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Straßentheaterfestival

Am 1. und 2. August 2009 findet das beliebte Straßentheaterfestival in Ludwigshafen statt. Wenn ihr jemanden mit einer Nikon F80 und Fujicolorfilm(!) seht, bin's wahrscheinlich ich. (Nein, das ist kein Programmpunkt. Ich fotografiere wirklich nicht digital).

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» Mein Bildbericht

5. Todd-AO-Festival in Karlsruhe

Vom 2. bis 4. Oktober 2009 findet in der Schauburg in Karlsruhe das 5. Todd-AO-Festival statt. Das voraussichtliche Programm steht (wie immer) bei in70mm.com.

Bisher geplant: »Solomon and Sheba« mit Yul Brunner und Gina Lollobrigida, »Flying Clipper«, »Uzala, der Kirgise« von Akiro Kurosava, »Faubourg 36«.

When shall we three meet again?

Ich wollte ja schon immer einmal in die Oper. Schmetternde Heldentenöre, keifen koloratursingende Sopranistinnen … Für Anfänger wird gern Mozarts »Zauberflöte« oder der »Schreifritz« von Weber empfohlen; das habe ich ignoriert und das Angebot einer Freundin angenommen, mit ihr nach Mannheim in Verdis »Macbeth« zu gehen.

Ich hielt mich für gut vorbereitet, schließlich kenne ich Terry Pratchetts Buch »Macbest«, besitze ein paar CDs mit Tenorarien und sicherheitshalber hatte ich zuvor die Wikipedia-Zusammenfassung der Oper gelesen. Gespannt wartete ich auf den Abend. Ein heißer Tag, sicher nicht optimal fürs Zuhören, zum Singen auf einer mit Scheinwerfern aufgeheizten Bühne schon gar nicht.

Das Folgende habe ich direkt nach der Aufführung auf der Heimfahrt im Zug ins Notizbuch gekritzelt. Man möge auch berücksichtigen, dass ich von Oper (noch) keine Ahnung habe ;-).

Es war überwältigend. Mehr als 60 Mitwirkende auf der Bühne (Solisten, zwei Chöre, Bewegungschor), dazu das Orchester und ein ausverkauftes Haus - grandios. Das Stück selbst war mir ein wenig zu sopranlastig. Und die Musik angesichts der dramatischen Texte (den Übertiteln in Arial sei Dank auch verständlich) manchmal ein wenig zu fröhlich. Verdi eben. Erst im vierten Akt kommt die heissersehnte Tenorarie (Charles Reid als Macduff). Während der Bariton in der Rolle des Macbeth (Karsten Mewes) den ganzen Abend ackert wie ein Pferd, erhält der Tenor den stürmischsten Applaus. Fast wie beim Schlagzeugsolo in der Bigband.

Die Inszenierung fand ich zu statisch; der Chor friert immer wieder ein und bewegt sich zwischendurch wie in einem Stück von Robert Wilson. Dafür wird die Drehbühne ausgiebig als Karusell benutzt, natürlich steigt der Bühnenboden schräg nach hinten an und sogar die unvermeidliche Rückprojektion kommt zu einem kurzen Einsatz. Bühnenbild und Requisite sind spartanisch, als Kostüme dienen überwiegend Trenchcoats. Die Beleuchtung schien ein wenig von Rockkonzerten inspiriert: der Solist hatte meistens einen Verfolger. Anstelle dreier Hexen (ist das bei dieser Oper immer so?) war der ganze weibliche Choranteil als Schaufensterpuppen zurecht gemacht unterwegs.

Ich muss gestehen, dass mir der Tenor am besten gefallen hat, natürlich auch der Bariton in der Titelrolle. Die Sopranistin (Galina Shesterneva) war ganz gut, aber nicht mein Fall. Beim Orchester war ich von Flöte, Klarinette und Englischhorn (oder wars Oboe?) begeistert. Überhaupt: als "U-Musiker" vergißt man leicht, dass Orchestersolisten und Opernsänger einen riesigen Saal mühelos ohne jegliche Verstärkung durch Elektronik füllen können.

