dampf« und – wie mein Bruder sagen würde – mehr Christoph Waltz in der Stimme.

Weil man das viel besser hören als beschreiben kann hier ein Klangbeispiel (jetzt hätte ich beinahe neudeutsch Sample geschrieben - und das, wo ich doch immer gegen Anlizismen wettere): erst eine sachliche Variante und dann mit Panik.

Bin gespannt, welche Version (es gibt mehr als diese beiden) am Ende im Hörspiel sein wird.

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Ein Hörspiel entsteht (4)

Fortsetzung von Ein Hörspiel entsteht (3)

Der Tag danach. Alle Aufnahmen zum Mitnehmen überspielt und in der S-Bahn auf der Fahrt zur Arbeit durchgehört. Die vermeintlichen großen Unterschiede in der Stimme konnte ich kaum wahrnehmen. Insgesamt klingt der zweite Durchgang besser. Hmm. Ob ich noch eine dritte Version aufnehmen sollte? Könnte noch einen Tick besser werden. Bin jetzt in der Rolle so richtig drin. Nochmal drüber schlafen.

Cover Der Hippokratische Eid
Coverdesign: Thorsten Adams, Fotograf: Taydoo, Model: Dolcebella
So. Dritte Aufnahmesession ist gemacht, das Ergebnis fand ich schon direkt danach ich nicht wirklich besser als Version 1 und 2. Aber sicherheitshalber am Folgetag in meinem S-Bahn-Abhörstudio alles nochmal durchgehört.

Version 2 erscheint mir am ausgewogensten. Deshalb habe ich den Link dazu zur Weiterverarbeitung weitergegeben. Nachdem ich vorher die »Schreipassagen« von Version 1 dazukopiert hatte.

Damit sind dann 5 von 9 Rollen aufgenommen (10, wenn man die Credits mitzählt). Und es gibt mittlerweile ein Cover :-)

Jetzt heißt es für mich abwarten, bis der Cutter die Aufnahme für gut befunden hat. Falls nicht, müssen Retakes gemacht werden. Es kann auch vorkommen, dass sich erst später im Dialogschnitt zeigt, dass Teile nicht zusammenpassen. Das ist der Fluch des verteilten Aufnehmens von Dialogen. Oder dass der Autor nicht zufrieden ist. Dann muss teilweise neu aufgenommen werden.

Ich werde auf jeden Fall über Neuigkeiten berichten :-)

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Ein Hörspiel entsteht (3)

Fortsetzung von Ein Hörspiel entsteht (2)

Acht Stunden sturmfreie Bude! Beziehungsweise Haus. Das musste ich latürnich nutzen. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass Singen für mich die beste Aufwärmübung ist. Also erstmal ein paar der lästigen Hausarbeiten erledigt, dazu Lieder geschmettert und dazwischen Dialogzeilen in verschiedenen Varianten gebrabbelt. Auch hilfreich: den Text im Dialekt sprechen. Da ergeben sich die richtigen Betonungen fast von selbst. Finde ich.

http://www.hoerspielprojekt.de

Dazu habe ich einige Tassen des Sprecherzaubertranks Ingwertee getrunken. Dann zwei Seiten Text (Kaffka) laut gelesen, gefolgt von ein paar Sprechübungen. Aktuell ist sowas dran wie Tank - Dank, Mantel- Mandel, Krippe - Grippe. Was bei Kurpfälzern gerne mal zu ähnlich klingt.

Und dann los. Technik aufgebaut, alle Luken dicht (ich hab mal stundenlang ein Netzbrummen gesucht, das sich als der Kühlschrank im Nachbarzimmer entpuppt hat - die Tür war nur angelehnt), Text bereitgelegt.

Eigentlich hatte ich mir einige Requisiten zur Unterstützung ausgedacht, aus Faulheit blieb es bei einer Strickjacke, die zur Rolle passt. Ich habe von jedem Satz mindestens drei Versionen gesprochen, oft sogar 8 oder 10. Die zu brüllenden Passagen habe ich mir für das Ende aufgehoben; nach sowas ist man meistens heiser.

Anschließend Korrektur gehört, Kleinigkeiten neu aufgenommen, alles zurecht geschnitten: totaler Murks in die Tonne, Pausen gekürzt. Das Ergebnis war eine 20 Minuten lange Datei, die ich auf box.com hochgeladen habe. Sicherheitshalber habe ich mir vorgenommen, die am Folgetag nochmal zu hören, ehe ich den Zugriffslink weitergebe.

Von diesem Erfolgserlebnis beschwingt ging die restliche Hausarbeit viel leichter von der Hand. Bis mir der Gedanke kam, dass ich die Schreierei nochmal aufnehmen könnte. Dabei gibt es immer das Problem, dass man entweder zu nah am Mikrofon zu laut ist – damit ist die Aufnahme übersteuert – oder man ist zu leise oder zu weit weg, dann fehlt der Druck oder der Raumhall wird hörbar. Knifflig.

Also nochmal in mein improvisiertes Aufnahmestudio. Hmm. Warum eigentlich nur die Schreie neu aufnehmen? Der Gedanke war kaum aufgetaucht, als ich auch schon angefangen hatte, ALLES noch einmal aufzunehmen.

