Wednesday, 3. February 2010
Bar
Sicher kennt jeder Blogschreiber Phasen, in denen es nicht richtig läuft. Nein, keine Angst, ich verfasse keinen Beitrag über eine Schreibblockade, das interessiert keinen Menschen. Statt dessen versuche ich einmal etwas neues, ein Experiment. Bisher habe ich hier Berichte über die Blue note Big Band geschrieben, mich an Filmkritik versucht, ab und zu EDV-Hinweise eingestreut und Fotos veröffentlicht.
Heimlich wollte ich schon immer Romane oder wenigstens Kurzgeschichten schreiben. Nach zu vielen Raymond-Chandler-Krimis habe ich immer wieder einmal mit Detektivgeschichten angefangen, um nach wenigen Seiten aufzuhören.
Ihr ahnt schon, was jetzt kommt: statt auf Papier versuche ich es hier im Blog. Stephen King sagt ja immer, er beginnt seine Geschichten einfach von Anfang an zu schreiben, Wort für Wort, ohne zu wissen wie es weitergeht oder gar endet. Klingt gut – und erspart mir Planung. Ich schreib einfach drauf los. Keine Ahnung was dabei herauskommt und wenn mir nichts mehr einfällt, bleibt es eben ein Fragment. Wen's nicht interessiert: jetzt zum nächsten Blog springen oder den Rechner ausmachen oder ... auf den Link »Bar vollständig lesen« klicken.
You have been warned.
Ella und Sam saßen in der Bar und starrten trübsinnig auf ihre Gläser.
»Glaub mir, es ist besser, wenn wir uns nicht mehr sehen«, sagte Ella nach einem Schluck Rosé. »Regle Deine Angelegenheiten, nimm Dir alle Zeit, die Du brauchst.«.
Draußen nieselte es.
Sam sagte nur »Ach Mensch«. Immer wenn es darauf ankam, fehlten ihm die Worte.
»Nun geh schon«, sagte Ella schniefend und griff nach ihren Taschentüchern. »ich bleib noch ein bischen und blamiere mich. Lass nur, ich zahle«.
Widerwillig griff Sam nach Tasche und Jacke, verließ das Lokal und lief durch den Regen zu seinem Wagen. Es fühlte sich falsch an. Der Gedanke an die vor sich hinweinende Ella war einfach zu viel. Er warf seine Tasche auf den Beifahrersitz und kehrte um.
Ella bemerkte ihn erst, als er schon wieder am Tisch saß.
»Verdammt, was willst Du hier? Kann ich nicht mal in Ruhe heulen?«
Sam nahm sie einfach in den Arm und hielt sie ganz fest. »Ich kann dich doch nicht so hier sitzenlassen.«.
»Und dabei ist mein Mascara nicht wasserfest … Bin ich sehr verschmiert?«
Weil Männer von Makeup sowieso keine Ahnung haben, zog Ella einen kleinen Spiegel aus der Handtasche und warf einen prüfenden Blick hinein.
»Ich hätte gern noch einen Capuccino«, sagte Sam zur Kellnerin.
So saßen sie händchenhaltend, redeten belangloses Zeug, bis es schließlich auch für Ella Zeit war zu gehen.
»Meld dich einfach – wann du willst«, sagte Sam.
Aber Ella schüttelte den Kopf, strich ihm über die Wange und sagte »Nein. Konsequenz gehört zum Erwachsensein dazu.«
Nach einem flüchtigen Kuss gingen sie in entgegengesetzte Richtungen davon.

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