Fazit: »Macbeth«, meine erste erlebte Oper, wird sicher nicht meine Lieblingsoper (es fehlen einfach ein paar »Gassenhauer«). Aber es bleibt mit Sicherheit nicht mein einziger Opernbesuch. In der nächsten Saison stehen »Carmen« und »Turandot« auf dem Spielplan. Klingt interessant.

Wer sich selbst ein Bild machen will: »Macbeth« steht nur noch am 29. Juli 2009 auf dem Programm.

Wer braucht schon www?

Aus dem Artikel DNS-Erfinder Paul Mockapetris implementiert die Internetzensur in Deutschland von ZDNet:

[...] Ebenso unproblematisch sieht Tumuluri [Vice President für Marketing bei Nominum] die unter anderem von Kabel Deutschland und T-Online bereits praktizierten DNS-Fälschungen bei Domain-Vertippern [...] Diese Technologie setze Nominum verantwortungsvoll ein. Man grenze sich dabei von Missbrauch ab, indem man nur DNS-Namen fälsche, die mit www. beginnen [...]

Nee, oder?

Ich *wußte*, es würde sich irgendwie rentieren, dass meine Homepage unter http://u1amo01.de/ und mein Blog unter http://blog.u1amo01.de/ zu erreichen ist.

Ganz ohne www.

James-Cameron-Reihe

Die »Schauburg« in Karlsruhe hat eine lose James-Cameron-Reihe geplant. Den Auftakt macht am Freitag, 21. 8. um 22.30 Uhr und am Sonntag, 23.8. um 17.00 Uhr der Film »Aliens« (1986), der als 70mm blow up gezeigt wird. Wenn ich richtig informiert bin, ist das der 2. Teil, der in Deutschland als »Aliens – Die Rückkehr« lief.

Weiter gehen soll es mit im September mit »The Abys« (70mm blow up, deutsche Fassung), im Oktober mit »Terminator 2« (70mm blow up OV), im November mit »Titanic« (70mm blow up OV) und schließlich als Abschluß der neue Film »Avatar« (Digital 3D) im Dezember.

Bericht vom 2. Widescreen Festival - Teil 5

Spät aber besser als nie: die Fortsetzung meines Berichts vom VistaVision-Wochenende in der Karlsruher »Schauburg«.

»Zwei rechnen ab«

(Gunfight At The O.K. Corral / USA 1957)

Erzählt wird die bekannte Geschichte von den Earps und den Clantons, die mit der berüchtigten Schiesserei am O.K. Corral endet. Der Film von Regisseur John Sturges stellt die Männerfreundschaft des gesundheitlich angeschlagenen Spielers Doc Holliday (Kirk Douglas) und Wyatt Earp (Burt Lancaster) in den Mittelpunkt.

Endlich konnte ich diesen Streifen auf der großen Leinwand erleben. Es fasziniert mich immer wieder, wie groß der Unterschied zwischen der heimischen Flimmerkiste und dem Kinoerlebnis ist. Der Film hat mich so gefesselt, dass ich völlig vergessen habe auf Kopienqualität etc. zu achten. Anscheinend war alles gut; Mängel fallen ja bekanntlich eher auf.

Der Film ist wunderbar fotografiert (Charles Lang), die Musik von Dimitri Tiomkin ist wunderbar, die Darsteller sind in blendender Spiellaune – ein großartiger klassischer Western. Nicht zu vergessen das gute Drehbuch von Leon Uris.

