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Blue note Jahresrückblick

Blue note Big Band Laut Konzertplan ist die Saison 2011 für die Blue note Big Band mit dem Auftritt beim Landeswettbewerb letzten Samstag zu Ende gegangen. Warum also nicht jetzt schon einen Jahresrückblick verfassen? Ich brauche den Text sowieso für die Bandchronik.

Samstag, 1. Januar 2011: Jazz an Neujahr

Wie immer beginnt der Tourkalender mit »Jazz an Neujahr« im Neustadter Saalbau. In diesem vom Verein »Jazz in Neustadt e. V.« und der Band veranstalteten Konzert steckt immer eine Heidenarbeit und viel Herzblut. Jedes Jahr wird ein Arrangeur oder ein Komponist eingeladen, dessen Werke gespielt werden. Damit die gut klingen, geht die Band für die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr in ein Jugendgästehaus mit Probesaal. Dort wird gemeinsam den Stücken der letzte Schliff gegeben.

Mit dem Motto »Herbolzheimer and more« und den Gästen Ack van Rooyen (Flügelhorn), John Ruocco (Tenorsaxophon, Klarinette) und Jiggs Whigham (Leitung, Arrangements, Posaune) begann 2011 mit einem absoluten Höhepunkt.

Jiggs Whigham und Ack van Rooyen In meiner Jugend war Herbolzheimers »Rhythm Combination & Brass« für mich DIE Bigband. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich einmal bei einem Blues ein paar Chorusse Solo vor Ack van Rooyen spielen darf! Vor ihm, wohlgemerkt, nicht nach ihm. Ack spielt mit seinen 81 Jahren immer noch wie ein Gott. Unglaublich. Auch seine Kollegen Ruocco und Whigham waren sehr beeindruckend. Das Publikum im fast ausverkauften Saalbau war begeistert.

Mittwoch, 9. Februar 2011: Doppelkonzert in Landau

Plakat Im Audimax der Universität spielten wir die zweite Hälfte eines Doppelkonzerts mit der Uni-Bigband Landau. Die Formation wird ebenfalls von Bernd Gaudera geleitet. Bernd war an diesem Abend ganz ungewohnt als Solotrompeter bei »L'il Darling« zu hören. Hat er gut gemacht.

Sonntag, 20. März 2011: Benefizkonzert in Neustadt

Trotz des gleichzeitig stattfindenden Mandelblütenfests und strahlendem Sonnenschein waren viele Zuhörer um 17 Uhr zum Benefizkonzert zu Gunsten des ambulanten Hospizes Neustadt/Weinstraße in die Aula der Berufsbildenden Schule gekommen.

LA-Reed-Bigband

Die erste Konzerthälfte wurde von der L.A.Reed Big Band aus Lampertheim bestritten. Die Band unter Leitung von Saxophonist Rainer Heute hatte ein Probewochenende in der Nähe von Neustadt verbracht und uns gefragt, ob wir nicht Lust und einen Ort für einen gemeinsamen Auftritt hätten. Hat Spaß gemacht.

Dienstag, 22. März 2011: Umrahmung Bürgerinformationsveranstaltung Kaiserslautern

In Kaiserslautern war man (oder ist man noch?) uneinig, wie die Stadtmitte neu gestaltet werden soll. Geplant ist ein großes Einkaufszentrum, so ähnlich wie die »Rheingalerie« in Ludwigshafen. Dazu wurden mehrere Infoveranstaltungen mit anschließender Diskussion in der Fruchthalle durchgeführt.

Zur Umrahmung spielten wir mit Gastsänger Stephan Flesch aus Kaiserslautern. Kennt jeder Musiker: man bekommt einen Haufen Geld, muss allerdings viel Zeit »absitzen«. Richtig »warmspielen« kann man sich mit den vielen Einzelstücken auch nicht. Das Publikum hat unsere kleinen Einlagen mit viel Applaus honoriert.

Samstag, 30. April 2011: Jazz in den Mai

Keine Ahnung, wie wir zu diesem Auftritt gekommen sind. Jazz in den Mai. Darmsheim? Festgelände Löchle? Klingt seltsam. Die Busfahrt führte in ein Tal, in dem sich Hund und Katze Gute Nacht sagen. Die mit Planen verkleidete Grillhütte sah bei der kühlen Witterung ungemütlich aus. Zwangsläufig dachte so mancher an die Blues Brothers im Hühnerkäfig.

Aber, oh Wunder: das Publikum strömte zahlreich zur abgelegenen Grillhütte. So zahlreich, dass die Bierbänke restlos besetzt und Stehplätze nur noch unter Einsatz der Ellbogen zu ergattern waren. Selten habe ich ein so dankbares Publikum erlebt: jedes Stück und Solo wurde begeistert beklatscht. Es kam tatsächlich Jazzclubatmosphäre auf. Sowas überträgt sich natürlich auf die Band und man spielt mit viel mehr Schwung.

