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G.I. Joe

Comicverfilmungen sind ja schwer in Mode; neuerdings werden (siehe Transformers) auch Filme um Spielzeug bzw. Actionfiguren herumgebaut. Mal sehen, wie die Hollywood-Firmen das noch toppen wollen. Nachdem mir der Trailer für »G.I. Joe« gefallen hatte, bin ich in Erwartung von viel hirnlosem, CGI-lastigen unterhaltsamen Krachbum ins nächste Multiplex gefahren.

Entgegen meiner Erwartung hat der Film ein ordentliches Drehbuch mit wenigen Plotholes. Man macht sich Mühe, einigen der Hauptfiguren mit Rückblenden Hintergrund und Tiefe zu verleihen und berücksichtigt sogar die Schriftstellerregel, dass eine im 2. Akt auf dem Kaminsims liegende gezeigte Pistole spätestens im 5. Akt benutzt werden muss. Gute One-Liner für die liebevoll gezeichneten Sidekicks, dazu ein James-Bond-würdiges Finale. Überraschend.

Die schauspielerischen Leistungen sind erwartungsgemäß nicht so doll (wenn Dennis Quaid sich nicht so zurückhalten würde, könnte er alle an die Wand spielen), dafür sind die Effekte die besten, die ich seit langem gesehen habe. Natürlich ist das Ende so angelegt, dass eine Fortsetzung fast zwingend erforderlich ist.

Gutes Popcorn-Kino mit einem nicht üblen Drehbuch und bombastischen Effekten.

Vier von fünf Sternen.

Woodstock

Ein interessantes Zeitdokument. Den Filmschnitt fand ich genial, ebenso den Sound (4-Kanal-Magnetton). Wenn man sich die Drehbedingungen vergegenwärtigt (16 mm Filmkameras) geradezu unglaublich.

Bei der vorgeführten Version waren alle Dialoge synchronisiert und die Songs mit Untertiteln versehen. Das war gewöhnungsbedürftig, aber ganz gut gemacht. Nur manchmal etwas nervig, aber vermutlich haben einige der Leute auch im Original etwas, ähm, seltsam geredet :-)

Bei einigen Beiträgen hatte ich schon Probleme zu verstehen, wieso das Kult ist. Ein Liedermacher mit seiner Gitarre vor einer halben Million Menschen – heutzutage fast undenkbar. Joan Baez ist nicht so mein Fall (dieses Tremolo ...).

Aber die Joe-Cocker-Aufnahme (With a little help from my friends) allein macht den Film sehenswert. Ich bilde mir ein, die Aufnahme aus dem Radio zu kennen und ich hätte geschworen, dass da ein paar Background-Sängerinnen mit von der Partie sind. Stattdessen machen das der Bassist und der Gitarrist nebenbei noch mit. Eine Fünf-Mann-Band, unglaublich (Bass, Schlagzeug, Gitarre, Hammond-Orgel, Gesang).

Jimmi Hendrix, Santana und The Who waren auch beeindruckend. Schade, dass von fast allen Akteuren nur ein Titel gezeigt wurde.

Wirklich erstaunlich, mit welchen bescheidenen Mitteln man damals ausgekommen ist. Zwei Zeltplanen als Bühnendach, eine Batterie Marshall-Verstärker, ein paar Scheinwerfer – mittlerweile haben manche Schülerbands aufwendigeres Equipment.

Zu Hause angekommen habe ich entdeckt, dass der Film in irgendeinem Programm (WDR?) im Fernsehen lief. Das kann man sich allenfalls anhören, aber nicht ansehen. Beim in drei Teile gesplitteten Bild hat das Briefmarkenformat.

Für alle, die den Termin verpasst haben: die »Schauburg« plant für Mitte September eine erneute Vorführung Sonntagnachmittags. Termin wird noch bekannt gegeben.

Die Partei

»Die Partei« ist eine Art Dokumentation über Entstehung und Werdegang der Partei Die Partei. Er beginnt damit, dass sich die drei Gründungsmitglieder das besorgen, was für jeden Politiker das Wichtigste ist: einen grauen Anzug, Symbol von Seriosität, Solidität und Macht.

Weil die Kasse ähnlich knapp ist wie heuer bei der Piratenpartei, ist das ein Sonderangebot für 49 EUR von C&A. So gewappnet besucht man den Bundestag, um sich die Büros anzusehen, in die man nach dem Wahlsieg (»weniger als 90% der Stimmen wäre enttäuschend«) eventuell einziehen könnte.

Mehr will ich auch gar nicht verraten. Der Film hat wirklich irrwitzige Momente. Leider reichen die nicht ganz für 90 Minuten; vielleicht hätte man sich trauen sollen, ihn auf 60 Minuten zu kürzen. Trotzdem sehenswert. Und ein Jammer, dass die Partei nicht wieder für die Bundestagswahl zugelassen wurde.

Drei von 5 Sternen.

Straßentheaterfestival Ludwigshafen - Fotos Teil 3

Georg Schweitzer

Für mich eine der besten Beiträge zum Festival: die Stadtführung von Georg Schweitzer. Nie habe ich so viel über die Geschichte Ludwigshafens erfahren. Und mir war auch nicht bekannt, dass sich mitten in der Fußgängerzone ein Heimatmuseum befindet. Georg Schweitzer hat es uns gezeigt: deutlich zu erkennen an den Buchstaben »H+M« über dem Eingang! Und dann sind wir auch mit Mann und Maus da rein.

Georg Schweitzer mit den Prospekten

Hier zeigt er die Prospekte des Reisebüros Blum, das nicht müde wird, sich des auf der gegenüberliegenden Seite liegenden Konkurenzbüros zu erwehren. Dabei können die nicht mal Grammatik. Herr Schweitzer führt das deutlich vor Augen: die schreiben ja sogar DER Reisebüro über ihr Schaufenster. Wo es doch die heißt. Tztz.

Georg Traber vor der Höhle

Der Höhepunkt der Führung: der Besuch einer Höhle aus der Steinzeit! Wer hätte das gedacht, mitten in Ludwigshafen! Der Schriftzug Hotelgarage dient nur zu Tarnung, um Grabräuber irrezuführen.

» zum Bericht 2009 Teil 1

» Foto von 2008