Ein Kuriosum am Rande: einer der Earp-Brüder wird von Raumschiff-Enterprise-Doktor DeForrest Kelley gespielt. In der Enterprise-Folge »Wildwest im Weltraum« werden die Crew-Mitglieder Kirk, Spock, McCoy, Scotty und Chekov von Aliens in eine Westernstadt versetzt, wo sie feststellen, dass alle sie für die Clanton-Bande halten. Und der O.K. Corral wartet ... Ausführlich kann man das bei Synchronkartei.de nachlesen.

Nach dem zweiten Western dieses Tages gab es Kaffee und Kuchen, der für Festivalpassbesucher inklusive war. Kann ich nur empfehlen. Man sitzt bei gutem Wetter zwischen den Filmen entspannt im Hof und kann den Experten beim fachsimpeln zuhören.

»Über den Dächern von Nizza«

(To Catch A Thief / USA 1955)

Beim dritten Film des Tages hatte ich eine Art, hm, Loch. War vielleicht ein wenig zu viel des Guten. Bei einem Hitchcock-Film erwarte ich eigentlich Hochspannung, was über den Dächern von Nizza so gut wie gar nicht geboten wird. Grace Kelly und Cary Grant liefern sich lustige Wortgeschäfte, alle sind ausgezeichnet gekleidet, die Nebenrollen sind mit John Williams als Versicherungsdetektiv, Jeyyie Royce Landis als Kellys Mutter und Brigitte Auber als Danielle gut besetzt, John Michael Hayes liefert mit seinem Drehbuch allen spritzige Dialoge. Amüsante Komödie für den Sonntagnachmittag.

Wenn ich mir auch zum Imbiss Notizen gemacht hätte, könnte ich mehr dazu schreiben als dass ich mich an Chili erinnere, dass es mehr als genug und gut war ;-)

»Die oberen Zehntausend«

(High Society / USA 1956)

Einer der Festival-Besucher hatte in seinem Archiv gekramt und ein komisches Lied in Perspecta-Ton (gesungen von Georg Thomalla? und anderen) mitgebracht. Das konnten die überraschten Besucher hören, bevor sich der Vorhang für High Society öffnete. Eine eindrucksvolle Demonstration der Möglichkeiten von Perspecta. An dieser Stelle ein großes Lob an Toningenieur Gunter Oehme, der die Voraussetzungen für die Wiedergabe des alten Perspecta-Verfahrens über die moderne Tonanlage geschaffen hat.

Von »High Society« hatte ich nicht viel erwartet. Irgend so ein langweiliger Musikfilm, in dem Louis Armstrong ein bischen herumalbert, dachte ich. Selten so falsch gedacht! »High Society« erwies sich für mich als der absolute Höhepunkt des Festivals. Dass Cole Porter ein genialer Komponist war, ist jedem Jazzmusiker bekannt. Wenn die Songs dann noch von Bing Crosby und Frank Sinatra nicht nur zu hören, sondern auf der großen Leinwand auch zu erleben sind – das kann man schon fast nicht mehr beschreiben.

Überhaupt Bing Crosby: wie konnte der Mann im Vergleich zu Frank Sinatra so in der Versenkung verschwinden? Und die Nummer mit der Armstrong-Band hat mich glatt umgehauen. Das klang verdammt gut. Wie ein Live-Auftritt (und ich glaube, ich kann das als Amateurmusiker beurteilen). Dazu eine großartig zickig spielende und umwerfend aussehende Grace Kelly ... Wäre schön, das bald noch einmal im Kino zu erleben.

Ein dickes Dankeschön an Herbert Born und sein »Schauburg«-Team für dieses Wochenende!

Das vollständige Programm zum Nachlesen gibt es bei in70mm.com und auch hier im Blog. Es hat großen Spaß gemacht! (Und ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Desmond Llewelyn in gelben Strumpfhosen auf der Leinwand sehe). Wenn ich einen Wunsch frei hätte für das nächste Festival, würde ich mir »Der Hofnarr« (The Court Jester) mit Danny Kaye wünschen (»... der Becher mit dem Fächer hat den Wein gut und rein ...«)