Nach zwei Sets übernahm die gastgebende STB Big Band, so dass wir auch Gelegenheit hatten, Jazz zu hören und gemütlich ein Glas Bier zu trinken. Eine gelungene Veranstaltung! Schöner kann man den Mai nicht anfangen. Würde ich sofort wieder spielen!

Samstag, 18. Juni 2011: Idstein Jazzfestival

Plakat Beim Idstein Jazz-Festival werden in der ganzen Innenstadt verteilt Bühnen aufgebaut, auf denen Bands vierschiedenster Stilrichtungen auftreten. Wie bei mittlerweile vielen Jazzfestivals hört man auch Rock, Blues und Latin. Ab 21 Uhr sorgten wir in einer Ecke für Bigbandjazz. Während das erste Set noch gut besucht war, kamen beim zweiten und dritten Teil weniger Leute vor die Bühne. Es war für Juni verflixt kalt und ich war froh, dass ich meinen Pullover mit hatte. Bei solchen Veranstaltungen herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, wie bei einem Volksfest.

Dienstag, 23. August 2011: Jazz im Weingut fiel aus

Trauerflor Seit Jahrzehnten spielt die Blue note am Kerwedienstag in Diedesfeld beim Weingut Rumsauer im Hof. Mit Rieslingschorle und gutem Essen macht das Spielen doppelt Spaß. Deshalb ist das Konzert für die Musiker immer der heimliche Jahreshöhepunkt.

Wegen eines völlig überraschenden Trauerfalls in der Veranstalterfamilie, der uns alle verstörte und traurig machte, wurde die Veranstaltung drei Tage vorher abgesagt. Mein Beileid an die Familie Rumsauer.

Sonntag, 28. August 2011: Allegro Musikfestival

Logo Allegro Ein gewagtes Experiment stand für das »Allegro Musikfestival« in Usingen auf dem Programm: Unter dem Motto »It's Swingtime« spielte die Band neben dem üblichen Programm ein eigens von Bernd Gaudera geschriebenes Arrangement von Gershwins »Rhapsody in Blue«. Den Klavierpart spielte Lars Keitel.

Das zahlreich erschienene Publikum im Schulhof war beeindruckt. Auch von unserer Sängerin Michaela, die wie immer viele Ella-Fitzgerald-Klassiker vortrug. Für mich war die »Rhapsody« einmal mehr die Bestätigung dafür, dass man ein Musikstück nur dann richtig kennenlernt, wenn man es selbst einstudiert und spielt. Und dass man genau bei solchen Stücken auf einen Dirigenten nur schwer verzichten kann. Hätte viele Passagen in puncto Tempiwechsel und Zusammenspiel leichter gemacht.

Samstag, 17. September 2011: Landeswettbewerb für Amateurorchester

Um 12:15 nach Ludwigshafen gestartet. Weil wir als erste Bigband dran waren, dauerten Aufbau und Soundcheck im Pfalzbau ewig. Trotzdem war alles um 14:00 Uhr bereit. Die Jury war etwas spät dran; das rächte sich später: Weil jede Band nur 26 (?) Minuten Spielzeit hatte und man durch eine Verzögerung gleich zu Anfang gewaltig aus dem Plan gekommen wäre, teilte uns der Juryvorsitzende nach dem 3. Stück mit, dass wir statt der noch vorgesehenen 2 Titel nur noch einen spielen dürften. Natürlich nahmen wir den Gesangstitel, wodurch Pascal und ich um unser Solo in der 5. Nummer »Love for Sale« gekommen sind.

Wir spielten »Freckle Face« von Nestico als Pflichtstück (Trompetensolo von Mc!), »The Heart of the Matter« von Mintzer, »Streets of Philadelphia« im Arrangement von Frederick Köster und »I only have eyes for you« im Nelson-Riddle-Arrangement. »Love for sale« im Ingo-Luis-Arrangement fiel aus.

Blue light Big Band Die Ergebnisse wurden erst nach Abschluss des gesamten Wettbewerbs am Sonntagabend verkündet. Lange Gesichter: die Blue Light Big Band hat mit 22 von 25 Punkten die Weiterleitung zum Bundeswettbewerb geschafft. Wir haben nur 21,2 Punkte. Glückwunsch an die Blue Light!

Gerade recherchiert: beim letzten Landeswettbewerb 2007 hatten wir 22,5 Punkte mit Weiterleitung zum Bundeswettbewerb bekommen.

Fazit

Das wars für 2011, wenn nicht noch kurzfristig etwas hereinkommt. Acht Veranstaltungen, für eine Amateurband mit 20 Leuten ganz ordentlich. 2010 waren es neun. Jetzt hoffe ich, dass wir nach dem etwas enttäuschenden Saisonabschluss nicht in ein tiefes Loch fallen und uns statt dessen seelisch und moralisch auf das Neujahrskonzert 2012 einrichten. Die Noten trudeln vermutlich wie immer erst Mitte/Ende November ein ...

Ein ganz großes Dankeschön an alle Zuhörer!

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