Erster Eindruck beim Vergleichshören: die ersten Aufnahmen kamen mir von der Stimme her frischer vor, der zweite Schwung insgesamt relaxter, tiefer und besser gespielt.

Hmm. Also alles gespeichert, Links vorab an Jan und Sonja zum Probehören geschickt. Und die Entscheidung, was ich zur Weiterverarbeitung gebe vertagt.

Mittlerweile haben von 4 von 9 Sprechern ihre Parts aufgenommen. Die restliche Besetzung ist mehr oder weniger übel mit grippalen Infekten geschlagen.

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Ein Hörspiel entsteht (2)

Fortsetzung von Ein Hörspiel entsteht (1)

... Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht ...
aus Eid des Hippokrates

Bild Hippokratischer Eid
Der Hippokratische Eid
Quelle: Wikipedia, gemeinfrei
Ohne zu viel zu verraten: Die Zukunftschroniken Teil 7 tragen den Titel »Der Hippokratische Eid«. Ich spiele Dr. Bennett, der seine Praxis gerade an seine Tochter Autumn übergeben hat.

Wie bereits berichtet wurde das Skript am 10.02.2016 an die Sprecher verteilt. Das enthält alle Dialoge, Hinweise auf Geräusche und einige Anweisungen für den Cutter.

Ich hab mir den Text ausgedruckt, mehrfach gelesen und meinen Part mit Textmarker angestrichen. Natürlich habe ich ihn zu meiner Sprecherziehungsstunde mitgenommen. Nachdem wir die korrekte Aussprache von »Hippokrates« nachgeschlagen hatten, haben wir das mit verteilten Rollen gelesen. Und festgestellt, dass das ohne Regisseur gar nicht so einfach ist. Auf die Mitspieler reagieren fällt auch flach, weil ja jeder daheim im stillen Kämmerchen aufnimmt.

Also habe ich Sonja, die Hauptdarstellerin, angeschrieben, ob sie schon ihren Part aufgenommen hätte. Wegen einer Erkältung hatte sie das noch nicht geschafft. Sie hat aber vorgeschlagen, dass wir uns zusammentelefonieren könnten, über Rollen und Stück sprechen und natürlich unsere Dialogpassagen üben könnten. Fand ich klasse.

Gesagt getan. Wir haben viel gelacht und ich habe einiges gelernt. Vor allem habe ich eine bessere Vorstellung von meiner Rolle. Ich werde beim Aufnehmen auch ein paar Requisiten benutzen: z. B. Strickjacke und die Lesebrille (brauche ich für das großgedruckte Skript eigentlich nicht). Und vor einer gewissen Szene werde ich die Ärmel hochkrempeln und ein paar Mal die Treppe hoch und runter rennen ;-) Muss ja nicht alles am Stück aufnehmen und kann das zurechtschneiden.

Natürlich werden von jedem Dialogteil mehrere Versionen aufgenommen; üblich sind 3, Sonja hat erzählt, dass sie manchmal auch 7 macht, wenn sie sich unsicher über richtige Betonung oder Ausdruck ist.

Ich freue mich auf das Hörspiel. Und darüber das Frank Hammerschmidt mir eine so große Rolle gegeben hat. Dass so gute Sprecher mitwirken wie zum Beispiel Sonja Schreiber (Phoenix in »Das Auge des Phoenix«, Lulu Mirades in »Wachwinkel und der Goldene Pling«) oder Ralf »Searge« Pappers (Hubert in »Rick Future«) und natürlich Jan, der mir Unmengen an Tipps rund ums Aufnehmen gegeben hat und den wundervollen blasierten König im Shortie »Das Verkaufsgespräch« spielt.

http://www.hoerspielprojekt.de

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Ein Hörspiel entsteht (1)

Seit Sommer 2014 bin ich im Forum von Hoerspielprojekt.de unterwegs. Amateure und ein paar Profis treffen sich da und machen gemeinsam Hörspiele. Einer schreibt das Skript, sucht sich Sprecher, Musiker, Grafiker und Cutter und los gehts. Jeder nimmt seinen Part im Kämmerchen daheim auf und schickt die Dateien an den Cutter, der daraus die Dialogszenen bastelt, Geräusche und Musik dazumischt. Die Ergebnisse werden auf hoerspielprojekt.de unter CC-Lizenz veröffentlicht.

Logo hoerspielprojekt.de

Bisher hatte ich nur kleine Rollen; Kammerdiener, Soldat Nr. 2, Polizeisprecher, Hütchenspieler, schnarchender Räuber, Creditsprecher und sowas. Als Frank Hammerschmidt am 9. Januar 2016 angefragt hat, ob ich eine der Hauptrollen in seiner neuen Folge der »Zukunftschroniken« übernehmen würde, habe ich mich gefreut wie ein Schneekönig.

Frank schreibt nicht nur tolle Hörspiele, er hat üblicherweise auch einen straffen Zeitplan und unglaublich schnelle Cutter. Bin gespannt, wie es läuft und werde hier berichten.

Am 10. Februar wurde das Skript verteilt, die ersten drei (von neun) Rollen sind bereits eingesprochen.

Einige Hörspiele von Frank, die man sich kostenlos anhören kann:

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